Details zum Sicherheitsvorfall
Das Unternehmen Onamae.com, eine Tochtergesellschaft der japanischen GMO Internet-Gruppe, gab bekannt, dass seine Infrastruktur für den Desktop Cloud-Dienst Ziel eines groß angelegten Sicherheitsvorfalls geworden ist. Das Unternehmen bestätigte am 20. Oktober 2026, dass sich eine unbefugte Drittpartei Zugriff auf die Arbeitsumgebungen von Kunden verschafft und Schadsoftware installiert hat, was schätzungsweise 26.739 virtuelle Server betraf.
Als Reaktion auf diese Bedrohung begann das Unternehmen am 21. Oktober 2026 um 04:00 Uhr Ortszeit mit der schrittweisen Abschaltung der Kundenserver, um die Ausbreitung der Schadsoftware oder eine Verschlimmerung des Schadens zu verhindern. Bisher hat das Unternehmen noch keinen Termin für die Wiederaufnahme des Dienstes genannt.
Was bedeutet das für die Nutzer?
Dieser Vorfall ist aufgrund der Art der Dienstnutzung besonders sensibel, da Desktop Cloud-Server häufig für den automatisierten Devisenhandel (FX) verwendet werden, der einen kontinuierlichen Betrieb von Plattformen wie MetaTrader 4 erfordert. Zu den Auswirkungen für die Nutzer gehören:
- Risiko von Datenlecks: Das Unternehmen warnte vor der Möglichkeit, dass auf den betroffenen Servern gespeicherte Daten kompromittiert wurden, obwohl es bislang keine offizielle Bestätigung für einen tatsächlichen Abfluss gibt.
- Änderung von Anmeldedaten: Das Unternehmen empfiehlt allen Kunden dringend, als Vorsichtsmaßnahme sofort Passwörter und alle auf den Servern gespeicherten Geheimnisse zu ändern.
- Phishing-Bedrohungen: Das Unternehmen warnte vor einem erhöhten Risiko betrügerischer E-Mails oder Anrufe, die diesen Vorfall ausnutzen, um zu versuchen, sensible Daten zu stehlen, und betonte, dass es niemals Passwörter oder Kreditkartendaten per Telefon oder E-Mail anfordern wird.
Haltung des Unternehmens zu Finanzdaten
Das Unternehmen beruhigte seine Kunden, dass Zahlungsdaten wie Kreditkartendetails von diesem Vorfall nicht betroffen sind, da diese Informationen auf einer Infrastruktur gespeichert werden, die vollständig von der angegriffenen Umgebung der virtuellen Server getrennt ist. Das Unternehmen setzt seine technischen Untersuchungen zu dem Vorfall fort und verspricht den Kunden regelmäßige Updates über die Entwicklung der Situation.