Datenschutz und Technologiepolitik

Warnung vor den Risiken der Sammlung biometrischer Daten durch Fototrends in sozialen Netzwerken

Der türkische Akademiker Ali Murat Kırık warnte davor, dass Fototrends, die Technologien zur Darstellung der Vergangenheit oder zur Altersveränderung nutzen, die Verarbeitung von Gesichtszügen zur Entwicklung von Systemen der künstlichen Intelligenz ermöglichen könnten. Er rief die Nutzer dazu auf, die Datenschutzrichtlinien zu prüfen und die Zugriffsberechtigungen auf Fotos und Mikrofon zu beschränken.

2026-09-14
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certi.news
Warnung vor den Risiken der Sammlung biometrischer Daten durch Fototrends in sozialen Netzwerken

Professor Dr. Ali Murat Kırık, Mitglied des Lehrkörpers der Fakultät für Kommunikation an der Marmara-Universität, warnte davor, dass verbreitete Fototrends in sozialen Netzwerken über die Grenzen der Unterhaltung hinausgehen und zu einem Mittel zur Sammlung biometrischer Daten sowie zur Analyse des Nutzerverhaltens werden könnten. Seine Äußerungen wurden in einem Beitrag veröffentlicht, den die Nachrichtenagentur Anadolu am 14. September 2026 publizierte.

Zu diesen Trends gehören Fotos im Stil der 1980er-Jahre, Bilder, die die Kindheit nachahmen, oder die Verwandlung einer Person in eine „Actionfigur“, außerdem Teilnahmeformate nach dem Muster „Füge dein Foto hinzu“. Kırık zufolge hängt ihre Attraktivität damit zusammen, dass sie persönliche und emotionale Bilder erzeugen, die sich schnell verbreiten, während die Verarbeitung dieser Ergebnisse auf einer detaillierten Analyse von Nahaufnahmen der Gesichter beruht.

Was können diese Anwendungen analysieren?

Kırık zufolge können Anwendungen die Positionen der Augen, die Abstände zwischen Nase und Mund sowie markante Gesichtsmerkmale verarbeiten. Diese Elemente unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Veränderbarkeit von Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Anschrift; das Gesicht sei seiner Beschreibung zufolge innerhalb des Bereichs biometrischer Daten stärker individualisiert und sensibler.

Der Akademiker brachte diese Daten mit dem Bedarf an großen Informationsmengen zur Entwicklung von KI-Modellen in Verbindung und wies darauf hin, dass diese Technologie in Bereichen eingesetzt werde, die von Verteidigung und Nachrichtendiensten bis hin zu Cybersicherheit und militärischen Entscheidungsunterstützungssystemen reichen. Gleichzeitig erklärte er, dass das Vorhandensein eines Fotos in einem sozialen Netzwerk nicht automatisch bedeute, dass ein anderes KI-Unternehmen es erhalten und verwenden könne; jedes System unterliege seinen eigenen Bedingungen und Richtlinien.

Warum ist diese Nachricht wichtig?

Die Bedeutung der Warnung liegt darin, dass das potenzielle Risiko nicht auf Prominente oder Personen des öffentlichen Lebens beschränkt ist. Kırık sagte, die Verarbeitung von Bildern und Stimmen der Bürger könne Systeme beeinflussen, die auf biometrischer Verifizierung beruhen, etwa intelligente Schlösser, mobile Geräte und Schutzmechanismen für Häuser. Seiner Ansicht nach könne der Zugriff auf Gesichts- oder Sprachdaten Risiken für diese Systeme schaffen, ohne dass die Quelle einen konkreten Vorfall vorlegt, der das Auftreten eines auf diese Weise erfolgten Angriffs belegt.

Er betonte außerdem, dass das Teilen eines Fotos mit Zustimmung des Nutzers nicht die Notwendigkeit beseitige, zu verstehen, wozu der Nutzer tatsächlich seine Zustimmung gebe. Die Verbreitung eines Trends könne dazu führen, dass Fotos freiwillig hochgeladen würden, während die Art der Aufbewahrung und Verarbeitung der Daten sowie der Umfang ihrer Nutzung von den Bedingungen der jeweiligen Anwendung oder Plattform abhingen.

Praktische Schritte für Nutzer

Kırık schlug mehrere Maßnahmen vor, um die Gefährdung zu verringern:

  • Die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien vor der Installation von Anwendungen lesen.
  • Die Bereiche zur Datenkontrolle in den Einstellungen sozialer Netzwerke und KI-Tools prüfen und Optionen deaktivieren, die die Verwendung von Bildern oder Stimmen zum Training von Modellen erlauben.
  • Der Anwendung keinen umfassenden Zugriff auf die Fotogalerie oder das Mikrofon gewähren und sich auf die erforderlichen Berechtigungen beschränken.
  • Im Falle eines Verstoßes oder Schadens die Entfernung der Inhalte von der Plattform beantragen und Screenshots aufbewahren; anschließend bei Bedarf eine Meldung bei der Staatsanwaltschaft und den Sicherheitsbehörden einreichen.

Kırık wies auf die in dem Beitrag genannten Rechte der Nutzer hin, die im türkischen Gesetz Nr. 6698 zum Schutz personenbezogener Daten und im Gesetz Nr. 7253 festgelegt sind. Die Grenzen der tatsächlichen Nutzung von Bildern hängen weiterhin von den Richtlinien der jeweiligen Dienstleistung sowie ihren technischen und rechtlichen Mechanismen ab; Einzelheiten dazu nennt die Quelle nicht.

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Anadolu Agency Technology
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