IBM hat am 2. Juni 2026 zugesagt, in den kommenden fünf Jahren mehr als 10 Milliarden Dollar in Quantencomputing zu investieren. Der Schritt soll den Fortschritt in diesem Bereich beschleunigen und die Kapazitäten des Unternehmens in Forschung und Entwicklung, bei den Investitionsausgaben, beim Ausbau der Fertigung und der Lieferketten erweitern sowie den Aufbau von Partnerschaften innerhalb des Ökosystems und strategische Übernahmen ermöglichen.
Die Investition geht über die bestehende Roadmap des Unternehmens hinaus, die vorsieht, 2029 den weltweit ersten groß angelegten, fehlertoleranten Quantencomputer bereitzustellen. IBM zufolge wird die neue Finanzierung das langfristige Engagement des Unternehmens für Quantencomputing stärken und eine auf die Vereinigten Staaten ausgerichtete technologische Führungsrolle unterstützen.
Beschleunigung des fehlertoleranten Quantencomputings
Ein fehlertoleranter Quantencomputer ist ein System, das trotz vorhandener Fehler korrekt arbeiten soll. Quantenbits, kurz Qubits, werden stark von ihrer Umgebung beeinflusst und sind Problemen wie Dekohärenz und Rauschen ausgesetzt. Ein zuverlässiger Betrieb hängt davon ab, diese Fehler in Echtzeit zu erkennen und zu korrigieren.
IBM plant, 2029 das System IBM Quantum Starling auf den Markt zu bringen. Nach Angaben des Unternehmens wird das System in der Lage sein, 100 Millionen Quantenoperationen mit 200 Qubits auszuführen. Die Investition wird es dem Unternehmen außerdem ermöglichen, IBM Quantum Blue Jay zu entwickeln, ein System, das für die Ausführung von einer Milliarde Quantenoperationen auf 2.000 Qubits ausgelegt ist.
Finanzierung von Hardware, Software und Ökosystem
Nach Angaben des Unternehmens soll die Investition in den Aufbau der nächsten Generation von Quantenhardware und Open-Source-Software sowie in den Ausbau von Fertigung und Lieferketten fließen, um sie an das Zeitalter des Quantencomputings anzupassen. Außerdem sollen Forschungsarbeiten finanziert werden, die über die derzeitige Entwicklungsroadmap hinausgehen, darunter das Quanteninternet und über Netzwerke verknüpftes Quantencomputing.
IBM erwartet, dass der Ausbau das US-amerikanische Quantenökosystem durch neue Arbeitsplätze und zusätzliche Partnerschaften mit Akteuren in diesem Bereich unterstützen wird. Das Unternehmen hat in dem Beitrag keine Beträge genannt, die den einzelnen Ausgabenbereichen zugewiesen sind.
Mögliche Anwendungen und bestehende Nutzung
Institutionen, die mit IBM zusammenarbeiten, nutzen Quantencomputing derzeit in Bereichen wie der Simulation von Chemie, Optimierung und Finanzdienstleistungen und suchen weiterhin nach Algorithmen zur Bearbeitung von Problemen, die die Möglichkeiten jedes herkömmlichen Computers übersteigen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass eine Ausweitung des Quantencomputings Anwendungen unterstützen könnte wie:
- Simulation von Molekülen, darunter große Proteine, die für die medizinische Forschung relevant sind.
- Optimierung komplexer Netzwerke wie Stromnetze.
- Entwicklung neuer Methoden für Anwendungen im Finanzdienstleistungsbereich, etwa Portfoliooptimierung und algorithmischer Handel.
IBM zufolge betreibt das Unternehmen derzeit die weltweit größte Flotte von Quantencomputern mit mehr als 90 weltweit bereitgestellten Systemen, die über Cloud-Zugriff und lokale Installationen verfügbar sind. Diese Systeme werden von einem Netzwerk aus mehr als 340 Organisationen aus den Bereichen Industrie, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Regierung genutzt, um reale Arbeitslasten auszuführen.
Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass das Open-Source-Softwareentwicklungskit für Quantencomputing Qiskit von nahezu 70 % der Entwickler im Quantencomputing bevorzugt wird. Über die Plattform IBM Quantum stellt IBM Ressourcen zum Lernen, zur Installation von Qiskit, zum Ausführen der ersten Quantenschaltung sowie zur Nutzung echter Quantencomputer und von Systemen mit mehr als 100 Qubits bereit.