IBM Quantum präsentierte in seinem Update für das zweite Quartal 2026 eine Reihe von Entwicklungen, darunter umfangreiche Simulationen der Quantenchemie, Experimente auf echter Quantenhardware sowie Open-Source-Werkzeuge zur Schaltungsoptimierung und Fehlerbehandlung. Das Unternehmen veröffentlichte das Update am 8. Juli 2026 und hob dabei Kennzahlen zur Plattformleistung, zur Hardwareverfügbarkeit sowie zu Forschungs- und Bildungsressourcen hervor.
Groß angelegte Proteinsimulation
Die Simulationsmethoden, die in einem von Cleveland Clinic, RIKEN und IBM entwickelten Workflow zur Simulation eines aus 12.635 Atomen bestehenden Proteins verwendet wurden, sind nun als Open Source über die Qiskit-Community verfügbar. Die veröffentlichten Materialien ermöglichen die Untersuchung einiger der in dieser Arbeit eingesetzten Simulationsmethoden, die IBM als einen neuen Meilenstein in der groß angelegten Quantenchemie bezeichnet.
Die Plattform fügte außerdem ein Lernexperiment des Quantum Advantage Tracker zur Simulation der Dynamik eines SU(2)-Gitters unter Verwendung von 120 Qubits auf echter Quantenhardware hinzu. Das Experiment basiert auf einer Forschungsarbeit des Birla Institute of Technology and Science in Pilani und ermöglicht den Vergleich quantenbasierter und klassischer Methoden sowie die Untersuchung von Schaltungen und eines Workflows, der die Grenzen klassischer Simulationen überschreitet.
Neue Werkzeuge zur Fehlerbehandlung und Simulation
IBM stellte einen ausführungsgesteuerten Workflow vor, der mehrere Techniken zur Behandlung von Fehlern beim Quantencomputing kombiniert, darunter SLC, PEC, TREX und Postselektion. Das Lernmaterial basiert auf dem shaded-lightcones-Add-on in Qiskit und zielt darauf ab, modulare Pfade zu erstellen, die verschiedene Methoden zur Unterdrückung und Abschwächung von Fehlern in einem einzigen Ablauf kombinieren. Um diesen Pfad zu verwenden, ist ein Upgrade auf Version 0.47.0 von qiskit-ibm-runtime erforderlich.
IBM kündigte außerdem Paulice an, eine neue Erweiterung für Qiskit zur Fehlererkennung. Die Erweiterung verwendet hardwaregeeignete Pauli-Prüfungen, die auf Raum-Zeit-Codes basieren, und konzentriert sich auf die Steigerung der Genauigkeit, die Abstimmung des Verhältnisses zwischen Ressourcen und Genauigkeit sowie die Verbesserung der aus den Stichproben resultierenden Verteilungen.
Für Entwickler, die größere Probleme vor ihrer Ausführung auf der Hardware testen müssen, hob IBM die Open-Source-Bibliothek ffsim hervor. Die Bibliothek bietet eine schnelle, symmetrieberücksichtigende Simulation fermionischer Schaltungen und unterstützt damit die Erstellung von Prototypen, die Überprüfung von Ergebnissen und die Leistungsmessung vor dem Übergang zu Quantencomputern.
Plattformkennzahlen und verfügbare Ressourcen
IBM gab an, dass der beste Wert für die EPLG-Kennzahl auf dem Gerät ibm_boston 0,19 % betrug, während die beste CLOPS-Leistung über sechs Quantenverarbeitungseinheiten die Marke von 330.000 überschritt. Die Gesamtzahl der verfügbaren Qubits betrug 2.210 Qubits, verteilt auf 15 Quantenverarbeitungseinheiten, während die Zahl der Forschungsarbeiten, die IBM Quantum oder Qiskit zitieren, 6.183 Arbeiten erreichte.
Im Bildungsbereich stellte IBM außerdem Classroom Accounts bereit, die bis zu 100 Studierenden kostenlosen und interaktiven Zugang zu IBM-Quantenhardware mit vereinfachter Einrichtung und integrierten Betreuungsfunktionen gewähren. Das Unternehmen stellte zudem Projekte vor, die IBM Quantum Credits zur Entwicklung neuer Algorithmen in Bereichen wie Simulation und Materialwissenschaften nutzen, und lud Forschende ein, Credits für die Durchführung ihrer Experimente zu beantragen.
Änderungen am Open Plan
Nutzerinnen und Nutzer des Open Plan, die innerhalb eines Zeitraums von bis zu 12 Monaten 20 Minuten verbraucht haben, können nun 180 Minuten Quantenlaufzeit freischalten. Der Plan umfasst den Zugang zu fortschrittlicher Hardware und zusätzlichen Bildungsressourcen sowie die Möglichkeit, weitere Experimente auf echten Quantencomputern auszuführen.