Scott Wu, CEO von Cognition, wies zurück, dass SpaceX Gespräche über die Übernahme seines auf KI-Programmiersoftware spezialisierten Start-ups geführt habe. Die Zurückweisung erfolgte in einem Beitrag auf der Plattform X kurz nach einem von Bloomberg veröffentlichten Bericht, der sich auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berief und besagte, SpaceX habe versucht, Cognition zu kaufen, um seine Präsenz auf dem KI-Markt auszubauen und mit OpenAI, Anthropic und Google zu konkurrieren.
Wu schrieb, der Bericht sei ungenau, und bestätigte, Cognition „stehe nicht zum Verkauf“ und die beiden Unternehmen hätten keine Übernahmegespräche geführt. SpaceX und Cognition reagierten nicht auf Bitten um eine Stellungnahme. Daher enthält der Artikel keine unabhängige Bestätigung der von Bloomberg genannten Einzelheiten zu den Gesprächen.
Kontext: SpaceXs Übernahme von Cursor
Der Bericht folgt wenige Tage auf den Abschluss der 60 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Cursor durch SpaceX, einem weiteren Unternehmen, das sich mit KI-gestützten Programmiertools beschäftigt. Cursor und SpaceX hatten vor dem Abschluss der Transaktion zusammengearbeitet. Zudem stellten die beiden Unternehmen in diesem Monat das Modell Grok 4.6 vor, das bei Tests zur Bewertung von Programmierleistungen und komplexen mehrstufigen Agentenaufgaben höhere Ergebnisse erzielte.
SpaceX hatte Anfang des Jahres bereits das zum Unternehmen von Elon Musk gehörende KI-Unternehmen xAI übernommen. Anschließend brachte das Unternehmen xAI im Juni an die Börse; seine Marktkapitalisierung stieg laut dem Bericht auf dem Höhepunkt auf etwa 2,3 Billionen US-Dollar.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Entwicklungen zeigen, dass Programmiertools zu einem der klarsten kommerziellen Wege geworden sind, mit KI Umsätze zu erzielen. Der Bericht verweist auf das schnelle Wachstum von Anthropic, zu dem Claude Code maßgeblich beigetragen habe, als Beispiel für die Attraktivität dieses Marktes für Unternehmenskunden.
Die Übernahme von Cognition hätte SpaceX Zugang zum Programmieragenten Devin und zu einer Unternehmenskundenbasis verschafft, zu der Mercedes-Benz, Citi und Goldman Sachs gehören. Wus Zurückweisung bedeutet jedoch, dass diese Möglichkeit nicht als bestehende oder abgeschlossene Transaktion betrachtet werden kann.
Mögliche Zusammenarbeit und erwartete Finanzierung
Bloomberg berichtete, die Übernahmegespräche seien nicht mehr aktiv, deutete jedoch an, dass die Gespräche über eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen fortgesetzt würden. Zu den möglichen Szenarien gehört, dass Cognition die Rechenkapazitäten von SpaceX nutzt, die das Unternehmen auch an andere Akteure im KI-Bereich verkauft, darunter Anthropic, bis es sie intern benötigt. Wu ging in seiner Zurückweisung nicht ausdrücklich auf diesen Teil ein.
Cognition gilt als eines der größten unabhängigen KI-Programmiersoftwareunternehmen, das noch nicht von einem großen Entwickler von KI-Modellen übernommen wurde. Das Unternehmen hatte Ende Mai eine Finanzierung in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar bei einer Post-Money-Bewertung von 25 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Bloomberg berichtete unterdessen, Cognition führe erste Gespräche über eine neue Runde bei einer Bewertung von bis zu 40 Milliarden US-Dollar.
Diese Entwicklungen folgen auf Cognitions Übernahme der verbleibenden Vermögenswerte seines Konkurrenten Windsurf, nachdem Google DeepMind den CEO des Unternehmens und sein wichtigstes Forschungsteam in einer Transaktion im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar übernommen hatte, die Talente und Lizenzrechte umfasste. Nach der Integration entließ Cognition laut dem Bericht 30 Beschäftigte und unterbreitete den übrigen 200 Beschäftigten von Windsurf Übernahmeangebote.