Hitachi hat am 27. August 2026 die Entwicklung einer Technologie angekündigt, die das Unternehmen „KI-Orchestrierung“ (AI Orchestration) nennt. Ziel ist es, Lieferkettenpläne neu anzupassen, wenn sich Nachfrage, Produktion oder Ressourcen verändern. Die Technologie basiert auf der Zusammenarbeit spezialisierter KI-Agenten, anstatt sich für den gesamten Optimierungsprozess auf ein einziges großes Sprachmodell zu stützen.
Das Unternehmen plant, die Technologie ab 2027 im Rahmen seiner Lösungslinie HMAX Industry anzubieten. Außerdem soll sie auf der Veranstaltung Hitachi Social Innovation Forum 2026 JAPAN vorgestellt werden, die am 3. und 4. September 2026 stattfindet.
Wie funktioniert die Technologie?
Dem Artikel zufolge übernimmt jeder KI-Agent eine bestimmte Aufgabe oder einen bestimmten Bereich innerhalb der Lieferkette, während eine Orchestrierungsebene die Arbeit verteilt und die Ergebnisse zwischen den Agenten austauscht. Wird eine Änderung einer der Bedingungen festgestellt, etwa eine höhere Priorität eines Kunden oder ein Rückgang der Produktionskapazität, kann das System den vorgeschlagenen Plan neu berechnen und einen neuen Zeitplan zur Prüfung vorlegen.
Hitachi nutzt bei diesem Ansatz unter anderem Technologien wie Hitachi AI Technology/ und einen Optimierungsdienst sowie MLCP, also „Machine Learning Constraint Programming“ (Machine Learning Constraint Programming). MLCP verbindet die Verarbeitung mathematischer Einschränkungen mit der Nutzung des in früheren Optimierungsprozessen angesammelten Wissens. Dadurch lassen sich komplexe und veränderliche Aufgaben in Bereichen wie Fertigung und Distribution sowie weiteren Gebieten bearbeiten.
Was ändert sich in der Praxis?
Nach Angaben des Unternehmens kann die Technologie bei der Neuplanung von Abläufen Faktoren wie den Zustand von Beständen, Ressourcen und Energie berücksichtigen. KI-Agenten können außerdem Kennzahlen wie die Bedeutung eines Kunden und den erwarteten Lagerbestand analysieren und anschließend einen Plan vorschlagen, der die Leistungskennzahlen und betrieblichen Einschränkungen auf Unternehmensebene berücksichtigt.
Der Prozess beschränkt sich nicht auf die automatische Erstellung eines Zeitplans; vorgesehen ist auch die Einbeziehung des Menschen in die abschließende Prüfung und Entscheidungsfindung. Bewertet ein Nutzer ein vorgeschlagenes Ergebnis als ungeeignet, kann dies als Feedback-Daten erfasst und anschließend zur Verbesserung späterer Vorschläge sowie zur Beschleunigung der Einführung der Technologie genutzt werden.
Verbindung zwischen Unternehmenssystemen und Betriebsabläufen vor Ort
Hitachi weist darauf hin, dass die Architektur der Technologie KI-Agenten mit verschiedenen Geschäftssystemen wie ERP und MES sowie mit Lösungen für physische KI an Betriebsstandorten verbinden kann. Ziel ist es, die Datenerfassung und -analyse mit der Steuerung der Ausführung zu verknüpfen – über einen Bereich hinweg, der von cyber-physischen Systemen bis zu physischen Abläufen reicht –, während der Bedarf an einer manuellen Datenintegration zwischen den Systemen reduziert wird.
Warum ist diese Nachricht wichtig? Die Bedeutung der Ankündigung liegt in dem Versuch, künstliche Intelligenz von der Bereitstellung einzelner Vorschläge zur Steuerung eines auf mehrere Systeme und Funktionen verteilten Optimierungsprozesses weiterzuentwickeln. Der Artikel enthält jedoch keine Angaben zu Preisen, ersten Kunden oder unabhängigen Messergebnissen. Außerdem ist die Einführung erst für 2027 vorgesehen. Daher bleiben Skalierbarkeit und Entscheidungsgenauigkeit in realen industriellen Umgebungen zwei Punkte, die bei Verfügbarkeit weiterer Informationen überprüft werden müssen.