Datenschutz und Technologiepolitik

Australien schlägt vor, Nutzern sozialer Medien die Deaktivierung algorithmischer Feeds zu ermöglichen

Die australische Regierung hat einen Gesetzentwurf erneut vorgelegt, der soziale Plattformen verpflichtet, Nutzern die Möglichkeit zu geben, ausschließlich Beiträge von Konten zu sehen, denen sie folgen, ohne algorithmisch vorgeschlagene Inhalte. Der Vorschlag umfasst außerdem Verpflichtungen zum Schutz von unter 18-Jährigen vor Designmerkmalen und Inhalten, die ihnen schaden könnten.

2026-09-08
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certi.news
Australien schlägt vor, Nutzern sozialer Medien die Deaktivierung algorithmischer Feeds zu ermöglichen

Die australische Regierung hat einen Gesetzentwurf erneut vorgelegt, der Nutzern sozialer Plattformen eine klare Wahl hinsichtlich der Art der Inhalte gibt, die in ihren Feeds erscheinen. Dem Vorschlag zufolge müssen die Plattformen die Nutzer informieren und ihnen die Wahl zwischen einem Feed mit von Algorithmen persönlich empfohlenen Inhalten und einem Feed ermöglichen, der auf Beiträge von Personen und Konten beschränkt ist, denen sie folgen.

Die Entscheidung gegen algorithmische Empfehlungen bedeutet nach Angaben der Regierung, dass der Nutzer ausschließlich Inhalte von Konten sehen wird, denen er folgt. Die Quelle nannte keine technischen Einzelheiten dazu, wie diese Option umgesetzt werden soll oder ob sie alle Arten von Feeds und Funktionen innerhalb jeder Plattform umfassen wird. Außerdem handelt es sich bei dem vorliegenden Text um einen Gesetzentwurf und noch nicht um geltendes Recht.

Zusätzliche Verpflichtungen zum Schutz Minderjähriger

Der Entwurf umfasst außerdem Regeln für digitale Dienste, die sich negativ auf unter 18-Jährige auswirken könnten. Digitale Dienste müssten junge Menschen vor Designmerkmalen schützen, die ihnen schaden können, sowie vor Inhalten, die Essstörungen oder die Begehung von Straftaten fördern, und vor Beiträgen, die feindselige Einstellungen gegenüber Frauen oder der Gleichstellung der Geschlechter verbreiten.

Die Regierung erklärte, Ziel dieses Schrittes sei es, Australiern mehr Auswahl bei den von ihnen genutzten Plattformen und den von ihnen angesehenen Inhalten zu geben. Der Vorschlag verbindet damit eine größere Kontrolle der Nutzer über die Quelle der Inhalte mit zusätzlichen Verantwortlichkeiten für digitale Dienste im Umgang mit jüngeren Nutzern.

Was ändert sich praktisch?

Wenn der Entwurf in der vorgeschlagenen Fassung angenommen wird, müssen die Plattformen eine Nutzererfahrung gestalten, die es den Nutzern ermöglicht zu erkennen, ob ihr Feed auf automatisierten Empfehlungen beruht, und anschließend eine Alternative auszuwählen, die auf die Konten beschränkt ist, denen sie folgen. Bei Minderjährigen müssen die Dienste die Designmerkmale und Inhalte überprüfen, die sie den im Entwurf genannten schädlichen Mustern aussetzen könnten.

Dieser Schritt folgt auf das Inkrafttreten einer weiteren australischen Regelung am 10. Dezember 2025, die den Zugang von unter 16-Jährigen zu einer Reihe sozialer Plattformen einschränkte. Zu den von diesen Beschränkungen betroffenen Plattformen gehören X, Instagram, Facebook, TikTok, YouTube und Snapchat sowie Reddit, Twitch, Threads und Kick, insgesamt 10 Plattformen.

Die mit dem Mindestalter verbundenen Regeln sehen eine Geldstrafe von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar vor, wenn Unternehmen keine angemessenen Schritte unternehmen, um Konten von Kindern unter 16 Jahren zu entfernen.

Warum ist dieser Vorschlag wichtig?

Die Bedeutung des Entwurfs liegt darin, dass er sich nicht nur auf das Alter der Nutzer oder die Entfernung bestimmter Inhalte konzentriert, sondern auch auf die Art und Weise, wie Inhalte selbst angeordnet werden. Er sieht für Plattformen die Verpflichtung vor, den Nutzern eine Wahl hinsichtlich der Rolle von Empfehlungssystemen bei der Gestaltung des Feeds zu geben, wobei die Einzelheiten der Umsetzung und Kontrolle an den weiteren Gesetzgebungsprozess geknüpft bleiben. Fragen wie der Umfang der einbezogenen Plattformen, die Überprüfung der Umsetzung dieser Option und die Definition schädlicher Designmerkmale müssen im endgültigen Text oder in späteren Vorschriften noch geklärt werden.

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Anadolu Agency Technology
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