Das australische Unternehmen „Thermal Dawn“ bereitet die Vermarktung und den Einsatz einer neuen Technologie zur thermischen Energiespeicherung für Haushalte vor. Ziel ist es, kostengünstige Heiz- und Kühlung bereitzustellen, indem herkömmliche Gasboiler in Regionen mit kalten Wintern ersetzt werden, basierend auf dem Prinzip einer thermischen Heimbatterie, ohne tatsächliche Elektrizität zu erzeugen.
Der Gründer Nick Zinyo enthüllte die Details des Systems während Fachmessen und erklärte, dass die Technologie eine reversible Wärmepumpe, einen sorgfältig isolierten Wassertank und Phasenwechselmaterialien (Phase Change Materials – PCMs) kombiniert. Diese Materialien gefrieren oder schmelzen bei einer bestimmten Temperatur, um Wärme zu speichern und freizusetzen, was die Wärmekapazität des Systems im Vergleich zu Wasser allein erheblich erhöht.
Wie funktioniert das thermische Speichersystem in der Praxis?
Das System lädt seine thermische Energie in Zeiten auf, in denen Strom günstiger ist, wie etwa in einem dreistündigen Mittags-Ladefenster, das von einigen Einzelhändlern angeboten wird, oder über Haus-Solarmodule bzw. Zeiten mit geringer Last in der Nacht. Während der teuren abendlichen Spitzenzeiten schaltet sich der Kompressor der Wärmepumpe ab, während das gespeicherte warme oder kalte Wasser durch die vorhandenen Hydronik-Rohre in den Häusern oder durch die Fußbodenheizung gepumpt wird.
In zwei realen Tests seit Mitte 2026 in Melbourne und Warragul gelang es dem System, etwa 1.500 AUD pro Haushalt einzusparen und den Verbrauch von mehr als 70.000 Megajoule Gas zu vermeiden, da die Wärmepumpen in 95 % der Winterabende zwischen 17:00 und 21:00 Uhr überhaupt nicht liefen.
Was bedeutet das für die Nutzer?
Die praktische Erfahrung zeigt, dass thermische Speicherung, die für große Heiz- und Kühllasten ausgelegt ist, eine wesentlich günstigere Lösung pro Kilowattstunde darstellt als die Verwendung teurer allgemeiner Lithium-Batterien. Durch die Verlagerung großer Heizlasten auf einen unabhängigen Wärmespeicher wird die elektrische Hausbatterie von dieser Last befreit, sodass sie für den Betrieb von Beleuchtung, Haushaltsgeräten, das Laden von Elektroautos und die Bereitstellung von nächtlicher Reserveenergie genutzt werden kann.
Verfügbarkeit und zukünftige Expansion
Nachdem die Machbarkeit des Konzepts durch den ersten Pilotbetrieb bewiesen wurde, beginnt das Unternehmen nun mit der Installation der ersten Chargen in Städten wie Sydney, Canberra und Melbourne. Das Unternehmen arbeitet zudem an der Entwicklung eines größeren Produkts für Kanalklimaanlagen (Ducted AC) und prüft die Möglichkeit, die Technologie künftig in Mehrfamilienhäusern einzusetzen, wobei es die unmittelbare Abhängigkeit von staatlichen Subventionen überwindet, damit Verbraucher die Technologie als wirtschaftlich eigenständig rentabel annehmen.