Das Unternehmen SonicWall hat dringende Sicherheitswarnungen herausgegeben und Software-Updates bereitgestellt, um sieben Sicherheitsanfälligkeiten zu beheben, die SonicOS-Firewalls betreffen. Darunter befindet sich eine kritische Schwachstelle in den SSL-VPN-Diensten, die eine Authentifizierungsumgehung ermöglicht und deren Ausnutzung in realen, gezielten Angriffen bestätigt wurde.
Details der Schwachstelle und ihre Auswirkungen auf VPN-Systeme
Die betroffene Schwachstelle trägt die Kennung CVE-2026-19868 und weist einen Schweregrad von 7.1 auf der CVSS-Skala auf. Sie betrifft direkt SonicOS SSL-VPN-Dienste, die exklusiv für die Verwendung der SAML-Authentifizierung konfiguriert sind. Diese Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, die über gültige Anmeldeinformationen für eine alternative Authentifizierungsmethode verfügen, die SAML-Authentifizierungssteuerungen zu umgehen. Dies schließt die Umgehung der über das Protokoll durchgesetzten Zwei-Faktor- oder Multifaktor-Authentifizierung (MFA) ein.
Ryan Harris von dem Unternehmen The Electronic Office hat diese Schwachstelle entdeckt und gemeldet. Gleichzeitig hat die US-Agentur für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) die Schwachstelle in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) aufgenommen und eine verbindliche Anweisung für Bundesbehörden erlassen, die betroffenen Systeme bis spätestens 20. November 2026 abzusichern.
Zusätzliche Mängel und Behebungs-Updates
Die Sicherheitsupdates beschränkten sich nicht nur auf die Schwachstelle zur Authentifizierungsumgehung, sondern behoben auch sechs weitere Schwachstellen im SonicOS-System. Diese Liste umfasste zwei Schwachstellen in der Verwaltungsschnittstelle, die mit einem Schweregrad von 8.8 eingestuft wurden und unautorisierten Angreifern unter bestimmten Bedingungen die Durchführung nicht autorisierter Vorgänge ermöglichen. Darüber hinaus umfassten die Korrekturen Authentifizierungs-Pufferüberläufe (Buffer Overflows) in den Diensten SSL-VPN und TACACS+, die zu Denial-of-Service-Zuständen führen können, sowie eine Schwachstelle durch schwaches Passwort-Hashing, die virtuelle Appliances betrifft.
Was ändert sich praktisch für die Anwender?
- Betroffener Bereich: Betroffen sind SonicOS Gen7-Versionen bis einschließlich 7.3.3-7015 und Gen8-Versionen bis einschließlich 8.2.2-8015.
- Verfügbare Lösung: Das Unternehmen hat mit den Versionen 7.3.4-7013 und 8.2.3-8015 grundlegende Patches veröffentlicht und betont, dass außer der sofortigen Aktualisierung keine temporären Workarounds verfügbar sind.
- Praktische Auswirkungen: IT-Verantwortliche und Systemadministratoren sind aufgefordert, die Sicherheits-Patches umgehend anzuwenden, da Beweise für eine aktive Ausnutzung bei aktuellen Cyberangriffen auf die Produkte des Unternehmens vorliegen.