Das Start-up Quartermaster hat in einer Series-B-Runde 140 Millionen Dollar eingesammelt, um sein SmartMast-System zu erweitern, das Kameras und Kommunikationsgeräte an Schiffsmasten anbringt, um Echtzeitdaten aus dem maritimen Bereich zu sammeln. Nach Angaben des Unternehmens nutzen derzeit mehr als 650 Schiffe in 25 Ländern das System; nun bereitet sich Quartermaster auf den Einsatz in ganzen Flotten vor.
Quartermaster, ein auf maritime Aktivitätsaufklärung spezialisiertes Unternehmen, hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 140 Millionen Dollar abgeschlossen, nur wenige Monate nachdem es in einer Series-A-Runde 43 Millionen Dollar eingesammelt hatte. Das Unternehmen will die Finanzierung nutzen, um die Produktion seines SmartMast-Systems auszuweiten und dessen Einsatz bei Handelsflotten zu beschleunigen.
Angeführt wurde die Runde von Insight Partners unter Beteiligung von Overmatch Ventures und bestehenden Investoren, darunter First Round Capital. 40 Millionen Dollar der Finanzierung wurden in Form einer von der Investmentbank Stifel bereitgestellten Fremdkapitalfazilität aufgenommen. Gründer und CEO Neil Sobin sagte, der Runde seien Gespräche mit Insight Partners vorausgegangen und die mit dem Krieg im Iran verbundenen Störungen im Schiffsverkehr hätten das Interesse der Investoren am Bedarf an maritimen Echtzeitdaten verstärkt.
Was bietet SmartMast?
Das System besteht aus einem Paket aus Kameras und Funkgeräten, das am Schiffsmast befestigt wird. Anders als das automatische Identifikationssystem AIS, das im Wesentlichen regelmäßige Standortsignale liefert, erfasst SmartMast detailliertere Daten über maritime Aktivitäten und übermittelt sie in Echtzeit an die zuständigen Stellen.
Regierungen, Schifffahrtsunternehmen und Versicherungsanbieter können diese Daten nutzen, um Schiffsbewegungen und die Auslastung von Seewegen zu verstehen, zur Vermeidung von Kollisionen beizutragen und die Suche nach vermissten Seeleuten zu unterstützen. Laut Sobin zeichnet jedes System täglich Dutzende Gigabytes an Daten auf, während das Unternehmen und seine Kunden weiterhin neue Nutzungsmöglichkeiten für diese Daten entdecken.
Verbreitung des Systems und die nächste Phase
Quartermaster erklärte, SmartMast sei auf mehr als 650 Schiffen in 25 Ländern installiert, und das Unternehmen habe mehr als 800 Systeme an Kunden ausgeliefert. Der Unterschied zwischen der Zahl der ausgelieferten Systeme und der Zahl der ausgestatteten Schiffe ist teilweise darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen sich darauf vorbereitet, das System in ganzen Flotten auszurollen, statt es nur in Tests oder bei begrenzten Installationen einzusetzen.
Um die Nachfrage zu bedienen, hat das Unternehmen seine Produktionskapazität verdoppelt und passt das Design weiter an, um die Herstellung der Geräte zu beschleunigen. Dies deutet darauf hin, dass die unmittelbare Herausforderung nicht mehr allein darin besteht, die Möglichkeit der Datenerfassung nachzuweisen, sondern die Geräte in großem Maßstab zu produzieren, zu installieren und zu betreiben.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Finanzierung markiert für Quartermaster den Übergang von der Erprobung der Idee maritimer Sensorik zu dem Versuch, ein verteiltes Datennetz über mehrere Schiffe hinweg aufzubauen. Der praktische Wert entsteht nicht nur durch ein Gerät an Bord eines einzelnen Schiffes, sondern durch die Ansammlung von Echtzeitdaten, die den Betreibern einen umfassenderen Einblick als herkömmliche AIS-Signale geben können.
Gleichzeitig bleiben mehrere betriebliche Fragen offen, darunter die Genauigkeit der Daten unter unterschiedlichen maritimen Bedingungen, der Umgang mit täglich aufgezeichneten Dutzenden Gigabytes und die Frage, ob sich neue Nutzungsmöglichkeiten in skalierbare kostenpflichtige Dienste verwandeln werden. Außerdem stammen die genannten Zahlen zur Verbreitung und zu den Anwendungen vom Unternehmen selbst; der Ausgangstext enthält keine unabhängige Bewertung der Leistung oder Ergebnisse des Systems im Vergleich zu bestehenden Lösungen.