Das Versorgungsunternehmen Ameren Missouri hat der Public Service Commission von Missouri (PSC) einen vorgeschlagenen langfristigen Energieplan vorgelegt, der eindeutig auf eine stärkere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zur Deckung der erwarteten Nachfrage ausgerichtet ist, einschließlich der Nachfrage im Zusammenhang mit Rechenzentren. Sollte die Behörde den Plan genehmigen, wird das Unternehmen bis 2032 5.400 Megawatt an gasbefeuerter Stromerzeugungskapazität hinzufügen, 1.700 Megawatt mehr als im vorherigen Plan.
Der Plan sieht gleichzeitig eine Verringerung der Investitionen in erneuerbare Energiequellen sowie eine Verschiebung der Stilllegung mehrerer Kohlekraftwerke vor. Außerdem hat Ameren das Ziel zur Senkung der Kohlendioxidemissionen aus den Werbematerialien zum neuen Energieplan entfernt, wie aus dem veröffentlichten Artikel hervorgeht.
Was hat sich im Plan geändert?
- Streichung neuer Investitionen in Windenergie vor 2030 und Verringerung der gesamten Windinvestitionen um 500 Megawatt.
- Verschiebung der Stilllegung des Kraftwerks Sioux von einem Zeitraum zwischen 2031 und 2035 auf das Jahr 2035.
- Verschiebung der Stilllegung von zwei Blöcken des Kraftwerks Labadie um sechs Jahre, von 2036 auf 2042.
- Verringerung der Solarenergieinvestitionen vor 2030 von 2.200 auf 1.300 Megawatt, also um 900 Megawatt.
- Erhöhung der neuen gasbefeuerten Erzeugungskapazität auf 5.400 Megawatt bis 2032.
Der Artikel erklärt, dass das Kraftwerk Labadie laut Sierra Club als das tödlichste Kohlekraftwerk der Vereinigten Staaten gilt. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Ameren ihre höheren Gasinvestitionen mit den jüngsten extremen Wetterbedingungen begründet hat, während der Sierra Club der Ansicht ist, dass der Ausbau von Gas und die verlängerte Nutzung von Kohle die Klimarisiken vor Ort erhöhen könnten.
Warum ist diese Nachricht für die Rechenzentrumsbranche wichtig?
Der Plan verdeutlicht die zunehmende Spannung zwischen dem Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Stromquelle, die sie versorgen wird. Denn der Ausbau der Kapazitäten von Rechenzentren betrifft nicht nur die Bereitstellung zusätzlicher Erzeugungskapazität, sondern bestimmt auch den verwendeten Energiemix und dessen Auswirkungen auf Emissionen, Brennstoffkosten und die öffentliche Gesundheit. Dem Artikel zufolge könnte eine stärkere Abhängigkeit von Gas die Kunden Preisschwankungen aussetzen, während der fortgesetzte Betrieb von Kohlekraftwerken die Umweltbelastung älterer Anlagen verlängern könnte.
Der Sierra Club kritisiert den Plan außerdem, weil Ameren in früheren Jahren eingeräumt habe, dass sie die Auswirkungen der Stromerzeugungsinvestitionen auf die öffentliche Gesundheit nicht in ihre Bewertungen einbeziehe. Zudem berücksichtige das Unternehmen nicht die Auswirkungen von Emissionen, die bei der Förderung und dem Transport von Erdgas entweichen und größtenteils aus Methan bestehen. Diese Punkte sind in der Position der Umweltorganisation enthalten und stellen kein unabhängiges Urteil der Public Service Commission dar.
Der nächste Schritt
Der Plan ist weiterhin ein Vorschlag, der der Missouri Public Service Commission vorliegt; daher ist der neue Erzeugungsmix noch keine endgültige Entscheidung. Seine Erörterung fällt zeitlich mit dem Vorschlag der Regierung von Präsident Trump zusammen, das sogenannte Endangerment Finding abzuschaffen, die regulatorische Grundlage zur Kontrolle der Treibhausgasemissionen nach dem Clean Air Act. Die endgültige Position von Ameren zu den Umweltbedenken und das Ergebnis der Prüfung durch die Behörde wurden im Ausgangsmaterial nicht genannt.