Microsoft hat die Surface Laptop Ultra und Surface RTX Spark Dev Box vorgestellt, die von Nvidia-RTX-Spark-Chips angetrieben werden und den direkten Betrieb von KI-Modellen auf dem Gerät statt einer vollständigen Abhängigkeit von der Cloud ermöglichen sollen. Parallel führt das Unternehmen in Windows 11 die Funktion Execution Containers für KI-Agenten ein. Der Verkauf der Geräte soll am 16. Oktober beginnen.
Microsoft hat den Surface Laptop Ultra und die Workstation Surface RTX Spark Dev Box vorgestellt. Damit rückt das lokale Ausführen von KI-Modellen in den Mittelpunkt der Computernutzung, anstatt die aufwendige Verarbeitung ausschließlich auf Cloud-Dienste zu beschränken. Die neuen Geräte basieren auf Nvidia-RTX-Spark-Chips und richten sich insbesondere an Entwickler und Nutzer, die mit großen Modellen und anspruchsvollen Grafiklasten arbeiten.
Für lokale künstliche Intelligenz konzipierte Geräte
Der Preis des Surface Laptop Ultra beginnt bei 2599 US-Dollar, während das Modell mit einem leistungsstärkeren Chip bei etwa 3700 US-Dollar startet. Je nach Speicher- und Festplattenoptionen kann der Preis 5900 US-Dollar erreichen. Die Surface RTX Spark Dev Box, eine für Entwickler konzipierte Workstation, kostet ab 6000 US-Dollar.
Die Workstation wird mit Tools wie VS Code, GitHub Copilot CLI, Windows Subsystem for Linux und PowerShell 7 ausgeliefert. Microsoft zufolge kombiniert das Gerät eine zentrale Recheneinheit, eine Grafikprozessoreinheit, einen gemeinsamen Speicher und ein weiterentwickeltes Kühlsystem, um KI-Lasten direkt auf dem Gerät zu verarbeiten.
Ein hybrider Ansatz zwischen Gerät und Cloud
Microsoft präsentiert die neuen Geräte nicht als vollständigen Ersatz für die Cloud, sondern bewirbt ein hybrides Modell, das lokal ausgeführte kleinere Modelle mit leistungsfähigeren, in der Cloud gehosteten Modellen verbindet. Zudem arbeitet das Unternehmen an einer neuen Architektur, die Copilot die gemeinsame Nutzung lokaler und cloudbasierter Modelle ermöglicht.
Die vorgeschlagene Nutzung erstreckt sich neben der Softwareentwicklung auch auf die Erstellung von Inhalten, die Videobearbeitung und Spiele. Der Verkauf des Surface Laptop Ultra und der übrigen auf RTX Spark basierenden Geräte soll am 16. Oktober beginnen. Außerdem bietet Microsoft Nutzern, die MacBook-Pro-Geräte eintauschen, einen Rabatt von bis zu 1000 US-Dollar an – ein klarer Versuch, Entwickler aus dem Apple-Ökosystem zu Windows zu bewegen.
Isolierung der Aufgaben von KI-Agenten
Parallel zur Hardware hat Microsoft die Funktion Execution Containers in Windows 11 angekündigt. Sie soll die von KI-Agenten ausgeführten Prozesse in einer sichereren Laufzeitumgebung isolieren. Satya Nadella erklärte, dass die Funktion mit den neuen Surface-Geräten sowie für Nutzer von Windows 11 verfügbar sein werde.
Microsoft beabsichtigt außerdem, den persönlichen KI-Agenten Muse von Meta in Windows zu integrieren. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen die Ausführung von Agenten nicht lediglich als Benutzeroberflächenfunktion betrachtet, sondern als softwareseitige Arbeitslast, die Isolierung und lokale Rechenressourcen benötigt.
Was ändert sich in der Praxis?
Die wichtigste Veränderung besteht darin, einen Teil der KI-Last von Rechenzentren auf die Computer der Nutzer zu verlagern. Das könnte Entwicklern größere Möglichkeiten geben, Modelle lokal zu testen. Es geht jedoch mit hohen Preisen einher, und die Quelle nennt keine Einzelheiten zur Leistung oder dazu, in welchem Umfang Modelle und Software mit RTX-Spark-Chips kompatibel sind. Auch Asus, Dell, HP und Lenovo arbeiten an Windows-Geräten auf derselben Plattform; Dell hat den Vorverkauf der XPS 16 Creator Edition zu einem Preis von 3800 US-Dollar eröffnet.
Mit diesen Produkten versucht Microsoft, die Definition des Copilot+ PC auszuweiten, nachdem die ersten Schritte des Unternehmens durch die Verschiebung der Recall-Funktion aufgrund von Sicherheits- und Datenschutzdebatten beeinträchtigt worden waren. Die Grenzen des Schutzes durch Execution Containers sowie Einzelheiten zu ihrer Verfügbarkeit für alle Windows-11-Nutzer müssen jedoch noch weiter geklärt werden.