Künstliche Intelligenz

New York Times verklagt Brave wegen Umgehung von Paywalls und Bereitstellung unlizenzierten Inhalts für KI-Unternehmen

Brave Software sieht sich einer Klage der New York Times und anderer Medienorganisationen gegenüber, die dem Unternehmen vorwirft, Paywalls zu umgehen und über ihre Such-API Nachrichtendaten an KI-Unternehmen zu verkaufen.

2026-11-03
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certi.news
New York Times verklagt Brave wegen Umgehung von Paywalls und Bereitstellung unlizenzierten Inhalts für KI-Unternehmen

Das Unternehmen Brave Software, der Entwickler des bekannten Browsers, sieht sich einer großen Klage ausgesetzt, die von der New York Times und einer Gruppe weiterer Medienorganisationen eingereicht wurde. Die Klage wirft dem Unternehmen vor, die Paywalls von Nachrichten-Websites illegal zu umgehen und als „Vertreiber“ von gestohlenen Nachrichteninhalten für Unternehmen der generativen Künstlichen Intelligenz zu fungieren.

Den bei einem Bundesgericht im Bezirk Süd-New York eingereichten Dokumenten zufolge wird Brave beschuldigt, die Inhalte von Redakteuren ohne Erlaubnis zu verwerten. Schätzungen zufolge hat das Unternehmen mehr als 100 Millionen Dollar durch das Kopieren und den Weiterverkauf von Verlagsarbeiten erzielt. Die Klage behauptet, dass KI-Unternehmen Brave dafür bezahlen, direkte Inhalte aus dem Suchindex von Brave (Brave Search API) zu erhalten, um diese für das Training ihrer Modelle oder zur Beantwortung von Benutzeranfragen zu nutzen.

Vorwürfe wegen Urheberrechtsverletzungen und des DMCA

Die Anklageschrift enthält verschiedene Arten von Urheberrechtsverletzungen, darunter direkte und beihilfreiche Verletzungen sowie Verstöße gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) durch die Umgehung technologischer Maßnahmen, die von Zeitungen eingerichtet wurden, um den Zugriff auf ihre Artikel zu beschränken. Die folgenden Punkte werden als wesentliche Beweise in dem Fall hervorgehoben:

  • Funktion zur Umgehung von Paywalls: Die Kläger behaupten, dass der Brave-Browser eine Standardeinstellung enthält, die es Benutzern ermöglicht, hinter Paywalls verborgene Inhalte zu lesen.
  • Ersetzung von Werbung: Die Kläger werfen dem Browser vor, die Werbung der Original-Websites zu blockieren und sie durch eigene Werbung von Brave zu ersetzen, was Verlage um die Einnahmen aus der Digitalwerbung bringt.
  • Belieferung von KI-Unternehmen: Die Klage wies darauf hin, dass die Programmierschnittstelle (API) von Brave von namhaften Akteuren im Bereich der Künstlichen Intelligenz wie Anthropic, Perplexity, Mistral, xAI, Cohere und You.com genutzt wird.

Warum diese Nachricht wichtig ist

Dieser Fall legt den Grundstein für einen neuen Rechtsstreit über die „Datenversorgungskette“ im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Bei der Angelegenheit geht es nicht nur um einen Webbrowser, sondern darum, wie Daten von Verlagen zu den großen Sprachmodellen (LLMs) fließen. Sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten, könnte dies zu einer drastischen Änderung der Art und Weise führen, wie KI-Unternehmen ihre Echtzeitdaten erhalten, und strenge Einschränkungen für die Rolle von Browsern und Suchmaschinen als Vermittler bei der Bereitstellung von Daten zur Folge haben.

Der Fall spiegelt zudem das Ausweitung der rechtlichen Auseinandersetzung wider, die Medienorganisationen gegen Technologieriesen führen; so hatte die New York Times zuvor ähnliche Klagen gegen OpenAI und Microsoft eingereicht, was auf einen Trend zur Neudefinition des Konzepts der „fairen Verwendung“ (Fair Use) im Kontext des Trainings von KI-Modellen mit urheberrechtlich geschützten Inhalten hindeutet.

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certi.news

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