Künstliche Intelligenz

Google Cloud bringt Gemini Enterprise for Legal zur Automatisierung der Arbeit von Rechtsteams auf den Markt

Google Cloud hat Gemini Enterprise for Legal in der Preview-Phase vorgestellt. Die Plattform richtet sich an Rechtsteams und Anwaltskanzleien, um Vertragsprüfungen, juristische Recherchen, die Beobachtung von Gesetzesänderungen und Anfragen auf Datenzugriff zu automatisieren. Sie basiert auf KI-Agenten und lässt sich in bestehende Rechtssysteme integrieren, ergänzt um Werkzeuge für Governance und Datenschutz.

2026-08-26
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certi.news
Google Cloud bringt Gemini Enterprise for Legal zur Automatisierung der Arbeit von Rechtsteams auf den Markt

Google Cloud hat Gemini Enterprise for Legal vorgestellt, ein auf Rechtsabteilungen und Anwaltskanzleien zugeschnittenes KI-Paket, das zunächst in einer Preview-Phase verfügbar ist. Die Plattform richtet sich an Aufgaben wie juristische Recherchen, Vertragsprüfungen, die Beobachtung regulatorischer Entwicklungen und die Verwaltung von Anfragen zum Zugriff auf personenbezogene Daten. Dabei kommen KI-Agenten zum Einsatz, die sich mit den in Unternehmen verwendeten Arbeitssystemen verbinden.

Zu den laut Google Cloud frühen Nutzern gehören die Kanzleien Cleary, Freshfields, Weil und Williams & Connolly. Preise für die Plattform hat das Unternehmen bislang nicht bekannt gegeben.

Eine Branchenplattform statt eines allgemeinen Werkzeugs

Gemini Enterprise for Legal ist Teil der Strategie von Google Cloud, über die Plattform Gemini Enterprise spezialisierte Pakete für bestimmte Branchen anzubieten, statt sich auf ein allgemeines KI-Werkzeug zu beschränken. Das Unternehmen hat außerdem Gemini Enterprise for Financial Services angekündigt. Die juristische Version konzentriert sich auf Agenten, Fähigkeiten und Datenverbindungen sowie auf Verbesserungen, die auf juristische Arbeitsabläufe ausgerichtet sind.

Zu den unterstützten Aufgaben gehören die Erstellung juristischer Memos und Texte, die Überprüfung von Quellen und Zitaten, die Verwaltung des Vertragslebenszyklus, die Beobachtung regulatorischer Änderungen sowie die Bearbeitung von Anfragen betroffener Personen oder DSAR. Die Plattform kann außerdem rechtliche Neuerungen und Entwicklungen bei Gerichten mit Unternehmensrichtlinien vergleichen und dabei helfen, risikoreiche Klauseln in Lieferantenverträgen und Geheimhaltungsvereinbarungen zu erkennen.

Integration in bestehende Rechtssysteme

Die Plattform bietet Integrationen auf Basis des MCP-Protokolls mit Diensten wie Courtroom5, Docusign, Everlaw, Harvey, iManage, Legora, NetDocuments, RelativityOne und Thomson Reuters. Diese Integrationen sollen KI-Agenten in die Lage versetzen, auf Dateien und Daten in verschiedenen Systemen zuzugreifen und dabei die bestehenden Zugriffsberechtigungen beizubehalten.

Dazu gehört auch die Integration mit Harvey und Legora, zwei auf juristische KI spezialisierten Werkzeugen. Die Plattform kann verwendet werden, um personenbezogene Daten aus mehreren Systemen zusammenzutragen und die Bearbeitung von DSAR-Anfragen zu beschleunigen sowie Vertragsleitfäden zu erstellen, die sich am Verhandlungsstil des Unternehmens orientieren, wie er in früheren Verträgen zum Ausdruck kommt.

Gemini Enterprise for Legal unterstützt außerdem die Identifizierung personenbezogener oder sensibler Informationen in Dokumenten, die Gerichten vorgelegt werden, und schlägt deren Schwärzung vor. Darüber hinaus können Geheimhaltungsvereinbarungen erstellt werden, die den internen Standards des Unternehmens entsprechen.

Was ändert sich praktisch für Rechtsteams?

Der angekündigte praktische Nutzen besteht nicht nur in der Erstellung juristischer Texte, sondern auch darin, die Agenten mit dem Kontext, den Systemen und den bestehenden Verfahren des Unternehmens zu verbinden. Dies könnte den Bedarf verringern, Dateien manuell zwischen mehreren Werkzeugen zu übertragen. Es beseitigt jedoch nicht die Notwendigkeit einer menschlichen Überprüfung der Ergebnisse, insbesondere bei juristischen Recherchen, der Erstellung von Dokumenten und Compliance-bezogenen Entscheidungen.

Datenschutz und Governance bleiben zentrale Prüfpunkte

Google Cloud zufolge übernimmt die Plattform die Zugriffsberechtigungen und Informationsbarrieren der verbundenen Systeme. Die Daten aller Kunden, Anfragen und Ausgaben bleiben demnach innerhalb der privaten Cloud-Umgebung des Unternehmens und werden nicht zum Training der grundlegenden Gemini-Modelle verwendet. Außerdem umfasst die Plattform Werkzeuge für das Risikomanagement, Prüfprotokolle und eine zentrale Governance.

Das Unternehmen erklärt, dass die Ergebnisse juristischer Recherchen auf primären Rechtsquellen beruhen, statt sich ausschließlich auf Trainingsdaten des Modells zu stützen. Zum Partnernetzwerk gehören Accenture, Deloitte und KPMG. Da sich das Produkt noch in der Preview-Phase befindet und keine Preisinformationen vorliegen, bleiben Skalierbarkeit, Kosten und die Genauigkeit der Ergebnisse bei tatsächlichen juristischen Anwendungen offene Fragen, die Unternehmen vor einer breiten Nutzung bewerten müssen.

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