Medizintechnik

Das Startup Legato stellt KI-gestützte Hörbrillen nach einer Finanzierung von 12 Millionen US-Dollar vor

Legato hat sich nach einer Finanzierung von 12 Millionen US-Dollar aus der Geheimhaltungsphase zurückgezogen und Legato Frames vorgestellt – eine Brille, die eine Hörassistenztechnologie in die Bügel des Rahmens integriert. Das Unternehmen richtet sich an Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust. Die Markteinführung wird für den Herbst 2026 über ausgewählte Augenpflegeanbieter in den USA erwartet.

2026-08-26
4 Min. Lesezeit
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certi.news Editorial Team
Das Startup Legato stellt KI-gestützte Hörbrillen nach einer Finanzierung von 12 Millionen US-Dollar vor

Das auf Hörtechnologien spezialisierte Startup Legato hat nach einer Finanzierung von 12 Millionen US-Dollar seinen Rückzug aus der Geheimhaltungsphase bekannt gegeben und einen ersten Blick auf seine KI-gestützte Hörbrille gewährt, die den Namen Legato Frames trägt. Nach Angaben des Unternehmens wird die Markteinführung später im Herbst 2026 über ausgewählte Augenpflegeanbieter in den gesamten USA erwartet.

Die Brille integriert Legatos patentierte Hörassistenztechnologie in die Bügel des Brillenrahmens, statt sie als separates herkömmliches Hörgerät anzubieten. Das Unternehmen richtet sich an Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust – eine Gruppe, die nach eigenen Angaben den größten Anteil der von diesem Problem betroffenen Menschen ausmacht.

Ein Design, das Hören in den Alltag integriert

Legato wurde Ende 2024 von Mehul Trivedi und Steve Romine gegründet, die beide über frühere Erfahrung mit Wearables und Hörversorgung verfügen. Trivedi leitete bei Bose die Entwicklung der Bose Frames und arbeitete anschließend bei EssilorLuxottica an Initiativen zu Smart Glasses und Meta Ray-Bans. Romine leitete die Hörgeräteabteilung von Bose und war später als Chief Operating Officer beim Hörversorgungsunternehmen Audicus tätig.

Das Unternehmen erklärt, sein Ziel bestehe darin, drei mit herkömmlichen Hörgeräten verbundene Hürden anzugehen: Kosten, Tragekomfort und gesellschaftliche Stigmatisierung. Dafür entwickelte es ein eigenes Audiosystem, eine Signalverarbeitungsarchitektur und eine mechanische Konstruktion, die eine Verringerung von Größe und Gewicht der Brille ermöglicht und zugleich ein Erscheinungsbild bewahrt, das gewöhnlichen Brillen nahekommt.

Legato verwendet ein KI-gestütztes System, um zwischen Hintergrundgeräuschen und menschlichen Stimmen zu unterscheiden und anschließend die Stimmen zu verstärken, statt sich ausschließlich auf Richtmikrofone zu verlassen, die sich auf eine bestimmte Schallquelle konzentrieren. Nach der Erläuterung des Unternehmens soll dieser Ansatz die Verständlichkeit von Gesprächen in belebten Umgebungen wie Restaurants verbessern, in denen die Ausrichtung des Mikrofons möglicherweise nicht ausreicht.

Was ändert sich praktisch?

Legato Frames verfügen über ein Open-Ear-Design und ein duales Lautsprechersystem, das den Ton auf den Nutzer richtet und zugleich den Schall nach außen für andere Personen reduziert. Das Unternehmen erklärt, dass der austretende Schall bereits in wenigen Zentimetern Abstand vom Ohr um 99 % sinkt. Außerdem beschreibt es das Produkt als eine Lösung, die nur wenig Einrichtung oder manuelle Steuerung benötigt und für die ganztägige Nutzung konzipiert ist.

Dieser Punkt ist wichtig, weil Legato die Brille nicht lediglich als eigenständiges technisches Zubehör anbietet, sondern als Möglichkeit, die Hörversorgung in ein Produkt zu integrieren, das der Nutzer ohnehin aus optischen Gründen trägt. Mehul Trivedi ist der Ansicht, dass eine Gestaltung der Hörversorgung ähnlich der Gewöhnung der Menschen an Augenuntersuchungen und Brillen dazu beitragen könnte, die Zurückhaltung bei der Inanspruchnahme einer Behandlung zu verringern. In dem Beitrag heißt es, dass in den USA nur etwa 20 % der Erwachsenen, bei denen ein Hörverlust diagnostiziert wurde, eine Behandlung anstreben – von geschätzten 50 Millionen Erwachsenen, die von Hörverlust betroffen sind.

Finanzierung, Verfügbarkeit und offene Einschränkungen

Die Finanzierung kam von Neotribe Ventures, Listen und Village Global. Legato will die Mittel größtenteils für die Produktentwicklung sowie für Marketingmaßnahmen einsetzen. Zum Zeitpunkt der Markteinführung erwartet das Unternehmen, dass die Brille über ausgewählte Kliniken und Augenpflegeanbieter verkauft wird und „einen Bruchteil“ des Preises herkömmlicher Hörgeräte kosten soll. Beim Kauf in einer Augenarztpraxis könnte sie möglicherweise für eine Erstattung durch eine Sehkraftversicherung infrage kommen.

Der endgültige Preis, das genaue Einführungsdatum und die Einzelheiten des Versicherungsschutzes wurden in dem Beitrag jedoch nicht festgelegt. Auch die Aussagen des Unternehmens zur Wirksamkeit in lauten Umgebungen, zur Akkulaufzeit, zur Genauigkeit der Stimmtrennung und zur Eignung des Produkts für verschiedene Grade von Hörverlust müssen nach der Markteinführung durch eine unabhängige praktische Bewertung überprüft werden. Der Hinweis auf eine mögliche Verringerung des Risikos von Depressionen und Demenz durch verbessertes Hören wurde von Trivedi im Zusammenhang mit seinen Ausführungen zu den Vorteilen der Hörversorgung geäußert und stellt kein veröffentlichtes Ergebnis eines speziellen Tests von Legato Frames dar.

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TechCrunch Hardware
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certi.news Editorial Team

Das Wichtigste

Legato hat die KI-gestützten Hörbrillen Legato Frames vorgestellt, die Hörunterstützung in einen Brillenrahmen integrieren sollen. Das Unternehmen erwartet eine Markteinführung im Herbst 2026 über ausgewählte Augenpflegeanbieter in den USA. Der endgültige Preis, das genaue Startdatum und die unabhängige Wirksamkeit des Produkts stehen jedoch noch nicht fest.

  • Legato hat 12 Millionen US-Dollar von Neotribe Ventures, Listen und Village Global eingesammelt.
  • Legato Frames richten sich an Menschen mit leichtem bis mittelschwerem Hörverlust und integrieren die Hörunterstützung in die Bügel des Brillengestells.
  • Das System nutzt künstliche Intelligenz, um menschliche Stimmen von Hintergrundgeräuschen zu unterscheiden und so die Verständlichkeit von Gesprächen in belebten Umgebungen zu verbessern.
  • Die Brille verfügt über ein offenes Ohrdesign und zwei Lautsprecher. Nach Angaben des Unternehmens wird der Schallverlust wenige Zentimeter vom Ohr entfernt um 99 Prozent reduziert.
  • Die Markteinführung wird für Herbst 2026 über ausgewählte Kliniken und Augenpflegeanbieter in den USA erwartet.
  • Der Artikel nennt weder den endgültigen Preis noch das genaue Startdatum oder Einzelheiten zum Versicherungsschutz. Außerdem müssen die Leistungsangaben unabhängig bewertet werden.

FAQ

Was sind Legato Frames?

Legato Frames sind Hörbrillen von Legato, die KI-gestützte Hörunterstützung in einen Brillenrahmen integrieren.

Wann und wo sollen Legato Frames auf den Markt kommen?

Legato erwartet eine Markteinführung im Herbst 2026 über ausgewählte Augenpflegeanbieter in den USA.

An wen richten sich die Brillen?

Sie richten sich an Menschen mit leichtem bis mittelschwerem Hörverlust.

Ist der Preis der Brille bekannt?

Der endgültige Preis wurde nicht festgelegt. Das Unternehmen erklärte lediglich, dass er möglicherweise nur einen Bruchteil des Preises herkömmlicher Hörgeräte betragen könnte.

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