Adam Mosseri, CEO von Instagram, wies Vorwürfe zurück, Meta habe der Öffentlichkeit negative Informationen über seine Produkte vorenthalten. Er sagte dies während seiner Aussage vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat California im Rahmen einer von 29 US-Bundesstaaten angeführten Klage gegen das Unternehmen.
In der Klage wird geprüft, ob Metas Produkte so gestaltet wurden, dass sie bei jungen Menschen eine abhängige Nutzung fördern, und ob dies zu Problemen wie Angstzuständen und Depressionen bis hin zu Suizidgedanken oder Suizidversuchen beigetragen haben könnte, wie Anadolu Agency unter Berufung auf einen Bericht der Zeitung The Guardian meldete. Die Vorwürfe stellen kein endgültiges Urteil gegen das Unternehmen dar, da der Prozess noch andauert.
Was sagte Mosseri vor Gericht?
Mosseri antwortete auf Fragen zu dem Vorwurf, Meta halte negative Informationen zurück, und sagte, er versuche nicht, sein Team dazu zu bewegen, irgendetwas zu verbergen. Bei der Beantwortung der Frage, warum das Unternehmen keine Daten über die rückläufige Nutzung von Sicherheitsfunktionen für junge Menschen veröffentliche, erklärte er jedoch, dass das Unternehmen nicht jede Statistik veröffentliche, über die es verfüge.
Diese Antwort ist für den Fall unmittelbar relevant, da es in dem Streit nicht nur darum geht, ob Sicherheitsinstrumente vorhanden sind, sondern auch um die Art der Daten, deren Veröffentlichung das Unternehmen für die Öffentlichkeit auswählt, sowie um die Frage, inwieweit es über die Nutzung und Wirksamkeit dieser Instrumente ausreichend informiert. Ob dieses Maß an Offenlegung den gesetzlichen Anforderungen genügt, wird Teil der Prüfung durch das Gericht sein.
Eine Klage mit mehreren Schwerpunkten
Die Vorwürfe von California, Colorado, Kentucky und New Jersey stützen sich auf die Gesetze der Bundesstaaten, während die Vorwürfe der übrigen 25 Bundesstaaten auf Bundesgesetzen beruhen. Der Artikel berichtete, dass die Vorwürfe der 25 Bundesstaaten zum Thema „Design und Abhängigkeit“ später in getrennten Sitzungen verhandelt werden sollen.
Es wird erwartet, dass der Prozess Wochen dauern wird und dass Führungskräfte, derzeitige und ehemalige Mitarbeiter sowie Experten für Psychologie angehört werden. Zuvor hatte ein ehemaliger Meta-Mitarbeiter dem Unternehmen vorgeworfen, finanzielle Interessen über die Sicherheit von Kindern zu stellen. Diese Darstellung weist das Unternehmen zurück; das Gericht behandelt sie im Rahmen der vorgelegten Beweise und Zeugenaussagen.
Was könnte sich praktisch ändern?
Die Jury hat in diesem Fall lediglich eine beratende Funktion, während Richterin Yvonne Gonzalez Rogers die endgültige Entscheidung über Metas Verantwortung sowie über mögliche gegen das Unternehmen zu verhängende Geldstrafen oder Maßnahmen trifft. Dem Artikel zufolge könnte das Urteil ähnliche Klagen in anderen Bundesstaaten beeinflussen und Meta dazu veranlassen, die Funktionsweise von Facebook und Instagram zu ändern.
Meta erklärte, eine Niederlage in der Klage könnte das Unternehmen Strafen von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar aussetzen. Der Artikel bezeichnete diese Summe als nahezu so hoch wie der Marktwert des Unternehmens und als beispiellos in der Geschichte des Rechts. Das endgültige Ergebnis sowie die Höhe einer möglichen Strafe oder betrieblicher Änderungen bleiben jedoch offen, bis der Prozess abgeschlossen ist und die Richterin eine Entscheidung getroffen hat.
Die redaktionelle Einordnung von certi.news
Die wichtigste Information ist hier nicht nur die Zurückweisung der Vorwürfe durch den CEO, sondern auch die Verlagerung der Diskussion auf die Gestaltung der Plattformen, die Messung ihrer Risiken für Minderjährige und die Offenlegung der Ergebnisse von Sicherheitsfunktionen. Sollte das Gericht zu dem Schluss kommen, dass Meta verantwortlich ist, könnte der Fall zu einem praktischen Maßstab für die Bewertung des Designs sozialer Plattformen und der Daten werden, die Technologieunternehmen zum Schutz von Kindern vorlegen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt belegt die Quelle jedoch nicht, dass das Gericht eine dieser Behauptungen entschieden hat.