Künstliche Intelligenz

Wie viel Code überlassen Entwickler tatsächlich KI-Programmieragenten?

Die Ergebnisse der weltweiten JetBrains-Umfrage 2026 zeigen, dass Programmieragenten nach Einschätzung der Befragten rund 47 % des von professionellen Entwicklern produzierten Codes schreiben, dass die vollständige Abhängigkeit von ihnen jedoch weiterhin eine Minderheit darstellt. Deutliche Unterschiede zeigen sich je nach Erfahrung, KI-Tool, Programmiersprache und geografischer Region.

2026-08-26
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certi.news Editorial Team
Wie viel Code überlassen Entwickler tatsächlich KI-Programmieragenten?

Die Ergebnisse der JetBrains Developer Ecosystem Survey 2026 deuten darauf hin, dass der Einsatz von Programmieragenten die Phase begrenzter Experimente überschritten hat, sich bei der Mehrheit der Entwickler jedoch noch nicht zu einer vollständigen Arbeitsweise entwickelt hat. Mehr als 15.000 professionelle Entwickler, die zwischen Mai und Juli 2026 an der Umfrage teilnahmen, machten Angaben zum Anteil des Codes, den sie im vorangegangenen Monat für ihre Arbeit erstellt hatten und der entweder vollständig von KI-Agenten generiert, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz geschrieben oder ohne jegliche Unterstützung manuell verfasst worden war.

Nach den von JetBrains veröffentlichten Durchschnittswerten der Teilnehmer wurden etwa 47 % des Codes vollständig von Agenten generiert, etwa 38 % mit Unterstützung künstlicher Intelligenz geschrieben und etwa 27 % vollständig manuell verfasst. Die Studie präsentiert diese Anteile so, wie sie in ihren Ergebnissen aufgeführt sind, obwohl ihre Summe 100 % übersteigt. Dies ist ein Punkt, der einer methodischen Prüfung bedarf, bevor man die Angaben als direkte rechnerische Verteilung sich gegenseitig ausschließender Kategorien behandelt.

Die vollständige Abhängigkeit bleibt eine Minderheit

Trotz des Rückgangs manueller Programmierung nutzen die meisten Entwickler Agenten nicht zum Schreiben ihres gesamten Codes. JetBrains zufolge schreiben mehr als die Hälfte der Entwickler weniger als 20 % ihres Codes manuell, und einer von fünf Entwicklern schreibt überhaupt keinen Code ohne Unterstützung künstlicher Intelligenz. Demgegenüber erzeugen nur etwa 22 % der Teilnehmer mehr als 80 % ihres Codes mithilfe von Agenten.

Dieses Ergebnis zeichnet ein anderes Bild als die verbreiteten Behauptungen, dass „100 % des Codes“ inzwischen automatisch generiert würden. Der allgemeine Trend ist eindeutig, doch die tatsächliche Nutzung entspricht eher einer Mischung aus vollständiger Generierung, teilweiser Unterstützung und manueller Arbeit als einer umfassenden Ablösung des Entwicklers.

Erfahrenere Entwickler treiben die Einführung voran

Die Studie zeigt, dass Entwickler mit umfangreicher Erfahrung zu den ersten Gruppen gehören, die einen großen Teil des Schreibens von Code an Agenten übertragen. Etwa ein Viertel der Senior-Entwickler generiert mehr als 80 % seines Codes mithilfe von Agenten. Dieser Anteil liegt über dem der Einsteiger, die eher zu einer durch künstliche Intelligenz unterstützten Arbeitsweise als zu einer vollständigen Abhängigkeit von Agenten neigen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alle erfahrenen Entwickler die agentenbasierte Arbeitsweise übernommen haben; JetBrains betont vielmehr die großen Unterschiede innerhalb dieser Gruppe. Praktisch deutet das Ergebnis darauf hin, dass Erfahrung nicht zwangsläufig zur Aufgabe manueller Programmierung führt, Entwickler aber möglicherweise eher bereit sind, einen größeren Teil des Generierungsprozesses zu delegieren.

Unterschiede zwischen Tools und Programmiersprachen

Unter den Nutzern von Claude Code generieren etwa 32 % mehr als 80 % ihres Codes mithilfe von Agenten. Bei den Codex-Nutzern steigt dieser Anteil auf 42 %. Außerdem schreiben 37 % der Codex-Nutzer überhaupt keinen Code ohne Unterstützung künstlicher Intelligenz. Die Nutzer von Cursor ähneln den Nutzern von Claude Code relativ stark: Der durchschnittliche Anteil des von Agenten generierten Codes beträgt bei ihnen 58 %, und 28 % von ihnen setzen Agenten ein, um mehr als 80 % ihres Codes zu generieren.

JetBrains führt diese Unterschiede auf die Zusammensetzung der Nutzergruppen zurück, nicht allgemein auf die Qualität eines Tools. Die Nutzer von Claude Code bilden inzwischen eine breite Gruppe, während die Codex-Nutzerschaft laut der Interpretation der Studie möglicherweise einen größeren Anteil an Entwicklern umfasst, die Agenten besonders intensiv einsetzen.

Auf Ebene der Programmiersprachen verzeichnen Entwickler von Go, JavaScript und TypeScript mit 54 % bis 55 % die höchsten Durchschnittswerte beim von Agenten generierten Code. Entwickler von C und C++ weisen dagegen mit durchschnittlich 38 % den höchsten Anteil manuell geschriebenen Codes auf. Java- und Python-Entwickler liegen mit Durchschnittswerten zwischen 48 % und 51 % im Mittelfeld.

Die Geografie offenbart starke Unterschiede

Die regionalen Unterschiede gehören zu den auffälligsten Ergebnissen der Umfrage. In Ostasien, insbesondere in China, Japan und Südkorea, liegt der Anteil der Entwickler, die mehr als 80 % ihres Codes mithilfe von Agenten generieren, bei etwa 32 % bis 35 %. Damit nähert sich dieser Anteil dem Doppelten des in Europa und dem Vereinigten Königreich verzeichneten Niveaus von etwa 16 %.

Was verändert sich in der Praxis?

JetBrains teilte die Teilnehmer in drei Muster ein. Die „agentenbasierten Entwickler“ machen etwa 31 % der Entwickler aus und generieren durchschnittlich 84 % ihres Codes vollständig mithilfe von Agenten. Die „durch künstliche Intelligenz unterstützten Entwickler“ stellen etwa 47 % und weisen einen Durchschnitt von 40 % vollständig generiertem Code sowie 60 % mit Unterstützung künstlicher Intelligenz geschriebenem Code auf. Die „manuellen Entwickler“ machen etwa 23 % aus und schreiben durchschnittlich 75 % ihres Codes manuell, bei begrenzter Nutzung der vollständigen Generierung.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesen Zahlen ist, dass der Wandel nicht als binärer Übergang zwischen manueller und agentenbasierter Programmierung stattfindet, sondern über ein Spektrum von Arbeitsweisen. Dieses Spektrum wird durch Erfahrung, Tool, Programmiersprache und Region beeinflusst. Das bedeutet, dass eine einzige Nutzungsquote zur Messung der Einführung von Agenten große Unterschiede in der tatsächlichen Arbeitsweise verbergen kann.

Die Aussagekraft dieser Ergebnisse bleibt dadurch begrenzt, dass sie auf den Selbsteinschätzungen der Entwickler beruhen und der extrahierte Text keine ausreichenden Details zur Methodik der Musterklassifizierung oder zur Berechnung der Durchschnittswerte liefert. JetBrains kündigte außerdem an, weitere Materialien aus derselben Umfrage zur agentenbasierten Entwicklung zu veröffentlichen.

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certi.news Editorial Team

Das Wichtigste

Die JetBrains-Umfrage von 2026 zeigt, dass Programmieragenten in unterschiedlichem Ausmaß an der Erstellung von Entwicklercode beteiligt sind, eine vollständige Abhängigkeit von ihnen jedoch weiterhin eine Minderheit darstellt. Die Nutzungsintensität variiert je nach Erfahrung der Entwickler, Tool, Programmiersprache und Region. Die Ergebnisse beruhen auf Selbsteinschätzungen der Teilnehmenden.

  • Die Teilnehmenden schätzten, dass etwa 47 % des Codes vollständig von KI-Agenten generiert, etwa 38 % mit Unterstützung von KI geschrieben und etwa 27 % vollständig manuell verfasst werden. JetBrains weist darauf hin, dass die Summe dieser Anteile über 100 % liegt.
  • Etwa 22 % der Teilnehmenden generieren mehr als 80 % ihres Codes mit Agenten, während etwa jeder Fünfte überhaupt keinen Code ohne KI-Unterstützung schreibt.
  • Der Anteil derjenigen, die mehr als 80 % ihres Codes mit Agenten generieren, lag bei etwa 32 % unter den Nutzern von Claude Code und 42 % unter den Nutzern von Codex, gegenüber 28 % bei den Nutzern von Cursor.
  • Go-, JavaScript- und TypeScript-Entwickler verzeichneten mit 54 % bis 55 % die höchsten Durchschnittswerte für agentengenerierten Code, während C- und C++-Entwickler mit 38 % den höchsten Durchschnittswert für manuell geschriebenen Code aufwiesen.
  • Der Anteil der Nutzer mit hoher agentischer Abhängigkeit lag in China, Japan und Südkorea bei etwa 32 % bis 35 %, gegenüber etwa 16 % in Europa und im Vereinigten Königreich.
  • JetBrains teilte die Entwickler in agentische Entwickler mit 31 %, KI-unterstützte Entwickler mit 47 % und manuelle Entwickler mit 23 % ein.

FAQ

Verlassen sich die meisten Entwickler darauf, dass Agenten ihren gesamten Code schreiben?

Nein. Der Anteil derjenigen, die mehr als 80 % ihres Codes mit Agenten generieren, liegt laut den Umfrageergebnissen bei nur etwa 22 % der Teilnehmenden.

Die Nutzer welcher Programmiertools verzeichneten die höchste Abhängigkeit von Agenten?

Unter den Nutzern von Codex war der Anteil derjenigen, die mehr als 80 % ihres Codes mit Agenten generieren, mit etwa 42 % am höchsten, verglichen mit etwa 32 % bei Claude Code und 28 % bei Cursor.

Unterscheiden sich die Ergebnisse je nach Programmiersprache?

Ja. Go-, JavaScript- und TypeScript-Entwickler wiesen die höchsten Durchschnittswerte für agentengenerierten Code auf, während C- und C++-Entwickler den höchsten Anteil manuell geschriebenen Codes hatten.

Welche wesentlichen Einschränkungen gelten für die Umfrageergebnisse?

Die Ergebnisse beruhen auf Selbsteinschätzungen der Entwickler. Außerdem enthält der Text nicht genügend Details zur Methodik der Klassifizierung von Arbeitsweisen oder zur Berechnung bestimmter Durchschnittswerte.

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