Der erste nationale elektrische Hochgeschwindigkeitszug der Türkei hat während der dynamischen Sicherheitstests eine Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde erreicht. Dies gab der türkische Minister für Verkehr und Infrastruktur, Abdulkadir Uraloğlu, in einer schriftlichen Erklärung bekannt, die am 1. September 2026 veröffentlicht wurde. Die Zahl stellt eine Steigerung gegenüber der bisherigen Geschwindigkeit von 240 Kilometern pro Stunde dar, bedeutet jedoch noch nicht, dass der Zug den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat.
Das Unternehmen Türkiye Raylı Sistem Araçları Sanayii AŞ, kurz TÜRASAŞ, führt die Tests des Zuges in verschiedenen Phasen durch. Die Tests zur Sicherheit während der Fahrt begannen auf der Strecke Gebze–Eskişehir, während die Tests zwischen Eskişehir und Polatlı erfolgreich fortgesetzt werden. Uraloğlu erklärte, die Versuche würden gemäß dem festgelegten Programm sowie unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen und Geschwindigkeiten fortgesetzt, um die Fähigkeit des Zuges zu überprüfen, sicher, komfortabel und leistungsstark zu verkehren.
Was zeichnet den Zug aus?
Der Zug besteht aus acht Wagen mit einer aus Aluminium gefertigten Struktur und bietet Platz für 577 Fahrgäste. Zu den vom Ministerium genannten Ausstattungen gehören ein automatisches Zugbremssystem, elektromechanische Türen für den Fahrgastzugang, eine vollautomatische Klimaanlage, Brandmeldesysteme, Bildschirme sowie akustische und visuelle Komponenten zur Information der Fahrgäste und außerdem Überwachungskameras.
Zu den wichtigsten Systemen zählte der Minister das Zugsteuerungs- und Zugmanagementsystem sowie das Antriebssystem. Er erklärte, beide seien in Zusammenarbeit mit ASELSAN vollständig im Inland entwickelt und hergestellt worden. Dadurch geht das Projekt über die Herstellung des Zugaufbaus hinaus, da es auch die Entwicklung wesentlicher betrieblicher Komponenten für Steuerung und Bewegung umfasst, wie aus den Angaben der Erklärung hervorgeht.
Was ändert sich praktisch?
Die bekannt gegebene Leistung stellt einen Fortschritt in der Testphase dar, ist jedoch keine Ankündigung eines Termins für den kommerziellen Betrieb oder einer endgültigen Zulassung des Zuges für das Fahrgastnetz. Die festgelegte Betriebsgeschwindigkeit des Zugverbands beträgt 225 Kilometer pro Stunde, während die Testgeschwindigkeit 250 Kilometer pro Stunde erreicht hat. Daher bleibt die Frage nach dem Abschluss der verschiedenen Validierungstests und dem Übergang des Zuges in den tatsächlichen Betrieb offen; der Quelle zufolge wurde hierzu kein Termin genannt.
Im Hinblick auf die Nutzungserfahrung verfügt der Zug über Automaten für den Verkauf von Speisen und Getränken sowie Küchenbereiche. Außerdem gibt es zwei Abteile für Fahrgäste mit Behinderungen und Aufzüge, die Rollstuhlnutzern das Ein- und Aussteigen zwischen Bahnsteig und Wagen ermöglichen. Diese Einzelheiten zeigen, dass das Projekt auf einen vollständig ausgestatteten nationalen Zug für Schnellfahrten abzielt und nicht lediglich auf eine Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit bei Tests.
Redaktionelle Einordnung: Die Bedeutung der Nachricht liegt darin, dass sich das Projekt einer fortgeschrittenen Validierungsphase nähert und lokale Steuerungs- und Antriebssysteme in einen für den Betrieb mit 225 Kilometern pro Stunde vorgesehenen Hochgeschwindigkeitszug integriert wurden. Die verfügbaren Angaben belegen jedoch bislang nur eine Verbesserung der Testergebnisse und liefern noch keine Informationen über den Betriebsfahrplan, die Anzahl der Züge, die Ergebnisse der endgültigen Zulassung oder die kommerzielle Leistung im Netz.