NextEra Energy erhielt vom US-Energieministerium einen Kredit über 1,9 Milliarden Dollar zur Finanzierung der Sanierung des Kernkraftwerks Duane Arnold Energy Center im Bundesstaat Iowa, um es 2029 wieder in Betrieb zu nehmen. Google hatte im vergangenen Oktober angekündigt, die Wiederbelebung des seit Jahren stillgelegten Kraftwerks unterstützen zu wollen, während Berichten zufolge der Bau von bis zu sechs Rechenzentren in seiner Nähe geprüft wird.
Der Kredit ist die zweite große staatliche US-Finanzierung zur Wiederinbetriebnahme eines stillgelegten Kernkraftwerks, nachdem Constellation Energy im vergangenen Jahr einen Kredit über 1 Milliarde Dollar zur Wiederinbetriebnahme eines Reaktors im Kraftwerk Three Mile Island erhalten hatte. Dies deutet darauf hin, dass die Wiederverwendung bestehender Kernkraftanlagen Teil eines umfassenderen Trends zur Bereitstellung einer stabilen Stromversorgung für Technologieunternehmen geworden ist – parallel zur raschen Expansion von Rechenzentren für künstliche Intelligenz.
Kleineres Kraftwerk, aber für eine Wiederinbetriebnahme geeignet
Das Kraftwerk Duane Arnold ist seit 2020 außer Betrieb, nachdem ein schwerer Regensturm Schäden verursacht hatte. NextEra beschloss damals, es stillzulegen, anstatt es zu reparieren, zu einer Zeit, in der die reichliche Verfügbarkeit von billigem Erdgas die Kernenergie wirtschaftlich weniger attraktiv machte.
Im Rahmen der Sanierung will das Unternehmen die Leistung des Kraftwerks um rund 14 Megawatt erhöhen, sodass die Gesamtkapazität 615 Megawatt erreicht. Der CEO von NextEra, John Ketchum, sagte im vergangenen Jahr bei einer Telefonkonferenz zur Bekanntgabe der Ergebnisse, dass 50 Megawatt der örtlichen Elektrizitätsgenossenschaft zugeteilt werden sollen. Den im Ausgangsmaterial genannten Zahlen zufolge entspricht diese Menge 18 % des Wachstums der Stromnachfrage in Iowa seit 2021, also etwa ein Jahr vor der Einführung von ChatGPT.
James Danly, stellvertretender Energieminister, sagte, die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks werde die Stromkosten senken. In der genannten Stellungnahme legte er jedoch keine Einzelheiten dazu vor, wie diese Senkung zustande kommen oder wie sie an die Verbraucher weitergegeben werden soll.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Vereinbarung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die im Ausgangsmaterial genannten Prognosen davon ausgehen, dass sich der Stromverbrauch des Rechenzentrumssektors bis 2035 nahezu verdreifachen wird. Dadurch werden stillgelegte Kernkraftwerke für Technologieunternehmen und Netzbetreiber relativ attraktiv, da sie eine große, emissionsarme Erzeugungskapazität bereitstellen könnten, ohne auf den vollständigen Neubau eines Kraftwerks warten zu müssen.
Andere Unternehmen bewegen sich in dieselbe Richtung. Microsoft schloss mit Constellation Energy eine Vereinbarung zur Wiederinbetriebnahme eines 835-Megawatt-Reaktors in Three Mile Island, der 2028 wieder den Betrieb aufnehmen soll. Meta unterstützte außerdem den Weiterbetrieb des Clinton Clean Energy Center in Illinois, indem das Unternehmen sämtliche Zertifikate für saubere Energie des Kraftwerks mit einer Leistung von 1,1 Gigawatt kaufte, während der Strom tatsächlich in das örtliche Netz eingespeist wird.
Grenzen einer schnellen nuklearen Expansion
Der Erfolg dieser Vereinbarungen bedeutet nicht, dass jedes stillgelegte Kraftwerk ebenso schnell wiederbelebt werden kann. Die drei genannten Kraftwerke – Duane Arnold, Three Mile Island und Clinton – gelten in den Vereinigten Staaten als einige der vergleichsweise einfachsten Fälle für eine Wiederinbetriebnahme. Laut einem im Ausgangsmaterial zitierten Bericht könnte es höchstens ein oder zwei weitere Kandidaten geben, da Anlagen wie San Onofre in Kalifornien bereits länger stillgelegt sind und umfangreichere Arbeiten benötigen.
Die aktuelle Ankündigung bestätigt außerdem die Finanzierung, den Sanierungsplan und den angestrebten Termin, erläutert jedoch weder die vollständigen endgültigen Projektkosten noch Einzelheiten zu Googles endgültiger Vereinbarung über den Strombezug oder den Zeitplan für den Bau der möglichen Rechenzentren. Daher bleiben die praktischen Auswirkungen auf die Strompreise und die Verteilung der Energie zwischen Google und den örtlichen Verbrauchern Punkte, die weiter beobachtet werden müssen.