Bluecore Energy gab am 8. September 2026 bekannt, in einer überzeichneten Seed-Finanzierungsrunde 50 Millionen Dollar eingesammelt zu haben. Dies geschah nur wenige Monate, nachdem das Unternehmen in einer Pre-Seed-Runde 10 Millionen Dollar aufgenommen und den Stealth-Modus verlassen hatte. Die Finanzierung soll die Entwicklung kleiner Kernreaktoren unterstützen, die auf schwimmenden Lastkähnen gebaut werden, um Häfen und die nahegelegene Infrastruktur mit sauberem Strom zu versorgen.
Das Unternehmen wurde Anfang dieses Jahres von Kofi Asante gegründet und hat seinen Sitz im Hafen von Long Beach. Als es im Juli den Stealth-Modus verließ, erklärte das Unternehmen, es sei das erste Nuklearunternehmen mit Sitz in einem großen Hafen. Seitdem hat es zwei schwimmende Lastkähne zu Wasser gelassen und eine Zusammenarbeit mit der Abteilung für maritime Angelegenheiten des US-Verkehrsministeriums, der US-amerikanischen Nuclear Regulatory Commission (NRC) und der US-Küstenwache begonnen.
Von der Finanzierung zur aufsichtsrechtlichen Prüfung
Das System von Bluecore Energy wird derzeit von der NRC und der Küstenwache einer Designprüfung unterzogen. Wenn es diese Prüfungen besteht, wird das Verfahren zur Designgenehmigung für ein schwimmendes Kernkraftwerk führen. Die Quelle nennt jedoch weder einen erwarteten Zeitpunkt für den Erhalt dieser Genehmigung noch Einzelheiten zu den endgültigen Zulassungsanforderungen.
Asante sagte, die Kommunikation mit beiden Behörden habe bereits seit der Gründung des Unternehmens und der Konzeption des Projekts begonnen, während die formelle Zusammenarbeit im August angelaufen sei. Das Konzept des Unternehmens beruht darauf, die Erzeugungsquelle dorthin zu bringen, wo sie benötigt wird, anstatt auf den Bau einer festen Infrastruktur zu warten, der Jahre dauern kann. Laut Asante stützt es sich dabei auf den Einsatz mobiler Nukleartechnologien durch die US Navy.
Wofür wird das Kapital verwendet?
Das Unternehmen will die neuen Mittel für die weitere Produktentwicklung, die aufsichtsrechtliche Arbeit, den Kauf von Kernbrennstoff und die Einstellung von Personal verwenden. Asante sagte, das Unternehmen besitze bereits die Lastkähne und einen Reaktor und bereite sich darauf vor, Kernbrennstoff anzufordern und ihn an einen Partner in einem nationalen Nuklearlabor zu schicken.
Silverton Partners führte die Runde an, die innerhalb von acht Wochen abgeschlossen wurde. Auch frühere Investoren beteiligten sich, darunter Slauson & Co., Harlem Capital und Chris Larsen, der Mitgründer von Ripple, sowie neue Investoren wie Collab Capital, HartBeat Ventures und Angel-Investoren von Tesla, Uber, Amazon und Google.
Was ändert sich praktisch?
Wenn der aufsichtsrechtliche Weg erfolgreich ist, könnte die Idee den Einsatz mobiler nuklearer Erzeugungskapazität in der Nähe von Häfen, Rechenzentren und Gemeinden ermöglichen, die Strom und sauberes Wasser benötigen, anstatt jedes Projekt an ein neues festes Kraftwerk anzubinden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Technologie kommerziell einsatzbereit ist; das Design wird noch geprüft, und das Unternehmen hat in dem Material weder einen kommerziellen Betrieb noch eine endgültige Genehmigung angekündigt.
Bluecore Energy bezeichnet die Lieferkette als die größte Herausforderung, insbesondere die Sicherung von Komponenten und Ausrüstung in einem Tempo, das mit der erwarteten Nachfrage Schritt hält. Das Unternehmen erklärt, sein Team verfüge über Erfahrung bei SpaceX, Rivian und Toyota, und es versuche, ähnliche Methoden zur Beschaffung kritischer Teile anzuwenden. Die große Finanzierungsrunde sowie das Interesse von Häfen, KI-betriebenen Rechenzentren und verschiedenen Gemeinden zeigen ein finanzielles und marktbezogenes Interesse an der Idee; Fragen zu Sicherheit, Zulassung und großflächigem Betrieb sind jedoch noch nicht geklärt.