Das Unternehmen Cyclic Materials hat in der Stadt Mesa im US-Bundesstaat Arizona seine erste groß angelegte kommerzielle Anlage zum Recycling von Magneten seltener Erden eröffnet. Der Schritt soll die Verfügbarkeit dieser Materialien innerhalb der Vereinigten Staaten erhöhen und die Abhängigkeit von außerhalb des Landes konzentrierten Lieferketten verringern.
Die Anlage kann jährlich bis zu 25.000 Tonnen Produkte verarbeiten, die Magnete enthalten, nachdem diese mechanisch von Geräten getrennt wurden, die das Ende ihrer Betriebslebensdauer erreicht haben. Das Unternehmen hat nicht genau angegeben, welche Produkte die Anlage verarbeitet, unterzeichnete jedoch im Juli eine umfangreiche Vereinbarung mit dem Elektronikrecyclingunternehmen ERI.
Was produziert die Anlage?
Die Anlage nutzt die erste groß angelegte kommerzielle Anwendung der proprietären MagCycle-Technologie von Cyclic Materials. Die Technologie erzeugt ein Magnetkonzentrat seltener Erden namens Mag-Xtract sowie Kupfer, Aluminium und Stahl, die aus den verarbeiteten Materialien gewonnen werden.
Nach Angaben des Unternehmens sind bereits mehr als 7.000 Tonnen magnethaltiger Materialien in der Anlage eingetroffen, und die Verarbeitung hat begonnen. Cyclic Materials erwartet, später im September 2026 die ersten kommerziellen Lieferungen an Kunden in den Vereinigten Staaten zu versenden.
Warum ist diese Nachricht für die Automobil- und Energiebranche wichtig?
Permanentmagnete aus seltenen Erden werden in einer großen Zahl von Traktionsmotoren für Elektrofahrzeuge sowie in Generatoren von Windturbinen eingesetzt. Diese Materialien finden außerdem in Elektronik, Robotik, Industrieausrüstung, Komponenten für KI-Hardware und Verteidigungsanwendungen Verwendung.
Cyclic Materials zufolge könnte sich die weltweite Nachfrage nach seltenen Erden bis 2035 verdreifachen, angetrieben von den Bereichen Automobil, Energie, künstliche Intelligenz, Robotik, Elektronik und Verteidigung. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die Konzentration der globalen Lieferkette in China Hersteller anfälliger für Handelsbeschränkungen und geopolitische Störungen macht.
Was ändert sich in der Praxis?
Die Anlage schafft keine neue Bergbauquelle, sondern gewinnt nutzbare Materialien aus ausrangierten Produkten zurück. Dadurch könnte sie die neu gewonnenen Liefermengen ergänzen und einen zusätzlichen Weg schaffen, um US-amerikanische Hersteller mit Magnetmaterialien zu versorgen. Das Unternehmen erklärt, die Anlage sei 17 Monate nach ihrer Ankündigung fertiggestellt worden. Dieser Zeitraum spiegele die Überführung der MagCycle-Technologie in den kommerziellen Betrieb wider und nicht lediglich einen begrenzten Test.
Die tatsächlichen Auswirkungen des Projekts hängen weiterhin davon ab, ob der Zustrom gebrauchter Materialien aufrechterhalten und die erzeugten Produkte in Erzeugnisse umgewandelt werden können, die den Anforderungen der Kunden entsprechen. Die Quelle nennt weder die Arten der verarbeiteten Geräte noch die tatsächliche Produktionsmenge von Mag-Xtract. Außerdem bezeichnet die angegebene Kapazität die jährliche Verarbeitungskapazität und nicht eine bestätigte Menge der gewonnenen Elemente.
Nächster Schritt in South Carolina
Cyclic Materials entwickelt außerdem einen Recyclingkomplex in South Carolina, der 2028 eröffnet werden soll. Der Standort wird die Rückgewinnung von Magneten und die Raffination seltener Erden in einer einzigen Anlage verbinden und damit den Umfang der Tätigkeiten gegenüber der derzeitigen Anlage in Mesa erweitern.
Nach Angaben des CEO und Gründers Ahmed Ghahraman soll die Anlage in Mesa ressourcenreiche Produkte innerhalb der Vereinigten Staaten halten und neue heimische Kapazitäten für seltene Erden und kritische Metalle schaffen. Für Hersteller von Elektrofahrzeugen und Ausrüstung für erneuerbare Energien wird der grundlegende Wert des Projekts jedoch davon abhängen, wie regelmäßig die kommerziellen Lieferungen erfolgen und welche Qualität die zurückgewonnenen Materialien haben. Zu diesen beiden Aspekten enthielt die Ausgangsquelle keine vollständigen betrieblichen Details.