Die NASA gab bekannt, dass die Reparatur der abgelegenen Guam-Station abgeschlossen und ihre zentrale Antenne am 1. Juli 2026 wieder in Betrieb genommen wurde – mehr als drei Jahre, nachdem der Supertaifun Mawar wichtige Teile des Standorts zerstört hatte. Am 10. September veranstaltete die Behörde eine Eröffnungszeremonie, um die Rückkehr der Station zum vollständigen Betrieb zu feiern.
Die Guam-Station ist eine von drei Bodenstationen, die das Tracking and Data Relay Satellite (TDRS)-System unterstützen. Dieses stellt eine kontinuierliche Verbindung zwischen Raumfahrzeugen in der niedrigen Erdumlaufbahn und den Kontrollzentren am Boden bereit. Das System ermöglicht die Kommunikation mit Astronauten, die Übermittlung von Befehlen an Raumfahrzeuge und den Empfang von Missionsdaten.
Schäden durch den Taifun und ihre Auswirkungen auf die Abdeckung
Der Supertaifun Mawar traf die Insel Guam am 24. Mai 2023 als Taifun der Kategorie vier mit Windgeschwindigkeiten von 185 Meilen pro Stunde und mehr als 28 Zoll Niederschlag. Der Taifun zerstörte zwei Antennen mit einem Durchmesser von 16,5 Metern und beschädigte eine nördliche Antenne mit einem Durchmesser von 11 Metern sowie ein Gebäude des Inter Facility Link.
Der Verlust dieser Infrastruktur führte dazu, dass die NASA erstmals seit 1998 die sogenannte orbitale „Ausschlusszone“ (Zone of Exclusion) wieder öffnete. Dadurch sank die Abdeckung durch TDRS-Satelliten auf etwa 85 % der Raumfahrzeugbahn. Nach Angaben der Behörde hätte der Ausfall der Guam-Station dazu führen können, dass die Internationale Raumstation während jeder 90 Minuten dauernden Umlaufbahn bis zu 20 Minuten lang keine Verbindung zur Erde gehabt hätte.
Die NASA führte Notfallreparaturen an der am wenigsten beschädigten Antenne durch und lieh sich zwei mobile Stationen vom US-Militär, um die Abdeckung zu erweitern. Diese Maßnahmen trugen dazu bei, innerhalb weniger Monate einen teilweisen Dienst wiederherzustellen, wodurch im November 2023 die Unterstützung eines Weltraumspaziergangs ermöglicht wurde.
Was hat sich praktisch geändert?
Mit der Rückkehr der zentralen Antenne zum TDRS-Betrieb im Sommer 2026 wurde die Ausschlusszone erneut geschlossen und die Guam-Station kehrte zu ihrer vollständigen Rolle im Raumfahrtkommunikationsnetz zurück. Anfang 2025 stellte der Kongress Mittel für die Katastrophenhilfe bereit, um die Station wiederaufzubauen und das Netzwerk gegen künftige Stürme zu verstärken. Die Bauarbeiten begannen im Sommer desselben Jahres und wurden im Sommer 2026 abgeschlossen.
Die Finanzierung beschränkte sich nicht auf die Guam-Station, sondern finanzierte auch wichtige Modernisierungen an drei weiteren Stationen des Near Space Network. Die NASA erklärt, dass die kürzlich verstärkte Station zwei Supertaifunen überstand, die stärker als Mawar waren, und dabei nur begrenzte Schäden erlitt.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Reparatur zeigt, dass die Kontinuität der Raumfahrtkommunikation nicht allein von Satelliten abhängt, sondern auch von der Widerstandsfähigkeit der Bodenstationen, die sie mit den Missionen verbinden. Die Rückkehr Guams ist für bemannte Missionen besonders wichtig, weil ihr Ausfall den verfügbaren Kommunikationsspielraum mit Raumfahrzeugen im Orbit verringert. Die Quelle belegt jedoch lediglich die Wiederherstellung und Verstärkung der Station; technische Einzelheiten zur Konstruktion der neuen Schutzmaßnahmen oder zu zusätzlichen Ausweichplänen für den Fall künftiger Schäden am Standort werden nicht genannt.
Das Near Space Network wird von der Abteilung Space Communications and Navigation (SCaN) der NASA finanziert. Der Netzbetrieb wird vom Goddard Space Flight Center aus gesteuert, während die Reparaturen an der Guam-Station vom Glenn Research Center geleitet wurden.