Das kalifornische Parlament hat den Gesetzentwurf SB 868 verabschiedet, der als Plug and Play Solar Act bekannt ist. Damit sollen einige der regulatorischen Verfahren abgeschafft werden, die die Installation kleiner Solaranlagen behindern, die direkt an eine Steckdose angeschlossen werden können. Wenn die erforderlichen Schritte abgeschlossen sind und Gouverneur Gavin Newsom den Entwurf unterzeichnet, können Hauseigentümer und Mieter diese Anlagen kaufen und installieren, ohne zuvor eine Netzanschlussvereinbarung mit dem Versorgungsunternehmen einholen zu müssen.
Die Abstimmung macht das Gesetz noch nicht rechtswirksam. Der Entwurf wartet auf die Zustimmung des Senats zu den vom Repräsentantenhaus eingebrachten Änderungen, bevor er dem Gouverneur vorgelegt wird. Dieser hat 30 Tage Zeit, um über ihn zu entscheiden. Außerdem wurde eine Bestimmung aufgenommen, nach der die Ausnahme von der Netzanschlussvereinbarung am 1. Januar 2030 endet. Dies war eine Forderung der Versorgungsunternehmen. Nach Ansicht der Befürworter schafft dies einen vierjährigen Übergangszeitraum zur Bewertung des Marktes; der Gesetzgeber könnte den Ablaufzeitpunkt später aufheben.
Was würde sich praktisch ändern?
„Balkon-Solaranlagen“ bestehen aus kleinen, tragbaren Modulen, die an eine gewöhnliche Steckdose angeschlossen werden können, um die aus dem Netz bezogene Strommenge zu verringern. SB 868 soll ihre Verfügbarkeit in Wohnungen, Wohneinheiten und Einfamilienhäusern ausweiten, wobei bestimmte technische und sicherheitsbezogene Einschränkungen bestehen bleiben.
Der Entwurf begrenzt die Größe der Anlage auf 1.200 Watt. Laut dem Artikel reicht dieses Niveau aus, um alltägliche Geräte wie Kühlschränke, Beleuchtung, WLAN-Router und Klimaanlagen zu betreiben. Außerdem müssen die Anlagen von UL oder einem gleichwertigen nationalen Labor zertifiziert sein und sich bei einem Netzausfall innerhalb von Sekunden automatisch abschalten, um Versorgungsmitarbeiter zu schützen und elektrische Risiken zu verringern.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Environmental Working Group (EWG), die das Vorhaben gemeinsam mit dem Abundance Network unterstützt, erklärt, dass der Wegfall der Netzanschlussanforderungen eine zeitliche und finanzielle Hürde für Verbraucher senken könnte, insbesondere für Mieter und Haushalte mit niedrigem Einkommen. Die Organisation führt an, dass eine 400-Watt-Anlage etwa 14 % des Verbrauchs einer durchschnittlichen Wohnung abdecken könne und jährliche Einsparungen von ungefähr 250 Dollar ermögliche. Die Preise für diese Anlagen beginnen derzeit bei etwa 500 Dollar, während die EWG erwartet, dass eine Ausweitung des Marktes die Kosten senken wird.
Der Vorstoß für diese Anlagen steht auch mit den steigenden Kühlkosten während Hitzewellen in Verbindung. Laut EWG ist die Zahl der gefährlichen Hitzetage in Kalifornien landesweit um 55 % gestiegen, und hohe Stromrechnungen schränken die Fähigkeit von Millionen Einwohnern ein, Klimaanlagen zu betreiben. Diese Zahlen und Schätzungen stammen jedoch von der Befürworterin des Vorhabens und belegen allein noch nicht das tatsächliche Ausmaß der Auswirkungen nach der Umsetzung.
Kontext und offene Einschränkungen
Balkonanlagen sind in Europa weit verbreitet; der Artikel verweist auf die Installation von mehr als 4 Millionen Anlagen in Deutschland. In den Vereinigten Staaten war Utah Kalifornien voraus und beseitigte 2025 ähnliche Hindernisse. Außerdem verabschiedeten acht weitere Bundesstaaten Gesetze in dieselbe Richtung, während ein vergleichbarer Entwurf in New York ebenfalls dem Gouverneur vorlag.
Die wichtigste Änderung durch SB 868 ist die Vereinfachung des Zugangs zum Netz, nicht die Schaffung eines finanziellen Förderprogramms oder die Garantie einheitlicher Einsparungen für jedes Haus. Die Unterzeichnung durch Newsom, die Umsetzung der Zertifizierungs- und Abschaltstandards sowie das Schicksal der Ausnahme nach 2030 bleiben entscheidende Faktoren dafür, ob der Entwurf die Technologie in Kalifornien von einer begrenzten Option zu einem breiten Markt machen wird.