In Kalifornien steigt die Zahl der Tage, die als „große“ oder „extreme“ Hitzebelastung eingestuft werden, während Haushalte jährlich etwa 4 Milliarden US-Dollar für die Klimatisierung ihrer Wohnungen ausgeben. Laut einem neuen Bericht der Environmental Working Group erhöht der Betrieb von Klimaanlagen die jährlichen Stromrechnungen um 95 bis 800 US-Dollar. Gleichzeitig haben knapp 7 Millionen Stromkunden im Bundesstaat Zahlungsrückstände bei Versorgungsunternehmen.
Diese Zahlen stellen Haushalte vor die unmittelbare Entscheidung, entweder die gesundheitlich notwendige Kühlung zu nutzen und höhere Rechnungen zu tragen oder den Betrieb der Klimaanlagen einzuschränken und sich den Gefahren der Hitze auszusetzen. Der Bericht steht im Zusammenhang mit der Forderung, verbraucherseitigen Solaranlagen Vorrang einzuräumen, etwa Solarmodulen auf Dächern oder kleineren Anlagen für Balkone, da sie möglicherweise die Stromkosten für die Kühlung senken können.
Deutlicher Anstieg der Hitzebelastung
Die EWG stellte fest, dass die kalifornischen Countys durchschnittlich 191 Tage, also 52,3 % des Jahres, in Hitzebelastungsstufen verzeichneten, die der National Weather Service als groß oder extrem beschreibt. Der Durchschnitt dieser Tage stieg im Bundesstaat in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 55 %, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen gab.
Unter den im Bericht genannten Beispielen verzeichnete San Francisco mit 145 % den größten Anstieg, gefolgt von Sacramento County mit 111,4 % und Santa Clara County mit 100 %. In Riverside betrug der Anstieg 58,1 %, in Fresno 54,6 %, in San Diego County 40,2 % und in Los Angeles County 30,8 %.
Der Wandel beschränkt sich nicht auf die Binnenregionen. Küstengebiete sind zwar weniger Tagen extremer Hitze ausgesetzt, verfügen jedoch über weniger Möglichkeiten zur Kühlung von Wohnhäusern. Dort sind 70 % der Wohnungen mit Klimaanlagen ausgestattet, verglichen mit 92 % in den Binnen-Countys. In einigen Gebieten wie San Francisco sinkt der Anteil auf 35 %. Außerdem sind 64 % der Wohneinheiten mit zwei bis vier Schlafzimmern klimatisiert, verglichen mit 80 % der freistehenden Häuser.
Was ändert sich praktisch?
Die EWG weist darauf hin, dass eine typische Solaranlage auf dem Dach eines Hauses ausreichend Strom erzeugen kann, um den Bedarf einer zentralen Klimaanlage während eines ganzen Jahres zu decken. Eine kleinere, anschließbare Solaranlage auf einem Balkon könne dabei helfen, den Verbrauch einer Fensterklimaanlage auszugleichen. Damit stellt der Bericht Solarenergie als Instrument zur Senkung der Kühlkosten dar und nicht als von der Frage der Bezahlbarkeit von Stromrechnungen losgelöste Lösung.
Der Nutzen dieser Anlagen hängt jedoch nicht allein von ihrer Produktionskapazität ab. Dem Bericht zufolge erschweren Verfahren und regulatorische Hürden den Zugang zu Solarenergie, insbesondere für Mieter. Deshalb unterstützt die EWG den Gesetzentwurf SB 868, den der kalifornische Staatssenator Scott Wiener (Demokrat, San Francisco) eingebracht hat. Der Gesetzentwurf passierte im Mai den Senat und wird weiterhin in der Staatsversammlung geprüft.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Bedeutung der Entwicklung liegt darin, dass sie drei praktische Fragen miteinander verbindet: die Sicherheit der Bevölkerung während Hitzewellen, die Kosten für den Betrieb von Klimaanlagen und den möglichen Zugang von Hauseigentümern und Mietern zu Stromerzeugung am Ort des Verbrauchs. Der Bericht erklärt, dass Hitzeexposition mit Hitzschlag, Dehydrierung und anderen gesundheitlichen Schäden verbunden sein kann. Hayley Miller, Assistenzprofessorin an der University of California, San Francisco, wies zudem auf besondere Risiken im Zusammenhang mit Schwangerschaften hin.
Die Quelle belegt jedoch nicht, dass Solaranlagen das Kühlungs- oder Schuldenproblem allein lösen werden. Die Ausweitung ihrer Nutzung werde laut einem der an der Einweisung beteiligten Sprecher erhebliche Investitionen in die Modernisierung von Gebäuden und den Abbau von Umsetzungshürden erfordern. Außerdem ist SB 868 weiterhin ein anhängiger Gesetzentwurf, weshalb seine tatsächlichen Auswirkungen auf Preise und Zugang noch unklar sind.