Das US-Energieministerium kündigte am 3. September die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Geothermie auf dem Campus des National Laboratory of the Rockies in der Stadt Golden im Bundesstaat Colorado an. Ziel des Zentrums ist es, Forschung und Zusammenarbeit zwischen nationalen Laboratorien, der Industrie und akademischen Einrichtungen zu koordinieren, um die technischen Hindernisse zu bewältigen, die einer großflächigen Nutzung der Geothermie entgegenstehen.
Das Zentrum wird vom National Laboratory of the Rockies geleitet, während das National Energy Technology Laboratory (NETL) den Betrieb der Initiative ermöglicht und sie unterstützt. Als Standort wurde der Campus am South Table Mountain ausgewählt, da er in der Nähe von Gebieten liegt, die das Ministerium als besonders chancenreich für die Entwicklung der Geothermie im Westen der Vereinigten Staaten betrachtet.
Ein Forschungsverbund, der über ein einzelnes Labor hinausgeht
Die Beteiligung wird nicht auf die beiden Gründungslaboratorien beschränkt bleiben. Das Ministerium erklärte, dass das Zentrum auch auf die Expertise der Argonne-, Brookhaven-, Idaho-, Los Alamos-, Lawrence-Berkeley-, Lawrence-Livermore- und Oak-Ridge-Laboratorien sowie des Pacific Northwest National Laboratory und von Sandia zurückgreifen werde.
Das erklärte Ziel besteht darin, ein einheitliches Zugangstor für die Geothermieindustrie zu schaffen, über das sie auf die wissenschaftliche und technische Expertise der nationalen Laboratorien zugreifen kann. Während der Auftaktveranstaltung des Zentrums erörterten Vertreter des Energieministeriums, der Laboratorien und der Industrie dessen Aufgabe, messbare Fortschritte bei der großflächigen Stromerzeugung aus Geothermie in den Vereinigten Staaten zu erzielen.
Einbindung der Industrie in die Festlegung von Prioritäten
Das Zentrum umfasst einen Beirat aus Industrievertretern. Seine Aufgabe besteht darin, Beiträge zu industriebezogenen Forschungsbedürfnissen zu liefern, bei der Festlegung der Prioritäten des Zentrums mitzuwirken und Partnerschaften zwischen Unternehmen und Laboratorien zu beschleunigen. Amanda Kolker, Leiterin des Programms für Geothermie und Geowissenschaften am National Laboratory of the Rockies, ist der Ansicht, dass eine bessere Verbindung zwischen Laboratorien und Unternehmen die Forschung auf die Bereiche mit der größten Wirkung für die Beschleunigung der Entwicklung dieses Sektors ausrichten könnte.
Ministeriumsvertreter erklärten, dass Geothermie rund um die Uhr zuverlässige Energie liefern könne und dass die Nutzung der Kapazitäten der nationalen Laboratorien dazu beitragen könne, geothermische Ressourcen zu erschließen und die US-Energieproduktion auszuweiten. Diese Aussagen spiegeln die Ziele der Initiative wider, wie sie von der Quelle dargestellt wurden, und stellen keine Ankündigung eines konkreten Stromerzeugungsprojekts oder eines kommerziellen Zeitplans dar.
Was ändert sich in der Praxis?
Die grundlegende Änderung besteht in der Schaffung eines dauerhaften Koordinierungsrahmens, der die Expertise mehrerer Forschungseinrichtungen mit den Bedürfnissen der Industrie zusammenführt, anstatt die Herausforderungen des Sektors getrennt voneinander zu bearbeiten. Dies könnte für Unternehmen und Forschende von Bedeutung sein, die Zugang zur Infrastruktur der nationalen Laboratorien benötigen oder die Forschung auf technische Hindernisse mit unmittelbarer Wirkung ausrichten möchten.
Die Ankündigung legt jedoch noch nicht fest, welche Projekte das Zentrum finanzieren wird, welchen Technologien Priorität eingeräumt werden soll oder welche Leistungsindikatoren und welcher Zeitplan zur Messung der Ergebnisse gelten werden. Daher bleibt der praktische Wert der Initiative davon abhängig, welche Forschungsprogramme, Partnerschaften und umsetzbaren Ergebnisse das Zentrum später bekannt geben wird. Das Zentrum ist eines von vier Kompetenzzentren, die das dem Energieministerium unterstehende Büro für Kohlenwasserstoffe und Geothermie eingerichtet hat, um die Zusammenarbeit mit der Industrie, den nationalen Laboratorien, föderalen Partnern und der Wissenschaft zu stärken.