Der elektrische Jeep Recon Moab legte in einem Autobahnfahrtest lediglich 160 Meilen zurück, gegenüber einer von der EPA geschätzten Reichweite von bis zu 222 Meilen. Die Differenz verdeutlicht die Auswirkungen des für das Gelände ausgelegten Designs – einschließlich Gewicht, Allradantrieb und großer Reifen – auf die Alltagseffizienz.
Der elektrische Jeep Recon Moab erzielte in einem realistischen Autobahnfahrtest von Car and Driver lediglich eine Reichweite von 160 Meilen. Damit blieb er mehr als 60 Meilen unter der von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA für dasselbe Modell geschätzten Reichweite von bis zu 222 Meilen. Der Test platziert das Fahrzeug unter den ineffizientesten Elektroautos innerhalb der mehr als 100 von der Zeitschrift getesteten Modelle.
Deutlicher Unterschied zwischen offizieller Zahl und tatsächlicher Nutzung
Der elektrische Jeep Recon startet bei 66.995 US-Dollar und verwendet eine Batterie mit einer Kapazität von 94 Kilowattstunden. Seine Effizienz erreichte im Test jedoch nicht mehr als 1,7 Meilen pro Kilowattstunde. Das Fahrzeug verfügt über einen Allradantrieb mit zwei Motoren, die zusammen 650 PS und ein Drehmoment von 620 Pfund-Fuß leisten, während Jeep in seiner Marketingbeschreibung des Modells eine kombinierte Leistung von 670 PS angibt.
Der Vergleich mit anderen Fahrzeugen verdeutlicht das Ausmaß des Unterschieds. Der GMC Hummer EV Edition 1 des Modelljahres 2022 legte im selben Test 290 Meilen zurück, obwohl er 9.640 Pfund wog und eine Effizienz von ungefähr 1,4 Meilen pro Kilowattstunde erreichte. Der Wagoneer S, der auf derselben STLA-Large-Plattform basiert und eine 94-Kilowattstunden-Batterie verwendet, kam auf 280 Meilen bei einer Effizienz von ungefähr 3 Meilen pro Kilowattstunde.
Was erklärt den hohen Verbrauch?
Der Unterschied hängt stärker mit der Konstruktionsart des Recon als allein mit der Batteriekapazität zusammen. Das Fahrzeug wurde für das Fahren abseits befestigter Straßen entwickelt und verfügt über eine Bodenfreiheit von 9,1 Zoll, 33-Zoll-Reifen und einen Allradantrieb sowie über eine weniger aerodynamische Karosserie und eine größere Höhe als Fahrzeuge für den Stadt- und Straßenverkehr. Der Wagoneer S wurde dagegen für den Einsatz in Städten und auf Autobahnen konzipiert und hat eine geringere Bodenfreiheit sowie eine aerodynamischere Form.
Die Version Recon Moab verfügt zusätzlich über ein weiterentwickeltes Hecksystem mit einem Elektromotor und einer Achsübersetzung von 15:1, um die Drehmomentverteilung präzise zu unterstützen. Außerdem zeichnet sie sich durch abnehmbare Türen, eine abnehmbare hintere Seitenscheibe und eine seitlich öffnende Heckscheibe aus. Diese Merkmale spiegeln die Priorisierung der Geländetauglichkeit zulasten einiger Effizienzelemente wider.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Der Unterschied zwischen den EPA-Schätzungen von 222 Meilen und den 160 Meilen im Autobahntest bedeutet nicht automatisch, dass das Fahrzeug auf unbefestigten Strecken dieselbe Entfernung zurücklegen wird. Niedrige Geschwindigkeiten verringern den Einfluss des Luftwiderstands, und das Ergebnis kann je nach Gelände und Fahrweise variieren. Dennoch bleibt dies ein wichtiger Hinweis für Käufer, die den Recon im täglichen Pendelverkehr einsetzen werden: Das Elektrofahrzeug mit Geländefähigkeiten könnte für lange Autobahnfahrten weniger geeignet sein, als es die offizielle Zahl vermuten lässt.
Offene Fragen betreffen weiterhin die Leistung des Fahrzeugs abseits befestigter Straßen, da die Quelle kein entsprechendes Testergebnis für das Fahren auf unbefestigten Strecken vorgelegt hat. Der verfügbare Test belegt daher die Grenzen des schnellen Einsatzes auf befestigten Straßen, nicht die Reichweite des Fahrzeugs unter allen Fahrbedingungen.