Google gab eine neue Vereinbarung mit Constellation Energy zur Finanzierung von Modernisierungen in sechs in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken in den Bundesstaaten Illinois, Pennsylvania und New Jersey bekannt. Ziel ist es, dem PJM-Netz vor Ende 2032 zusätzliche 890 Megawatt Kernkraftleistung hinzuzufügen. Die Partnerschaft umfasst außerdem die Einführung automatisierter Arbeitsabläufe auf Basis von Google Cloud Gemini Enterprise, um bei der Planung der Modernisierungen zu helfen, den Bau zu beschleunigen und die Produktion der Kraftwerke zu verbessern.
Google zufolge konzentriert sich die Finanzierung auf physische und digitale Modernisierungen, darunter Turbinen, Dampferzeuger und digitale Steuerungssysteme. Dadurch soll die Produktion von 11 bestehenden Reaktoren gesteigert werden, anstatt einen vollständig neuen Reaktor zu bauen. Über einen Stromabnahmevertrag wird das Unternehmen eine langfristige Verpflichtung eingehen, die Constellation ausreichende finanzielle Planungssicherheit für Investitionen in diese Modernisierungen geben soll. Zugleich betont Google, dass die anderen Kunden im Netz die mit den Projekten verbundenen Kosten nicht tragen werden.
Was ändert sich konkret?
Die hinzugefügte Leistung entspricht ungefähr der Leistung eines großen neuen Kernreaktors. Da sie jedoch auf bestehender Infrastruktur aufbaut, erwartet Google ihre Fertigstellung in einem kürzeren Zeitraum als bei der Errichtung eines Kraftwerks von Grund auf. Der Strom wird in das PJM-Netz eingespeist, das sich über 13 Bundesstaaten im Mittelatlantikraum und im Mittleren Westen erstreckt und 67 Millionen Menschen versorgt. Das Unternehmen erklärt außerdem, dass das Projekt rund 4.400 bestehende Arbeitsplätze erhalten und etwa 7.200 neue Arbeitsplätze im Baugewerbe unterstützen werde.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund des wachsenden Stromverbrauchs der Google-Rechenzentren in den Vereinigten Staaten. Dem Artikel zufolge haben die Vereinbarungen des Unternehmens bisher mehr als 1,5 Gigawatt neue Kernkraftleistung ermöglicht, und zwar durch die Steigerung der Produktion bestehender Reaktoren und die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Anlagen. Google ist der Ansicht, dass die Nutzung bestehender Kraftwerke angesichts der steigenden Stromnachfrage zu den schnellsten Möglichkeiten gehören könnte, neue Megawatt hinzuzufügen.
Teil eines umfassenderen Kernkraftportfolios
Google stellt diese Partnerschaft in den Zusammenhang mit einem Ziel des US-Energieministeriums, bis 2030 durch die Modernisierung und Wiederinbetriebnahme älterer Reaktoren die Hinzufügung von 5 Gigawatt heimischer Kernkraftleistung zu ermöglichen. Das Unternehmen erwartet, dass seine Vereinbarungen bis zum Ende des Jahrzehnts etwa 25 % dieses Ziels beitragen werden.
Zu den weiteren genannten Initiativen gehören eine Vereinbarung mit Georgia Power zur Unterstützung der Modernisierung von vier Reaktoreinheiten, eine Zusammenarbeit mit NextEra Energy zur Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Duane Arnold in Iowa mit einer Leistung von mehr als 600 Megawatt sowie eine Partnerschaft mit Kairos Power und der Tennessee Valley Authority zur Einführung fortschrittlicher Kernreaktoren in Tennessee.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Vereinbarung zeigt ein Modell, bei dem Technologieunternehmen ihre wachsende Stromnachfrage nutzen, um Finanzierungen und langfristige Abnahmeverpflichtungen für bestehende Kernenergieprojekte bereitzustellen. Der mögliche Vorteil besteht darin, dem Netz stabile, kohlenstoffarme Leistung hinzuzufügen, ohne auf die vollständige Errichtung neuer Anlagen warten zu müssen. Die Quelle erläutert jedoch weder die Höhe der Finanzierung noch die Bedingungen der Stromabnahme oder den regulatorischen Zeitplan für die einzelnen Modernisierungen. Auch die Umsetzung der zusätzlichen 890 Megawatt bleibt an den Abschluss der Modernisierungen und den Erhalt der erforderlichen Genehmigungen gebunden; diese Punkte müssen unabhängig weiterverfolgt werden.