BMW bereitet sich darauf vor, fortschrittliche Fahrtechnologien von Autobahnen in die komplexeren städtischen Umgebungen zu übertragen. Das Unternehmen kündigte seinen Plan an, ein navigationsgestütztes Fahrassistenzsystem einzuführen, das teilautomatisiertes Fahren innerhalb von Städten ermöglicht. Dies soll ab 2027 geschehen, wobei das Feature zunächst auf dem deutschen Markt eingeführt wird, bevor eine weltweite Expansion erfolgt.
Das neue System zielt darauf ab, den Fahrer bei komplexen Aufgaben in der Stadt zu unterstützen, einschließlich Spurwechseln, Abbiegevorgängen und dem reibungslosen Durchfahren von Kreisverkehren. Technisch wird das System gemäß den Standards der Society of Automotive Engineers (SAE) als Level 2 eingestuft, was bedeutet, dass der Fahrer weiterhin die primäre Verantwortung für die Überwachung der Straße trägt und bei Bedarf eingreifen muss. Während das System auf Autobahnen unter bestimmten Bedingungen das Fahren ohne Hände am Lenkrad erlauben mag, wird es innerhalb städtischer Gebiete erfordern, dass der Fahrer die Hände am Lenkrad behält.
Was ändert sich in der Praxis?
Einer der bemerkenswertesten technischen Aspekte der Ankündigung von BMW ist die Art und Weise, wie dieses Feature die Nutzer erreichen wird; die Technologie wird nicht auf neue Modelle beschränkt sein. Das Unternehmen setzt auf Over-the-Air-Software-Updates (OTA), um das System in Modellen zu aktivieren, die bereits über die notwendige Hardware (Kameras und Sensoren) verfügen. Die vorläufige Liste der kompatiblen Modelle umfasst:
- 3er-Reihe
- 7er-Reihe
- X5
- iX3
- iX4
Das Nutzererlebnis wird zudem durch die Anzeige von Daten über das Head-up-Display verbessert, um zu verdeutlichen, was das System in der Umgebung wahrnimmt, sowie durch die Darstellung einer dreidimensionalen Karte der Umgebung auf dem zentralen Infotainment-Bildschirm.
Warum ist diese Entwicklung ein wichtiger Schritt?
Dieser Schritt ist Teil des intensiven technologischen Wettlaufs zwischen Automobilherstellern, um Alternativen zu vollautonomen Fahrsystemen wie dem Full Self-Driving (FSD) von Tesla zu entwickeln. Da sich der Wettbewerb von offenen Autobahnen auf belebte Stadtstraßen verlagert, steigt der Bedarf an höherer Rechenleistung, was BMW durch die Integration von Qualcomm-Technologien in seine neue Plattform (Neue Klasse) erreichen will.
Dennoch bleiben Sicherheitsherausforderungen bestehen; Experten warnen vor den Risiken einer „übermäßigen Abhängigkeit“ von Level-2-Systemen, die zu einer Ablenkung des Fahrers führen könnte. BMW betont in seiner Strategie, dass das System so konzipiert ist, dass es Hand in Hand mit dem Fahrer arbeitet, sodass ein Eingreifen des Fahrers (sei es durch Bremsen oder Lenken) das System nicht vollständig deaktiviert, sondern das System aktiv bleibt, um den Vorgang zu unterstützen.