Das türkische Unternehmen HAVELSAN gab bekannt, dass die ORION-Plattform zur Verwaltung großer Datenmengen einsatzbereit ist. Damit sollen Institutionen unterstützt werden, ihre verteilten Daten zusammenzuführen, sicher zu verwalten und für Analysen und Anwendungen der künstlichen Intelligenz aufzubereiten. Die Plattform richtet sich an staatliche Stellen und Unternehmen des privaten Sektors, die große Datenmengen verarbeiten oder ihre unterschiedlichen Quellen in einer einzigen Umgebung vereinheitlichen müssen.
ORION wurde als skalierbare lokale Plattform entwickelt und verarbeitet strukturierte und unstrukturierte Daten aus Datenbanken, Unternehmensanwendungen, Dokumenten, Sensoren, Sicherheitsausrüstung, Produktionsmaschinen und anderen digitalen Systemen. Statt dass diese Daten in getrennten Umgebungen verbleiben, ermöglicht die Plattform, sie über eine einheitliche Plattform zu sammeln, zu speichern, zu verarbeiten und zu analysieren.
Von der Datenspeicherung zur Aufbereitung für die Nutzung
Die Rolle von ORION beschränkt sich nicht auf die Aufbewahrung von Daten, denn die Plattform konzentriert sich auch darauf, sie editierbar, verarbeitbar, durchsuchbar und analysierbar zu machen. Laut dem Beitrag kann dieser Ansatz die für den Zugriff auf Informationen sowie für die Erstellung von Berichten, Forschung, Analysen und die Entscheidungsunterstützung erforderliche Zeit verkürzen.
Die Plattform basiert auf Open-Source-Komponenten, wobei diese Technologien in einer integrierten Umgebung zusammengeführt werden, sodass Institutionen sie nicht getrennt verwalten müssen. ORION kann außerdem an die Datenmenge, die Zahl der Nutzer und die Anforderungen der Institution angepasst werden und lässt sich horizontal und vertikal skalieren.
Betrieb innerhalb der Institution und Unterstützung der Datensouveränität
Zu den Merkmalen von ORION gehört die Fähigkeit, sich in die Datenquellen und Anwendungen zu integrieren, die Institutionen bereits nutzen. Dies trägt dazu bei, bestehende Investitionen zu erhalten und den Übergang zur Plattform zu erleichtern. Sie kann außerdem innerhalb der Rechenzentren der Institution und in geschlossenen Netzwerken betrieben werden, sodass die Daten innerhalb ihrer Grenzen bleiben und die Zugriffsrechte weiterhin ihrer Kontrolle unterliegen.
HAVELSAN stellt diesen Ansatz als Unterschied zu weit verbreiteten Plattformen im Bereich großer Datenmengen dar, die in der Regel auf die Speicherung von Daten in Cloud-Umgebungen externer Anbieter setzen. ORION verfolgt das Prinzip „on-premises first“, also die Priorisierung des Betriebs innerhalb der eigenen Infrastruktur der Institution, mit dem Ziel, die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter zu verringern, Lizenzkosten zu senken und eine flexiblere und anpassungsfähigere Dateninfrastruktur aufzubauen.
Warum ist die Plattform für KI-Projekte relevant?
Anwendungen der künstlichen Intelligenz benötigen strukturierte, verfügbare und verarbeitbare Daten, um zuverlässige Ergebnisse zu liefern. Aus diesem Grund fungiert ORION als vorbereitende Schicht, die Daten aus mehreren Quellen organisiert und sie konsistenter an Werkzeuge der künstlichen Intelligenz und fortgeschrittene Analysen weiterleitet.
Zu den in dem Beitrag genannten möglichen Einsatzbereichen gehören der öffentliche Sektor, die Verteidigung, das Finanzwesen, die Energie, die Telekommunikation, der Verkehr, das Gesundheitswesen, die Industrie und die Forschung. Der Beitrag enthält keine Angaben zu den Preisen der Plattform oder zu ihrer kommerziellen Einführung, weist jedoch darauf hin, dass sie für die Anforderungen öffentlicher und privater Institutionen entwickelt wurde, die große und vielfältige Datenmengen verwalten können.
Erste Anwendung: Digitalisierung des türkischen sprachlichen Erbes
Die erste angekündigte Nutzung von ORION wird im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts erfolgen, das HAVELSAN in Zusammenarbeit mit der Türkischen Sprachinstitution durchführt. Ziel des Projekts ist es, das schriftliche, mündliche und visuelle Erbe der türkischen Sprache seit ihren Anfängen in eine digitale Umgebung zu übertragen, anschließend in eine Datenbank aufzunehmen und mithilfe künstlicher Intelligenz für Analysen zugänglich zu machen.
Diese Anwendung bietet der Plattform einen Praxistest, der verschiedene Quellen und Medien zusammenführt, während ORION auf die bei Institutionen häufig auftretende Herausforderung abzielt, große Datenmengen zu besitzen, ohne über eine einheitliche Infrastruktur zu verfügen, die sie zugänglich, analysierbar und operativ nutzbar macht.