Garrett Langley, der CEO von Flock Safety, hat dazu aufgerufen, einen „Kompromiss“ zwischen Datenschutz und Sicherheit zu finden. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen wegen des Einsatzes seiner Kameras, Drohnen und Technologien zur Kennzeichenerkennung zunehmend kritisiert wird. In einem Interview mit Fox News sagte Langley, der alleinige Fokus auf Datenschutz oder Sicherheit stelle eine falsche Priorität dar; erforderlich sei vielmehr ein Gleichgewicht zwischen beiden.
Diese Äußerung fällt in eine Zeit, in der Bedenken bestehen, dass Flock-Systeme von Strafverfolgungsbehörden für nicht genehmigte Zwecke eingesetzt werden könnten. Die Washington Post berichtete, sie habe 46 Fälle identifiziert, in denen Polizeibeamte beschuldigt wurden, die Flock-Technologie illegal genutzt zu haben. Dazu gehören Fälle, in denen die Technologie angeblich eingesetzt wurde, um Ehefrauen, Partnerinnen oder ehemalige Partnerinnen zu verfolgen.
Eine Debatte, die über das Unternehmen hinausgeht
Langley entschuldigte sich in einem Interview mit CBS News bei einem der mutmaßlichen Opfer, nachdem er sich ihre Schilderung angehört hatte. Er lehnte es jedoch ab, Flock die Verantwortung für den Missbrauch der Daten durch die Polizei zuzuschreiben. Das Unternehmen habe diesen Verstoß nicht verursacht, sondern sei das erste Unternehmen gewesen, das darauf hingewiesen und Instrumente zu seiner Aufdeckung bereitgestellt habe.
Die Debatte ist nicht länger auf Bürgerrechtsgruppen beschränkt. Der demokratische Kandidat für den Senat von Michigan, Abdul El-Sayed, kritisierte die seiner Beschreibung nach weitverbreitete Installation von Flock-Kameras. Senator Bernie Sanders veröffentlichte unterdessen einen Aufruf, die „Massenüberwachung durch künstliche Intelligenz“ und Flock zu stoppen. Von republikanischer Seite legten drei republikanische Mitglieder des Repräsentantenhauses einen Gesetzentwurf vor, der der Bundesregierung den Kauf automatisierter Überwachungssysteme verbieten würde, die Gesichtserkennung, biometrische Identifikatoren oder Kennzeichenerkennung verwenden, einschließlich der Kameras von Flock Safety.
Was hat sich praktisch geändert?
Flock hat bereits zwei Änderungen als Reaktion auf die Kritik angekündigt. Das Unternehmen verkürzte die standardmäßige Dauer der Datenspeicherung von 30 Tagen auf sieben Tage. Außerdem ist nun vor dem Zugriff auf die Daten die Eingabe eines Fallcodes erforderlich. Beide Maßnahmen können jedoch umgangen werden, da die Polizei die Daten über eine Einstellung namens Evidence Mode länger speichern kann.
Die American Civil Liberties Union ist der Ansicht, dass die Verkürzung der Dauer ein Schritt in die richtige Richtung sein könnte, damit jedoch nicht ihrer Empfehlung entsprochen wird, die Daten nur 48 Stunden lang aufzubewahren. Sie erklärte außerdem, die Bewertung der Ernsthaftigkeit der Änderung werde davon abhängen, wie Evidence Mode funktioniert, und nicht allein von der standardmäßigen Dauer.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Der Fall zeigt, dass die Verkürzung der Speicherdauer oder das Hinzufügen eines Verfahrensschritts allein die Risiken eines unrechtmäßigen Zugriffs auf Überwachungsdaten nicht beseitigt. Die praktische Wirkung hängt auch von den Ausnahmen, den Prüfprotokollen, den zur Nutzung berechtigten Stellen und den Rechenschaftsmechanismen bei Missbrauch ab. Dies ist ein durch die im Bericht angeführten Fakten bestätigter Punkt und keine Schlussfolgerung über die Leistungsfähigkeit des Flock-Systems insgesamt.
Langley sagte, die Gesetzgeber in den Bundesstaaten müssten Gesetze verabschieden, die die unrechtmäßige Nutzung von Flock-Daten zu einer Straftat machen. Er fügte hinzu, dass das Fehlen von Regulierung und Rechenschaftspflicht nicht nur Flock betreffe. Offen bleibt, ob die derzeitigen Änderungen tatsächliche Einschränkungen der Nutzung bewirken oder ob sie lediglich standardmäßige Einstellungen bleiben, die sich leicht umgehen lassen.