Das Türkische Statistikamt hat die Ergebnisse der „Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen 2026“ bekannt gegeben. Sie vermitteln ein Bild vom Stand der digitalen Vernetzung, des elektronischen Handels, der Nutzung von Cloud-Diensten und der Sicherheitsbereitschaft von Unternehmen mit 10 oder mehr Beschäftigten in der Türkei.
Weit verbreitete Anschlüsse, aber uneinheitliche Geschwindigkeiten
Den Ergebnissen zufolge nutzen 92,7 % der erfassten Unternehmen einen festen Internetanschluss. Betrachtet man die jeweils höchste abonnierte Geschwindigkeit, nutzen 47,1 % der Unternehmen Geschwindigkeiten von weniger als 100 Megabit pro Sekunde, 43,7 % Geschwindigkeiten zwischen 100 und 999 Megabit pro Sekunde und 9,2 % Geschwindigkeiten von 1 Gigabit pro Sekunde oder mehr. Damit lag der Anteil der Unternehmen mit einem festen Anschluss von 100 Megabit pro Sekunde oder mehr bei 52,9 %.
Diese Zahlen zeigen, dass die Verfügbarkeit des Internets nicht mehr der einzige Indikator für digitale Reife ist. Der Abstand zwischen einem grundlegenden Anschluss und höheren Geschwindigkeiten bleibt groß, insbesondere beim Vergleich kleinerer Unternehmen mit größeren Einrichtungen.
Elektronischer Handel und soziale Medien
Der Anteil der Unternehmen, die Anwendungen für soziale Medien nutzen, stieg von 55,2 % im Jahr 2025 auf 57,7 % im Jahr 2026. Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten verzeichneten mit 86,6 % den höchsten Anteil, gegenüber 68,4 % bei Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten und 55 % bei Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten.
Der Anteil der Verkäufe über das Internet oder des elektronischen Datenaustauschs (EDI) lag 2025 bei 17,1 %, verglichen mit 13,6 % im Jahr 2024. Am häufigsten nutzten Unternehmen aus den Bereichen Beherbergung und Gastronomie den elektronischen Verkauf, mit einem Anteil von 43,3 %. Es folgten Verlagswesen sowie Rundfunk, Fernsehen und Inhalte mit 25,4 % und der Groß- und Einzelhandel mit 23,7 %.
Cloud-Dienste und digitale Kompetenzen
Der Anteil der Unternehmen, die kostenpflichtige Cloud-Computing-Dienste nutzen, lag bei 20,2 %. Je nach Unternehmensgröße zeigt sich ein deutlicher Unterschied: 57 % bei Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten, 33,3 % bei Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten und lediglich 16,7 % bei Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten.
Im Jahr 2026 beschäftigten zudem 15,2 % der Unternehmen eine Fachkraft für Informations- und Kommunikationstechnologien, gegenüber 13,4 % im Jahr 2024. Im Jahr 2025 versuchten 6,4 % der Unternehmen, mindestens eine Fachkraft einzustellen, und 31,7 % dieser Unternehmen erklärten, dabei auf Schwierigkeiten gestoßen zu sein. Die höchsten Gehaltserwartungen waren mit 82,6 % das größte Problem, gefolgt davon, dass Bewerber nicht über die erforderlichen Qualifikationen verfügten, mit 71,8 %, sowie einem Mangel an einschlägiger Erfahrung mit 71 %.
Was zeigen die Sicherheitsindikatoren?
Der Anteil der Unternehmen, die mindestens eine Maßnahme zum Schutz ihrer Systeme für Informations- und Kommunikationstechnologien ergriffen hatten, stieg von 76 % im Jahr 2024 auf 83 % im Jahr 2026. Dennoch gaben 9,4 % der Unternehmen an, im Jahr 2025 mindestens einen Sicherheitsvorfall erlebt zu haben. Zu den wichtigsten Vorfällen gehörten der fehlende Zugriff auf Dienste der Informations- und Kommunikationstechnologien infolge externer Angriffe mit 6,4 %, der Verlust oder die Beschädigung von Daten durch Schadsoftware oder unbefugten Zugriff mit 5,6 % sowie die Verletzung der Vertraulichkeit von Daten durch Eindringen, Betrug, Phishing oder vorsätzliche Handlungen von Beschäftigten mit 5,3 %.
Redaktionelle Einordnung: Die Bedeutung der Erhebung liegt darin, dass sie die digitale Transformation und die Cybersicherheit in einem Gesamtbild darstellt: Der Internetzugang ist nahezu flächendeckend, doch die Nutzung von Cloud-Diensten und die Beschäftigung von Fachkräften liegen weiterhin deutlich niedriger, wobei eine klare Kluft zwischen kleinen und großen Unternehmen bestehen bleibt. Der Anstieg des Anteils der Sicherheitsmaßnahmen bedeutet außerdem nicht, dass 9,4 % der Unternehmen keinen Vorfällen ausgesetzt waren. Dies verdeutlicht den Unterschied zwischen der Einführung einer Sicherheitsmaßnahme und der tatsächlichen Fähigkeit, Vorfälle zu verhindern oder einzudämmen. Die hier veröffentlichten Daten erläutern weder die Art der Sicherheitsmaßnahmen noch die Schwere der Auswirkungen der Vorfälle. Daher können sie allein nicht zur genauen Messung des technischen Schutzniveaus verwendet werden.