Das Start-up Mosqitter arbeitet daran, seine Mückenfallen in ein Überwachungsnetzwerk umzuwandeln, das künstliche Intelligenz nutzt, um Mückenarten zu bestimmen, Veränderungen ihrer Bestände zu verfolgen und frühe Hinweise auf ein erhöhtes Risiko durch von Mücken übertragene Krankheiten zu liefern. Nach Angaben des Unternehmens sind mehr als 5.000 Geräte auf fünf Kontinenten im Einsatz, verglichen mit etwas mehr als 250 Geräten im Jahr 2022.
Mosqitter begann 2019 in der Ukraine mit Forschung und Entwicklung und nahm 2021 den kommerziellen Betrieb auf. Am Hauptsitz im US-Bundesstaat Pennsylvania beschäftigt das Unternehmen rund 30 Personen. Seine Geräte locken weibliche Mücken an, die Menschen stechen, indem sie Hautwärme, Hautgeruch und Licht simulieren. Beim Modell Mosqitter Grand wird zusätzlich Kohlendioxid eingesetzt, um die menschliche Atmung nachzuahmen.
Wie nutzt das System künstliche Intelligenz?
Das Computer-Vision-System analysiert Bilder der von den Geräten gefangenen Mücken und vergleicht die Ergebnisse des neuronalen Netzwerks mit externen Daten, bevor Entomologen sie überprüfen. Anschließend weist das System dem Ergebnis einen Vertrauenswert zu, der davon abhängt, wie gut diese Bewertungen übereinstimmen. Außerdem sammelt das Unternehmen Daten zu Wetter, Wind und Luftfeuchtigkeit, um die angesammelten Daten zur Vorhersage von Veränderungen der Mückenbestände und von Hinweisen auf mögliche Gesundheitsrisiken zu nutzen.
Das aktuelle Mosqitter-Portfolio konzentriert sich auf zwei Geräte: Mosqitter Grand für große Flächen und öffentliche Orte sowie Mosqitter Mini für Wohnbereiche und den mobilen Einsatz. Der Preis des Mini liegt bei etwa 199 Dollar, während der professionelle Grand 1.999 Dollar kostet.
Was fügt das Febris-System hinzu?
Das Unternehmen will das Febris Monitoring System im kommenden Monat offiziell auf den Markt bringen. Es soll eine zusätzliche Datenebene zur Überwachung von Mückenpopulationen und zur Bewertung der Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung von Krankheiten bieten, die von bestimmten Arten übertragen werden können. Das Unternehmen betont jedoch, dass Febris keine Krankheiten diagnostiziert und nicht feststellen kann, ob eine bestimmte Mücke ein Denguevirus trägt. Das System bestimmt vielmehr das Vorhandensein einer bestimmten Art, was auf ein erhöhtes Risiko im Zusammenhang mit Krankheiten hindeuten kann, die diese Art übertragen kann.
Febris richtet sich an institutionelle Akteure wie Regierungen, Behörden für öffentliche Gesundheit, Einrichtungen zur Mückenbekämpfung, Flughäfen, Kommunen und Universitäten. Mosqitter arbeitet mit der britischen Health Security Agency zusammen, um das System an Standorten einzusetzen, zu denen die Flughäfen Heathrow und Gatwick gehören. Außerdem hat das Unternehmen lokale Produktions- und Vertriebsaktivitäten in Brasilien aufgebaut. Die Vereinigten Staaten, Griechenland, Indien, die Ukraine und Nigeria zählen zu seinen wichtigsten Märkten.
Warum ist diese Entwicklung wichtig?
Der praktische Wert des Projekts liegt im Übergang von einer Falle, die Mücken beseitigt, zu einem Instrument, das kontinuierlich Daten über Arten und Umwelt sammelt. Diese Daten könnten den zuständigen Stellen helfen zu erkennen, wo sich Mückenbestände verändern oder Arten auftreten, die mit Gesundheitsrisiken verbunden sind. Die Quelle belegt jedoch bislang nicht, dass das System zuverlässige Vorhersagen über den Ausbruch einer Krankheit liefert oder einen Ersatz für Systeme der öffentlichen Gesundheit und Diagnostik darstellt. Die Genauigkeit der Ergebnisse bleibt von den Bildern, den externen Daten und der fachlichen Überprüfung abhängig. Zudem ist Febris bislang noch keine wichtige Einnahmequelle geworden.
Mosqitter erzielt seine Einnahmen derzeit aus dem Verkauf der Geräte, während Febris wiederkehrende Abonnements für Überwachung, Dashboards, Analysen und Datendienste hinzufügt. Das Unternehmen erwartet für 2026 Einnahmen von mehr als einer Million Dollar und schätzt, dass das Datengeschäft im kommenden Jahr mehr als 3,5 Millionen Dollar erreichen wird, basierend auf dem Wert von Verträgen, um die es konkurriert. Außerdem nimmt das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 5 Millionen Dollar in zwei Tranchen auf: zunächst eine Million Dollar, gefolgt von 4 Millionen Dollar, nachdem es bislang 1,9 Millionen Dollar eingesammelt hat.