Ein Video zeigte ein Tesla Model Y, das im Rahmen des Robotaxi-Dienstes in Austin, Texas, unterwegs war und mit einer Reihe von Plastikbarrieren kollidierte, die zur Sperrung eines für den Verkehr vorgesehenen Fahrstreifens aufgestellt worden waren, bevor es seine Fahrt fortsetzte. Auf dem Fahrersitz saß niemand, und nach den verfügbaren Informationen wurden weder Verletzungen noch Gefährdungen von Personen gemeldet.
Das Video erschien am Montag im Forum r/SelfDrivingCars durch den Nutzer bladerskb, den die Quelle als einen der wenigen Nutzer des autonomen Tesla-Dienstes in Texas bezeichnete, die ihre Fahrten dokumentieren. Die Szene wurde vom vorderen Beifahrersitz aus aufgenommen.
Was geschah vor Ort?
Das Fahrzeug war auf eine dreieckige Verkehrsinsel an einer Kreuzung in Austin abgebogen, einen für Autos gesperrten Bereich, der durch flexible Plastikpfosten abgegrenzt war. Laut der Quelle sind diese Pfosten mindestens seit Februar 2024 auf Bildern von Google Street View zu sehen.
Das Fahrzeug hielt vor den Barrieren an, fuhr dann langsam vor und zurück, bevor es erneut vorwärtsfuhr, und blieb einige Zeit stehen. Anschließend schob es die Pfosten unter einem deutlich hörbaren Aufprallgeräusch nach vorn; dabei war der Fahrgast zu hören, der sagte, das Auto sei mit ihnen zusammengestoßen. Das Video macht nicht deutlich, ob ein Fernsupport-Bediener während des Vorfalls eingegriffen hat.
Das Problem liegt in der Entscheidungsfindung, nicht in der Erkennung des Hindernisses
Die Analyse der Quelle deutet darauf hin, dass das Fahrzeug die Barrieren wahrscheinlich erkannt hatte, da es mehrmals vor ihnen angehalten hatte. Daher scheint der Vorfall dieser Interpretation zufolge kein unmittelbares Beispiel für ein Versagen des Sensors bei der Erkennung eines deutlich sichtbaren Objekts zu sein, sondern für die Unfähigkeit des Systems, seinen Kurs zu korrigieren, nachdem es den Straßenverlauf falsch verstanden hatte.
Tesla verlässt sich laut der Quelle während der Fahrt auf die Ableitung der Straßenform, anstatt auf detaillierte vorab erstellte Karten zurückzugreifen, wie Waymo es tut. Offenbar behandelte das Fahrzeug den Bereich als Abbiegespur, konnte diese Entscheidung anschließend nicht revidieren und schob schließlich die Barrieren beiseite, statt eine alternative Route zu wählen.
Warum ist dieser Vorfall wichtig?
Die Bedeutung des Vorfalls liegt darin, dass das System auf ein Hindernis traf, es erkannte und davor anhielt, sich letztlich aber dafür entschied, hindurchzufahren. Die Barrieren waren möglicherweise aus Plastik, und niemand kam zu Schaden, doch dasselbe Verhalten könnte gefährlicher werden, wenn es sich bei dem Hindernis um eine Betonbarriere oder einen Baustellenbereich befände, hinter dem sich Menschen aufhalten. Das System darf nicht allein aufgrund der sichtbaren Pfosten auf der Straße davon ausgehen, dass sie folgenlos weggeschoben werden können.
Zuvor hatte die Quelle im Juli berichtet, dass ein Tesla-Fernbediener beim Versuch, ein Robotaxi aus einer Sackgasse in Houston herauszumanövrieren, mit einem Baumstamm kollidiert war. Das aktuelle Video belegt nicht die Beteiligung eines Fernbedieners, veranschaulicht jedoch die Art von Situationen, für deren Bewältigung diese Unterstützung konzipiert wurde.
Betrieblicher Kontext und Aussagen von Tesla
Während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals am 22. Juli 2026 erklärte Ashok Elluswamy, Teslas Vizepräsident für künstliche Intelligenz, dass die Fahrzeuge in sechs Städten und zwei Bundesstaaten mehr als 380.000 Meilen autonom und ohne Beobachter zurückgelegt hätten und dass es im Programm „keine nennenswerten Unfälle“ gegeben habe. Er bezeichnete die Sicherheitsbilanz als „hervorragend“.
Die Quelle vergleicht diese Zahl mit den mehr als 220 Millionen Meilen, die Waymo ausschließlich mit Fahrgästen zurückgelegt habe, sowie mit rund 500.000 kostenpflichtigen Fahrten pro Woche. Sie erwähnt außerdem, dass die unbeobachtete Tesla-Flotte im Juni 14 Fahrzeuge umfasste, gegenüber einem Höchststand von 25 Fahrzeugen. Tesla erklärt, der National Highway Traffic Safety Administration NHTSA bislang 22 Unfälle im Zusammenhang mit automatisierten Fahrsystemen gemeldet zu haben; die Quelle gibt jedoch nicht an, ob dieser Vorfall in die Liste aufgenommen wird.
Tesla plant, den Cybercab bis Ende August 2026 auf den Straßen von Austin einzusetzen. Das Fahrzeug verfügt über zwei Sitze und besitzt weder ein Lenkrad noch Pedale. Es verwendet dieselbe Software, wodurch die Fähigkeit des Systems, mit Fehlern bei der Routenplanung umzugehen, zu einem wichtigen Faktor vor der Ausweitung des Dienstes wird.