Die US-amerikanische National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat ihre Untersuchung von Meldungen über den Verlust der Bremsunterstützung auf rund 1.164.820 mit dem eBoost-System von General Motors ausgestattete Fahrzeuge ausgeweitet. Dazu gehören mehrere Elektrofahrzeugmodelle sowie Fahrzeuge, die GM für Honda hergestellt hat. Der Schritt erfolgt, nachdem seit der Eröffnung der vorläufigen Bewertung im April 2026 weiterhin neue Meldungen eingegangen sind.
Das Office of Defects Investigation (ODI) der NHTSA begann am 11. April eine vorläufige Bewertung, die sich auf Cadillac-Lyriq-Modelle des Jahres 2023 konzentrierte. Fahrer hatten berichtet, dass beim starken Betätigen des Bremspedals oder während der Fahrt die Meldung „Brake System Failure“ angezeigt werde. Die Behörde erklärte jedoch, spätere Meldungen hätten von einem sofortigen Verlust der Bremsunterstützung gesprochen, statt davon, dass das Problem erst nach dem vollständigen Stillstand des Fahrzeugs auftritt. Dies stellt einen wichtigen Unterschied zur Beschreibung dar, die GM in seinen Unterlagen für die Aufsichtsbehörde angegeben hatte.
Welche Modelle sind betroffen?
Die technische Analyse umfasst Fahrzeuge der Modelljahre 2023 bis 2026, darunter Cadillac Lyriq, Chevrolet Colorado und GMC Canyon. Ebenfalls eingeschlossen sind Buick Enclave und Envision, Chevrolet Blazer EV, Equinox EV und Traverse sowie Cruise Origin und GMC Acadia. Die Liste umfasst außerdem Cadillac Celestiq und Optiq der Modelljahre 2025 und 2026.
Die Untersuchung beschränkt sich nicht auf Marken von GM. Sie umfasst auch Acura ZDX und Honda Prologue der Modelljahre 2024 bis 2026, sofern diese Fahrzeuge mit dem von GM bereitgestellten eBoost-System ausgestattet sind.
Was sagen die verfügbaren Daten?
Laut dem ODI-Bericht steht das Problem bislang mit 745 Vorfällen in Verbindung, darunter 22 Unfälle oder Brände. Fünf dieser Vorfälle führten zu Verletzungen. GM erklärte, die mutmaßliche Ursache seien Brüche an einer Welle im eBoost-System. Den von dem Unternehmen mit dem ODI geteilten Unterlagen zufolge bleiben die Antiblockiersysteme (ABS), die Stabilitätskontrolle und die Traktionskontrolle funktionsfähig, bis das Fahrzeug vollständig zum Stillstand gekommen ist, bevor diese Funktionen ausfallen.
Der Zustand führt zur Aktivierung von drei Diagnosefehlercodes, wobei dem Fahrer unter anderem Warnungen wie „Service Brake System“ angezeigt werden. Die Überführung des Falls in die Phase der „technischen Analyse“ bedeutet jedoch, dass die NHTSA den Umfang, die Ursache und die Folgen des Problems weiter untersucht. Sie stellt an sich weder eine endgültige Feststellung des Vorliegens eines Mangels noch eine Entscheidung über einen Rückruf dar.
Warum ist diese Untersuchung wichtig?
Die Bedeutung der Entwicklung liegt in ihrem Umfang und darin, dass sie Elektro- und konventionelle Fahrzeuge verschiedener Marken einschließt. Dadurch wird die Bestimmung der Fehlerquelle in einem gemeinsamen System wichtiger als die Behandlung eines einzelnen Modells. Auch der Unterschied zwischen einem Verlust der Unterstützung beim Stillstand und einem sofortigen Verlust während der Fahrt kann die Einschätzung des Risikoniveaus und die Reaktion des Fahrers verändern.
Derzeit nennt der Text weder Reparaturmaßnahmen noch eine Rückrufaktion und erläutert auch nicht, ob tatsächlich alle betroffenen Fahrzeuge das Problem aufweisen. Daher bleiben die endgültigen Untersuchungsergebnisse sowie mögliche Anweisungen der NHTSA oder der betroffenen Unternehmen offene Punkte für eine weitere Prüfung.