Die beiden elektrischen Wabtec-FLXDrive-Lokomotiven stehen kurz vor einem umfangreichen Praxistest im Bergbausektor, nachdem sie etwa ein Jahr lang auf einer eigenen Strecke in der Eisenerzmine Jimblebar von BHP in Australien betrieben wurden. Jede Lokomotive verfügt über eine Leistung von 4.400 PS und wird vollständig von einer elektrischen Batterie angetrieben, anstatt einen Dieselmotor zu nutzen, der üblicherweise die für die Traktionsmotoren erforderliche Energie erzeugt.
Die beiden Lokomotiven, die ersten neuen, eigens dafür konstruierten Elektrolokomotiven in Australien, trafen im vergangenen November in Port Hedland ein. Seitdem werden sie auf den Strecken von BHP getestet, die die Eisenerzminen in Jimblebar mit den Anlagen des Unternehmens in der Pilbara verbinden – einer Region, die für harte Betriebsbedingungen und ein hohes Volumen an Erztransporten bekannt ist.
Batterie mit einer Kapazität von 7 Megawattstunden
Jede FLXDrive-Lokomotive verfügt über ein Batteriepaket mit einer Kapazität von 7 Megawattstunden und versorgt drehmomentstarke Elektromotoren direkt mit Energie. Dieses Konzept unterscheidet sich von den herkömmlichen Lokomotiven, die für den Transport von bis zu 35.000 Tonnen Eisenerz eingesetzt werden, da diese Lokomotiven meist Dieselmotoren verwenden, die als Generatoren für die Traktionsmotoren dienen.
Die neuen Lokomotiven nutzen ein regeneratives Bremssystem, das während der Talfahrt einen Teil der Energie zurückgewinnt und anschließend in der Batterie speichert. Der Beschreibung im Artikel zufolge kann der mit Erz beladene Zug auf einigen abschüssigen Streckenabschnitten genug Energie erzeugen, um den leeren Zug bei der Rückkehr zum Ladepunkt bergauf zu unterstützen. Die Quelle legt jedoch keine unabhängigen Zahlen zum Energieverbrauch oder zur Kraftstoff- und Emissionsreduzierung vor, die sich aus dem tatsächlichen Betrieb ergeben.
Vergleichstest zwischen zwei Lieferanten
Der nächste Schritt beschränkt sich nicht auf die Ergänzung der Wabtec-Lokomotiven. BHP nahm im Geschäftsjahr 2026 im Rahmen eines Pilotprogramms den Betrieb von zwei weiteren Wabtec-FLXDrive-Lokomotiven in Port Hedland auf. Außerdem wurden im selben Geschäftsjahr zwei Lokomotiven von Progress Rail nach Perth geliefert; sie sollen im Geschäftsjahr 2027 zum Betrieb und zu Tests nach Port Hedland transportiert werden.
BHP erwartet, dass die Beteiligung mehrerer Lieferanten den Test schwerer elektrischer Lokomotivtechnologien im direkten Vergleich und in derselben Betriebsumgebung ermöglicht. Dieser Vergleich könnte dem Unternehmen helfen, Produktunterschiede zu bewerten und die Lernprozesse zu beschleunigen, bevor Entscheidungen über groß angelegte Eisenbahnanwendungen im Bergbau getroffen werden.
Was ändert sich in der Praxis?
Die Bedeutung des Tests liegt nicht in der Einführung eines neuen Produkts an sich, sondern in der Prüfung, ob Batterien und regeneratives Bremsen schwere Bergbauzüge auf langen und anspruchsvollen Strecken unterstützen können. Der Erfolg des Konzepts hängt von der Beschaffenheit des Geländes, den Be- und Rückführungszyklen, der Verfügbarkeit der erforderlichen Ladeinfrastruktur sowie der tatsächlichen Leistung der Batterien im wiederholten Betrieb ab.
Wabtec erklärt, dass die Lokomotiven für den Einsatz in der Umgebung der Pilbara konzipiert wurden und dass die Kombination aus Batterien und regenerativem Bremsen die Effizienz steigern und Emissionen senken soll. Die bislang veröffentlichten Ergebnisse enthalten jedoch, wie die Quelle darstellt, keine detaillierten Messungen, die eine Bewertung der Einsparungshöhe oder der Übertragbarkeit des Tests auf andere Bergbaustrecken ermöglichen.