Kia hat ihren Elektrotransporter PV7 erstmals während der IAA Transportation 2026 in Hannover, Deutschland, vorgestellt. Das Unternehmen präsentierte damit ein größeres Nutzfahrzeug als den PV5, das auf den Transport von Passagieren und Gütern abzielt. Der PV7 ist rund 5.350 mm lang und soll auf den globalen Märkten als Passagierversion bis zu 9 Personen aufnehmen können. Alternativ sind Frachtversionen mit bis zu 8 Kubikmetern Laderaum erhältlich.
Zwei Batterien und eine Reichweite von über 460 Kilometern
Der PV7 basiert auf derselben E-GMP.S-Plattform wie der PV5 und wird mit zwei Nickel-Kobalt-Mangan-Batterien mit einer Kapazität von 71,5 beziehungsweise 96,2 kWh angeboten. Die Long Range Cargo-Version erreicht nach dem WLTP-Zyklus eine Reichweite von mehr als 460 Kilometern. Frontantrieb ist serienmäßig vorgesehen, während künftig auch Allradantrieb angeboten werden soll.
Das elektrische Frontantriebssystem leistet 200 kW beziehungsweise 268 PS und entwickelt ein Drehmoment von 420 Newtonmetern. Das Fahrzeug nutzt außerdem eine 800-Volt-Elektroarchitektur, die das Laden der Batterie von 10 auf 80 Prozent in etwa 25 Minuten ermöglicht, wenn ein Gleichstrom-Schnelllader mit 350 kW verwendet wird.
Ein Design für mehrere Einsatzszenarien
Der PV7 ist rund 5.350 mm lang, 1.995 mm breit und 1.990 mm hoch und verfügt über einen Radstand von 3.500 mm. Er ist deutlich größer als der PV5 Passenger. Außerdem übertrifft seine Länge die Version des Volkswagen ID. Buzz mit langem Radstand.
Der PV7 Cargo ist als Zwei- oder Dreisitzer erhältlich und bietet bis zu 6,1 Kubikmeter Laderaum. Die High-Roof-Version erhöht das Volumen auf 8 Kubikmeter. Die maximale Nutzlast beträgt 1.165 Kilogramm bei der Langversion und 1.200 Kilogramm bei der kompakten Version. Der PV7 Long kann bis zu drei Euro-Paletten aufnehmen. Die Ladehöhe beträgt 550 mm; außerdem gibt es einen speziellen Fahrmodus für schwere Lasten.
Zu den Ausstattungsoptionen gehören eine zweigeteilte Hecktür, die sich vollständig öffnen lässt, oder eine nach oben schwenkende Heckklappe. Außerdem verfügt das Fahrzeug über eine V2L-Funktion, mit der sich Arbeitsgeräte, Campingausrüstung oder externe elektronische Geräte über die Energie der Batterie betreiben lassen.
Passagierversion und neunzehn geplante Varianten
Kia hat die PV7-Passagierversion für Shuttle-Dienste, Vermietungen und den Familieneinsatz entwickelt. Die globale Version bietet Platz für bis zu 9 Passagiere, während in Korea bis zu 11 Passagiere untergebracht werden können. Die siebensitzige Version nutzt entfernbare Long-Rail-Easy-Remove-Sitze, wodurch sich die Innenraumaufteilung verändern lässt. Die neunsitzige Version ist mit oder ohne vierte Sitzreihe erhältlich.
Kia plant, in den kommenden Jahren 23 verschiedene PV7-Varianten auf den Markt zu bringen. Der Plan umfasst kompakte, lange und hochdachige Cargo-Versionen sowie kompakte und lange Passenger-Versionen. Hinzu kommen eine Chassis Cab und mehrere speziell angepasste Umbaumodelle.
Was ändert sich in der Praxis?
Mit dem PV7 positioniert sich Kia in einem größeren Segment elektrischer Nutzfahrzeuge. Der Mehrwert beschränkt sich nicht darauf, einen Verbrennungsmotor durch einen elektrischen Antrieb zu ersetzen, sondern erstreckt sich auch auf eine modulare Plattform, die für den gewerblichen Transport, die Personenbeförderung oder spezielle Umbauten angepasst werden kann. Das ist für Unternehmen relevant, die eine Kombination aus großer Reichweite, hoher Ladekapazität und unterschiedlichen Karosserieformen benötigen.
Einige wichtige Details sind jedoch noch nicht geklärt. Der Preis des PV7 soll näher am Markteinführungstermin bekannt gegeben werden. Außerdem bezieht sich die Reichweite von 460 Kilometern auf die Long Range Cargo-Version nach dem WLTP-Zyklus und nicht auf alle Konfigurationen. Die Passenger- und Cargo-Versionen sollen im zweiten Halbjahr 2027 in Korea und Europa eingeführt werden, bevor die Expansion in weitere Märkte beginnt.