Volvo Cars bereitet die Einführung von 13 neuen Elektro- und Plug-in-Hybridautos vor, die vor Ende 2030 auf den Markt kommen sollen. Dies bezeichnet das Unternehmen als die größte weltweite Produkterweiterung in seiner 99-jährigen Geschichte. Nach Angaben des Unternehmens werden die kommenden Modelle ein neues Außen- und Innendesign bieten, in dem Versuch, den Marktanteil bis zum Ende des Jahrzehnts zu verdoppeln.
Håkan Samuelsson, CEO und Präsident von Volvo Cars, sagte während der Aktualisierung der Strategie, dass die Ausstellungsräume des Unternehmens im Jahr 2030 „sehr anders aussehen werden“. Die Ankündigung stellt weniger die Enthüllung eines einzelnen Serienmodells dar, sondern legt vielmehr die Richtung des Unternehmens für die kommenden Jahre fest – mit einem gleichzeitigen Schwerpunkt auf vollelektrischen Fahrzeugen und der dritten Generation von Plug-in-Hybridautos.
Eine unterschiedliche Strategie für den Westen und China
Volvo teilt seinen neuen Plan in zwei regionale Wege auf. Das Unternehmen wird sieben Autos für die westlichen Märkte entwickeln, darunter die USA und Europa, sowie sechs Autos speziell für China. Die Trennung zwischen den beiden Regionen beschränkt sich nicht auf das Produktdesign, denn Volvo wird für jeden Markt ein unterschiedliches technisches System verwenden.
In den USA und Europa wird sich das Unternehmen auf die HuginCore-Computing-Plattform sowie auf die Architekturen SPA2 und SPA3 stützen. In China wird Volvo dagegen gemeinsame Geely-Plattformen und ein eigenes technisches System nutzen. Dieser Ansatz spiegelt den Versuch wider, die Fahrzeuge an die Unterschiede der Märkte anzupassen, anstatt weltweit eine einheitliche Modellpalette auf Grundlage derselben technischen Architektur anzubieten.
Neues Design und physische Tasten im Innenraum
Thomas Ingenlath, der bei Volvo Cars für das Design verantwortlich ist, sagte, dass die Attraktivität des Produkts ein wesentlicher Faktor für den finanziellen Erfolg des Unternehmens sei, und stellte einen Zusammenhang zwischen der Stärke der Marke und der Möglichkeit her, Premiumpreise zu verlangen. Volvo wird das neue Design zunächst über ein Konzeptfahrzeug präsentieren, das im Frühjahr 2027 gezeigt werden soll – zeitgleich mit dem 100. Jahrestag der Unternehmensgründung.
Nach Angaben des Unternehmens wird das Design auf seiner skandinavischen Identität aufbauen, während Ingenlath eine Rückkehr physischer Tasten in den Innenraum andeutete. Er erklärte jedoch, dass dies nicht die Ergänzung langer Tastenreihen bedeuten werde, sondern die Gestaltung von Bedienelementen mit unterschiedlichen Formen und Interaktionsweisen. Volvo hat bislang weder das Aussehen dieser Benutzeroberfläche noch ihre Funktionen im Detail bekannt gegeben.
Was ändert sich praktisch?
Volvo hat bereits mit der Umsetzung eines Teils des Plans begonnen, indem das Unternehmen die neuen Modelle XC60 und XC90 vorgestellt hat. Sie sind die ersten Plug-in-Hybridmodelle des Unternehmens mit großer Reichweite. Ihre Produktion soll später im Herbst 2026 beginnen, während die Auslieferungen an Kunden Anfang 2027 starten sollen.
Die neuen Hybridmodelle werden neben dem EX60 verkauft, dem ersten Elektroauto von Volvo auf der SPA3-Plattform. Dieses soll eine größere Reichweite und schnelleres Laden bieten, mit mehreren Karosserievarianten, darunter Kombis und Limousinen. Außerdem plant das Unternehmen laut einem aktuellen Bericht von Automotive News, den EX40 in den USA vor Ende 2027 durch ein neues elektrisches Einstiegs-SUV zu ersetzen. Das Fahrzeug soll voraussichtlich EX50 heißen und zu einem Preis ab etwa 50.000 Dollar angeboten werden. Auch dieses Modell soll auf der SPA3-Plattform basieren.
Die Bedeutung des Plans liegt nicht allein in der Zahl der Modelle, sondern im Übergang von Volvo zu einer Strategie, die unterschiedliche Plattformen, auf bestimmte Märkte zugeschnittene Fahrzeuge und ein Nutzungserlebnis verbindet, das einige physische Bedienelemente zurückbringt. Die meisten Details zu den 13 Fahrzeugen, ihren endgültigen Preisen und ihren Markteinführungsterminen außerhalb der genannten Modelle sind jedoch weiterhin nicht bekannt. Daher bleibt die Ankündigung eher ein strategischer Rahmen als ein vollständiger Einführungsplan.