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Kosten für das Fahren eines Elektroautos in Europa sinken auf weniger als die Hälfte der Dieselkosten

Eine Analyse von Daten von Transport & Environment zeigt, dass Fahrer von Elektroautos in Europa durchschnittlich weniger als die Hälfte dessen zahlen, was Dieselfahrer pro Kilometer für das Laden oder Tanken ausgeben. Dies geschieht, während die Kosten für einen Dieseltank seit Jahresbeginn um rund 32 Euro gestiegen sind und Forderungen nach Unterstützung einkommensschwacher Haushalte sowie einer beschleunigten Umstellung auf elektrischen Verkehr laut werden.

2026-09-29
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certi.news Editorial Team
Kosten für das Fahren eines Elektroautos in Europa sinken auf weniger als die Hälfte der Dieselkosten

Fahrer von Elektroautos zahlen in Europa durchschnittlich weniger als die Hälfte der Kosten von Dieselfahrern pro Kilometer, wenn ausschließlich das Laden oder Tanken berücksichtigt wird. Dies geht aus einer Analyse der Organisation Transport & Environment (T&E) hervor. Die Schlussfolgerung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel über Wege zum Umgang mit der Energiekrise und den steigenden Kraftstoffpreisen beraten.

T&E zufolge zahlen Dieselfahrer derzeit rund 32 Euro mehr pro 50-Liter-Tank als im Durchschnitt im Februar 2026; etwa 16 Euro dieses Anstiegs seien auf höhere Raffineriemargen zurückzuführen. Der Vergleich stützte sich auf den gewichteten durchschnittlichen Dieselpreis in den 27 EU-Mitgliedstaaten gemäß dem am 21. September 2026 veröffentlichten wöchentlichen Öl-Bulletin der Europäischen Kommission sowie auf Schätzungen der Raffineriemargen, die von etwa 0,10 Euro pro Liter im Februar auf rund 0,41 Euro am 14. September gestiegen sind.

Wie wurde der Unterschied berechnet?

T&E schätzte die Betriebskosten eines Dieselautos auf Grundlage eines Verbrauchs von 6,9 Litern pro 100 Kilometer, verglichen mit 20,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer für ein Elektroauto. Die Organisation verwendete einen Strompreis von 0,343 Euro pro Kilowattstunde. T&E weist darauf hin, dass die Schätzung der Ladekosten den Zusammenhang zwischen Strom- und Gaspreisen sowie die zeitverzögerte Weitergabe der Preise an die Haushalte berücksichtigt und daher eine Obergrenze für die Ladekosten eines Elektroautos darstellen könnte.

Was ändert sich in der Praxis?

Die Auswirkungen des Anstiegs der Dieselpreise beschränken sich nicht auf Privatfahrzeuge; ein großer Teil des Dieselverbrauchs in Europa entfällt auf Lastkraftwagen und Nutzfahrzeuge. Einer weiteren von T&E am Montag veröffentlichten Studie zufolge sind Elektro-Lkw in fast der Hälfte der in der Europäischen Union verkauften Lkw-Kategorien im Betrieb inzwischen günstiger als ihre Diesel-Pendants.

Die Organisation ist der Ansicht, dass diese Zahlen das wirtschaftliche Argument für eine beschleunigte Umstellung auf Elektroautos und Elektro-Lkw stärken, den Bedarf an kurzfristigen Maßnahmen gegen die steigenden Preise jedoch nicht beseitigen. Sie warnt außerdem vor einer allgemeinen Senkung der Kraftstoffabgaben und schlägt stattdessen vor, die Unterstützung auf einkommensschwache Haushalte zu konzentrieren, Steuern auf außergewöhnliche Gewinne von Energieunternehmen zu erheben und die Einnahmen für den öffentlichen Verkehr sowie Programme zum Ersatz älterer Fahrzeuge zu verwenden.

Kontext und Einschränkungen

Antony Froggatt, Senior Director bei T&E, sagte, ein mögliches US-Verbot von Diesel-Exporten könne die Risiken von Versorgungsengpässen erhöhen. Er vertrat die Ansicht, dass die Elektrifizierung das Mittel sei, um eine Wiederholung von Ölkrisen zu verhindern. Die Organisation erklärt, dass sich die Gesamtgewinne der Ölunternehmen in Europa im vergangenen Quartal laut einer früheren Analyse von ihr verdoppelt hätten.

Der Vergleich basiert ausschließlich auf den direkten Energiekosten und umfasst weder den Kaufpreis des Fahrzeugs noch Versicherung, Wartung oder die Kosten für den Aufbau der Ladeinfrastruktur. Zudem handelt es sich bei den Diesel- und Ladewerten um regionale Durchschnittswerte; daher kann der tatsächliche Unterschied je nach Land, Fahrzeugtyp, Strompreis und Lademethode variieren. Die Forderung von T&E nach gezielten Unterstützungsmaßnahmen bleibt eine Empfehlung der Organisation und ist kein unabhängiges Ergebnis, das allein durch die Analyse belegt wird.

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