China hat im Rahmen einer neuen Roadmap für die Batterieindustrie, die am 28. September vorgestellt wurde, die Produktion und den groß angelegten Einsatz von Festkörperbatterien bis 2030 festgelegt. Das Ziel spiegelt Pekings Bestreben wider, seinen derzeitigen Vorsprung bei Batterien für Elektrofahrzeuge auf die nächste Generation von Speichertechnologien zu übertragen. Es bedeutet jedoch nicht, dass diese Batterien bis zu diesem Zeitpunkt in Fahrzeugen zu einem weit verbreiteten Standard werden.
CATL, der weltweit größte Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge, warnt davor, dass der Weg von der Erstproduktion zur breiten Einführung noch lang ist. Der Vorsitzende Robin Zeng bewertete die Festkörpertechnologie auf Stufe vier von neun auf einer Bereitschaftsskala, wobei Stufe neun die Bereitschaft für eine groß angelegte Produktion darstellt.
Die Produktion könnte der kommerziellen Verbreitung vorausgehen
CATL bestätigte Pläne, 2027 mit der begrenzten Produktion von Festkörperbatterien zu beginnen, wies jedoch darauf hin, dass eine Steigerung der Mengen auf ein hohes Niveau schwierig sein werde. Zeng hatte erklärt, dass der Einsatz dieser Batterien in Millionen von Fahrzeugen vor Ende des Jahrzehnts unwahrscheinlich sei, da die Herausforderungen bei Leistung und Kosten fortbestünden.
Praktisch könnten die Batterien in begrenzte Produktionslinien gelangen, bevor sie in erschwinglichen Elektrofahrzeugen verfügbar werden. Dies ist ein wichtiger Unterschied bei der Interpretation des Ziels für 2030: Das Jahr könnte den Ausgangspunkt für eine Ausweitung der Nutzung darstellen und nicht den Zeitpunkt, an dem die Technologie plötzlich zu einem umfassenden Industriestandard wird.
Die Herausforderung betrifft nicht nur die Materialien
Die chinesische Roadmap sieht Kostensenkungen, Verbesserungen bei Leistung und Stabilität sowie Fortschritte bei Materialien und Fertigungsprozessen vor. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie räumte ein, dass es in der heimischen Industrie Schwachstellen gebe, darunter Innovationsdefizite sowie Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage, obwohl China über eine umfangreiche Forschungs- und Fertigungsbasis verfügt.
Die Roadmap beschränkt sich nicht auf Festkörperbatterien. Sie umfasst auch Natrium-Ionen-Batterien und Redox-Flow-Batterien, die Verbesserung von Sicherheit und Leistung bei unterschiedlichen Temperaturen sowie eine höhere Fertigungsqualität. Außerdem enthält sie ein separates Ziel zur Entwicklung langlebiger Lithiumbatterien, die 15.000 Zyklen erreichen können, ohne dass dies bedeutet, dass Festkörperbatterien ebenfalls dieselbe Zahl erreichen werden.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Entwicklungen zeigen, dass es beim Wettlauf um Festkörperbatterien nicht nur darum geht, die Herstellung einer einzelnen Zelle nachzuweisen, sondern sie in großen Mengen und zu einem für Massenfahrzeuge geeigneten Preis zu produzieren. Die Warnungen kommen zudem nicht nur von außen: Selbst CATL, das sich auf eine begrenzte Produktion vorbereitet, sieht in der industriellen Skalierung ein eigenständiges Hindernis.
In China gibt es bereits Festkörperbatterien in einer begrenzten Anzahl von Fahrzeugen. Ihre Präsenz belegt jedoch nicht, dass Festkörperbatterien insgesamt für eine breite Einführung bereit sind. Die in dem Beitrag genannten Prognosen von BloombergNEF deuten darauf hin, dass die Festkörpertechnologie bis 2035 nur etwa 10 % der weltweiten kumulierten Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Batteriespeichern ausmachen könnte. Außerdem zitierte der Beitrag Robert Lee, den Leiter von LG Energy Solution in Nordamerika, der die Schwierigkeit der Herstellung großer Festkörperzellen bestätigte und prognostizierte, dass die ersten Anwendungen für den Massenmarkt außerhalb von Elektrofahrzeugen beginnen werden.