Energie und grüne Technologien

Verlangsamtes Wachstum der Solarenergie in China, während der Markt in eine komplexere Phase übergeht

Die chinesische Solarbranche sieht sich mit einer Verlangsamung beim Zubau neuer Kapazitäten sowie mit Belastungen durch Überkapazitäten in der Produktion und den Übergang zu einer stärker marktbestimmten Strompreisgestaltung konfrontiert. Gleichzeitig zeichnen sich Energiespeichertechnologien und die Steigerung der Moduleffizienz als zwei zentrale Wege ab, um das Wachstum des Sektors aufrechtzuerhalten.

2026-08-17
4 Min. Lesezeit
12 Aufrufe
فريق تحرير certi.news
Verlangsamtes Wachstum der Solarenergie in China, während der Markt in eine komplexere Phase übergeht

Der chinesische Solarsektor ist nach Jahren eines rekordhohen Ausbaus in eine herausforderndere Phase eingetreten. Das Tempo beim Zubau neuer Kapazitäten hat sich verlangsamt, während Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien auf stärker marktorientierte Preismodelle umgestellt werden, ein erhebliches Überangebot an Produktionskapazitäten fortbesteht und sich der Wandel hin zu effizienteren Modultechnologien beschleunigt.

Daten der Nationalen Energieverwaltung Chinas zufolge belief sich der Solarzubau im ersten Halbjahr 2026 auf 72,07 Gigawatt, gegenüber 71,77 Gigawatt im selben Zeitraum gemäß den im Ausgangsmaterial enthaltenen Daten. Damit stieg die gesamte Photovoltaikkapazität des Landes auf 1,27 Terawatt. Solarkraftwerke erzeugten 655,5 Milliarden Kilowattstunden, bei einer durchschnittlichen Auslastung von 91,4 %.

Dennoch stellen diese Zahlen eine deutliche Verlangsamung gegenüber 2025 dar, als China mehr als 315 Gigawatt Solarkapazität zubaute. Daten von TaiyangNews wiesen zudem auf einen Rückgang der Installationen im Januar und Februar um mehr als 17 % im Jahresvergleich hin, nachdem Projekte vor dem Auslaufen des geltenden Einspeisetarifs beschleunigt fertiggestellt worden waren.

Neue Wirtschaftlichkeit von Solarprojekten

Ab 2026 nahmen neue Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien ihren Betrieb zunehmend unter Bedingungen einer marktgestützten Strompreisgestaltung auf. Dieser Wandel verändert die Bewertung von Solarprojekten. Nicht mehr allein die installierte Leistung ist ausschlaggebend; vielmehr gewinnen der Zeitpunkt und der Standort eines Projekts sowie die Fähigkeit des Netzes, seine Erzeugung aufzunehmen, für die Entwickler an Bedeutung.

Dies fällt mit einem steigenden Anteil variabler Erzeugungsquellen zusammen. Die Windkraftkapazität Chinas erreichte bis Juni 2026 679 Gigawatt, zusätzlich zu 1,27 Terawatt Solarenergie. Damit machten Wind- und Solarenergie zusammen nahezu die Hälfte der installierten Erzeugungskapazität des Landes aus. Diese Expansion stellt die Netzbetreiber vor die Herausforderung, große Mengen variabler Erzeugung zu steuern.

Speicher als Stärke

Vor diesem Hintergrund stieg die Kapazität der neuen Energiespeicher bis Ende Juni auf 153 Gigawatt beziehungsweise 396 Gigawattstunden, was einem jährlichen Anstieg von 61 % entspricht. Dies deutet darauf hin, dass Speicher zu einem praktischen Bestandteil der Steuerung überschüssiger Wind- und Solarstromerzeugung geworden sind und nicht lediglich eine unterstützende Technologie außerhalb des eigentlichen Kerns der Branchenausweitung darstellen.

Auch der Stromhandel weitete sich aus: Das gehandelte Stromvolumen belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 3,685 Billionen Kilowattstunden, 24,2 % mehr als im Vorjahr. Dies spiegelt den Übergang des Sektors vom Fokus auf den Kapazitätsaufbau hin zu einer besseren Integration und Nutzung innerhalb eines stärker auf Marktmechanismen ausgerichteten Stromsystems wider.

Überkapazitäten in der Produktion treiben Unternehmen ins Ausland

Trotz der Verlangsamung auf dem Inlandsmarkt bleibt China weltweit der wichtigste Produktionsstandort für Solarenergie. Die Modulausfuhren überstiegen im Januar und Februar 35 Gigawatt, gingen jedoch gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 um 9 % zurück. Gleichzeitig stiegen die Exporte von Solarzellen um 44 %, da chinesische Unternehmen ausländische Produktionsketten mit Zellen und Komponenten beliefern.

Die Exporte von Modulen, Zellen und Wafern erreichten im März mit 68 Gigawatt einen Rekordwert, bevor am 1. April 2026 die Mehrwertsteuervergünstigung für den Export von Photovoltaikprodukten abgeschafft wurde. Die im Januar angekündigte Maßnahme zielte darauf ab, Handelskonflikte zu verringern und Überkapazitäten in der Produktion zu bewältigen. Im Mai und Juni gingen die Exporte deutlich zurück, während die Lieferungen nach Südostasien, Südasien und Afrika weiter zunahmen.

Technische Effizienz als Wettbewerbsinstrument

Die Effizienz bleibt ein wichtiger Faktor für die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Projekten. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der Wirkungsgrad kommerzieller Module 25 % bei Rückkontaktprodukten, 24,1 % bei TOPCon-Produkten und 23,8 % bei Heterojunction-Produkten. Diese Steigerungen helfen insbesondere bei Großprojekten, die Kosten der Systemkomponenten zu senken und die Wirtschaftlichkeit von Projekten in einem zunehmend restriktiveren Markt zu verbessern.

Gleichzeitig bietet die heimische Stromnachfrage zusätzlichen Spielraum für das Wachstum erneuerbarer Energien. Der landesweite Stromverbrauch stieg im ersten Halbjahr 2026 um 5,3 %, während der Verbrauch der Hightech-Industrien und des Ausrüstungsbaus um 9,8 % zunahm. Der Verbrauch von Internetdiensten und Rechenzentren schnellte aufgrund der Expansion der Rechenzentren um 44 % in die Höhe.

Nachrichtenquelle
ف
Autor

فريق تحرير certi.news

Aus derselben Kategorie

Das könnte Sie interessieren

Alle Nachrichten anzeigen