Weltraum und Raumfahrttechnologien

Von der NASA geleitete Mission stellt erhöhte Luftverschmutzung in Addis Abeba fest

Ein Netzwerk aus 10 Sensoren des NASA-Projekts MAIA lieferte zwischen 2022 und 2025 kontinuierliche Daten zu Feinstaub und Ruß in Addis Abeba. Die Ergebnisse zeigten, dass der durchschnittliche PM2,5-Wert auf mehr als das Dreifache des Standards der US-Umweltschutzbehörde anstieg, mit deutlichen Schwankungen im Zusammenhang mit Verkehr, Brennstoffverbrennung und Festen.

2026-08-17
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فريق تحرير certi.news
Von der NASA geleitete Mission stellt erhöhte Luftverschmutzung in Addis Abeba fest

Eine neue Studie hat eines der bislang detailliertesten Bilder der langfristigen Luftverschmutzung in Addis Abeba aufgezeigt. Dafür analysierten Forschende Daten, die von 10 Stationen zur Überwachung der Luftqualität im Rahmen des NASA-Projekts Multi-Angle Imager for Aerosols (MAIA) gesammelt wurden. Die Daten decken den Zeitraum von 2022 bis 2025 ab und konzentrieren sich auf Feinstaub mit einem Durchmesser von höchstens 2,5 Mikrometern, bekannt als PM2,5, sowie auf Ruß, der durch Brände, Dieselfahrzeuge und andere Verbrennungsquellen entsteht.

Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift ES&T: Air veröffentlicht. Die durchschnittliche PM2,5-Konzentration in Addis Abeba betrug in den drei Jahren 30 Mikrogramm pro Kubikmeter und lag damit mehr als dreimal so hoch wie der gesundheitsbasierte Jahresstandard der US-Umweltschutzbehörde. Die Sensordaten zeigten außerdem, dass die durchschnittlichen Rußwerte in der äthiopischen Hauptstadt etwa vier- bis neunmal höher waren als die in drei US-amerikanischen Stadtgebieten gemessenen Werte, die von der Mission überwacht werden.

Veränderungen im Zusammenhang mit Verkehr und Jahreszeiten

Das Netzwerk erfasste nicht nur Durchschnittswerte, sondern zeigte auch, wie sich die Verschmutzungswerte im Tagesverlauf und über die Jahreszeiten hinweg verändern. Anstiege in bestimmten Zeiträumen standen mit dem Verkehr während der Hauptverkehrszeiten in Zusammenhang, während die Sensoren während zweier großer Feste in Addis Abeba, bei denen Feuer entzündet werden, einen Anstieg des Rußes registrierten. Die Forschenden konnten zwischen Partikeln aus diesen Bränden und solchen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe unterscheiden.

Diese Messungen sind besonders wichtig, da der Ballungsraum Addis Abeba rund 6 Millionen Einwohner umfasst und die Vereinten Nationen davon ausgehen, dass seine Bevölkerung bis 2050 auf mehr als 10 Millionen anwachsen wird. Die Daten liefern zudem eine Ausgangsbasis, anhand derer sich die Veränderung der Luftqualität während des weiteren Wachstums der Stadt verfolgen lässt. Äthiopien hatte 2024 den Import von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verboten, während seine Städte damit begannen, Fahrradwege und Infrastruktur für Elektrofahrzeuge auszubauen.

Warum ist diese Nachricht wichtig?

Langfristige Messungen an mehreren Standorten helfen dabei, die Quellen von PM2,5 genauer zu bestimmen, da sich die Zusammensetzung der Verschmutzung je nach Geografie, Verkehr, Industrie und anderen Faktoren von Stadt zu Stadt unterscheidet. Dieses Wissen ist für die Gesundheit von Bedeutung, da die Studie Schätzungen des Berichts State of Global Air 2025 anführt, denen zufolge die Belastung durch PM2,5 weltweit mit etwa 4,9 Millionen Todesfällen pro Jahr verbunden ist.

Sina Hasheminassab, Mitautorin der Studie und stellvertretende leitende Wissenschaftlerin des MAIA-Projekts am Jet Propulsion Laboratory der NASA, erklärte, dass die Messungen eine wichtige Ausgangsbasis böten, um die räumliche und zeitliche Veränderung der Verschmutzung in schnell wachsenden Städten zu verstehen. Die Studie weist darauf hin, dass die Kombination von Daten bodengestützter Sensoren mit künftigen satellitengestützten Beobachtungen die Fähigkeit erweitern könnte, Karten verschiedener Partikelarten zu erstellen und sie mit Gesundheitsdaten zu vergleichen.

Die Weltraumphase des MAIA-Projekts

Die NASA unterstützt MAIA-Forschungen in etwa 12 Stadtgebieten weltweit, darunter Los Angeles, Atlanta und Boston in den Vereinigten Staaten. Das Projekt umfasst das Netzwerk bodengestützter Sensoren und ein Weltraumobservatorium mit einer von den Jet Propulsion Laboratories entwickelten Kamera. Die italienische Raumfahrtagentur (ASI) soll die Kamera frühestens Ende 2027 auf einem ihrer Satelliten starten.

Die Kamera wurde entwickelt, um verschiedene mit PM2,5 verbundene Aerosolarten zu beobachten, indem sie analysiert, wie diese das Licht reflektieren, und Daten aus mehreren Blickwinkeln erfasst. Zum MAIA-Projekt gehören außerdem erstmals in NASA-Projekten Forschende aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit zum Team einer Weltraummission, um mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Partikelarten und ihren gesundheitlichen Auswirkungen zu untersuchen.

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NASA Technology
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