Künstliche Intelligenz

Siemens konzentriert seine KI-Strategie auf drei Pfade und erweitert seine industriellen Tools

Siemens Digital Industries Software hat eine Strategie für künstliche Intelligenz vorgestellt, die sich auf drei Schwerpunkte konzentriert. Dabei entwickelt das Unternehmen seine Software in Richtung eines stärker auf KI basierenden Modells für Engineering, Fertigung und Datenmanagement weiter. Der Plan stützt sich auf Tools wie Teamcenter, Designcenter und Opcenter sowie auf die Plattform Intelligence Center X.

2026-08-21
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certi.news
Siemens konzentriert seine KI-Strategie auf drei Pfade und erweitert seine industriellen Tools

Siemens Digital Industries Software hat am 30. Juli 2026 eine neue Strategie zur Weiterentwicklung des Einsatzes künstlicher Intelligenz in Industriesoftware angekündigt. Im Zentrum des Plans stehen drei Pfade: fortschrittliches Engineering, intelligente Ausführung und vertrauenswürdige Entscheidungsfindung. Das Unternehmen will ein Softwareportfolio aufbauen, das als „AI-native“ bezeichnet wird, sodass künstliche Intelligenz Bestandteil der Funktionsweise der Produkte und nicht lediglich eine separate Zusatzfunktion ist.

Die Ankündigung erfolgte während einer Veranstaltung in Japan. Siemens erläuterte dabei, dass der Fokus auf künstlicher Intelligenz mit drei zentralen Bereichen im Produktlebenszyklus und in industriellen Prozessen verbunden ist. Dazu gehören die Konstruktion und Entwicklung von Produkten, die Verwaltung von Fertigungsprozessen sowie die Verknüpfung operativer und geschäftlicher Daten zur Unterstützung von Entscheidungen.

Drei Pfade für den Einsatz künstlicher Intelligenz

Robert Jones, CEO des Bereichs Global Sales and Customer Success bei Siemens Digital Industries Software, sagte, das Unternehmen habe in den vergangenen drei Geschäftsjahren 280 Millionen US-Dollar in neue Technologien investiert. Der Präsentation zufolge weitet Siemens den Einsatz künstlicher Intelligenz über seine bestehenden Tools aus, statt sie auf ein eigenständiges Produkt zu beschränken.

Im Engineering nutzt die PLM-Plattform Teamcenter künstliche Intelligenz, um Teile bis zu zehnmal schneller als mit herkömmlichen Methoden zu klassifizieren. Designcenter unterstützt außerdem die Wiederverwendung von Konstruktionen und die Erstellung von Konzepten. Nach den von Siemens präsentierten Zahlen kann dadurch der für die Erstellung und Überprüfung von Zeichnungen erforderliche Zeitaufwand um bis zu 50 % reduziert werden.

Im Management von Fertigungsprozessen ermöglicht die Plattform Opcenter die Erstellung elektronischer Arbeitsanweisungen (EWI) und von Fertigungsprozessstrukturen (BOP) bis zu zehnmal schneller als mit herkömmlichen Methoden. Siemens zufolge zielen diese Funktionen darauf ab, wiederkehrende Arbeiten zu reduzieren und den Übergang von der Konstruktion zur Ausführung zu beschleunigen.

Verbreitung von Copilot-Tools

Joe Bohman, CEO des PLM-Bereichs bei Siemens Digital Industries Software, erklärte, künstliche Intelligenz könne wiederkehrende Aufgaben übernehmen und Ingenieuren dadurch ermöglichen, sich stärker auf Konstruktionsarbeiten zu konzentrieren. Das Unternehmen sagt, dass die Funktionen von Designcenter Copilot seit sieben Jahren verfügbar sind und in den vergangenen 30 Tagen mehr als 50.000 Nutzer von den KI-Funktionen in Designcenter innerhalb der kollaborativen Arbeitsumgebung profitiert haben.

In Teamcenter hat Copilot laut Siemens mehr als 1.000 neue Nutzer dabei unterstützt, Systemprozesse automatisch auszuführen. Außerdem trug Copilot dazu bei, die Einarbeitungszeit der Nutzer um 50 % zu verkürzen.

Die Plattform Intelligence Center X

Siemens stellte im Juni 2026 die Plattform Intelligence Center X vor. Sie verknüpft Daten aus vier Systemtypen: PLM, ERP, CRM und internen Systemen. Die Plattform nutzt Funktionen eines Wissensgraphen, um Daten in einem gemeinsamen Kontext zu integrieren. Zudem kann sie in die Plattformen von Snowflake, Databricks und Palantir integriert werden.

Die Plattform umfasst KI-Agenten, die in einem Modell arbeiten, bei dem der Mensch Teil des Prüf- und Entscheidungsprozesses bleibt. Praktisch bedeutet dies, dass das Ziel nicht nur in der Generierung von Antworten besteht, sondern auch darin, verstreute Daten zu organisieren und sie mit den Aufgaben von Beschäftigten und Ingenieuren zu verknüpfen.

Warum ist diese Entwicklung wichtig?

Die Ankündigung von Siemens spiegelt den Übergang industrieller künstlicher Intelligenz von isolierten Experimenten zu ihrer Integration in Tools wider, die in mehreren Phasen eingesetzt werden – von der Konstruktion über die Fertigung bis zum Prozessmanagement. Für Unternehmen, die diese Software nutzen, besteht die praktische Veränderung in der Reduzierung wiederkehrender manueller Arbeiten und einem schnelleren Datenzugriff. Gleichzeitig bleibt eine menschliche Überprüfung erforderlich, wenn die Ergebnisse für technische und betriebliche Entscheidungen verwendet werden.

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