Das US-Start-up CivilGrid hat eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 26 Millionen Dollar eingesammelt, um seine Kundenbasis zu erweitern und eine Plattform weiterzuentwickeln, die verstreute Daten über unterirdisch vergrabene Infrastruktur zusammenführt. Die Plattform richtet sich an Versorgungsunternehmen, Bauingenieurunternehmen und Behörden, die vor Beginn von Grabungen oder der Verlegung neuer Leitungen wissen müssen, was sich unter ihren Projektstandorten befindet.
Josh Mackanic gründete das Unternehmen im Jahr 2020, nachdem er zehn Jahre lang im Ingenieurwesen bei Pacific Gas and Electric gearbeitet hatte, kurz PG&E. Die Idee entstand durch einen Vorfall, der ein Projekt zum Stillstand brachte, als eine vergrabene Leitung auftauchte, von deren Existenz die Arbeitsteams nichts wussten. Es dauerte drei Tage, den Eigentümer der Leitung und die Art dessen, was sie transportierte, zu bestimmen. Die Verzögerung verursachte laut Mackanics Darstellung Kosten in Höhe von 60.000 Dollar.
Verteilte Daten und kostspielige Risiken
Versorgungsunternehmen haben normalerweise keinen vollständigen Überblick über alles, was sich unter der Erde befindet. Ein Strom- oder Gasunternehmen kennt seine eigenen Leitungen, doch Wasser- und Abwasserrohre können anderen Stellen gehören. Außerdem können Informationen über Eigentum und den genauen Standort auf verschiedene Unternehmen, Behörden und Register verteilt sein. Die Quelle bringt diesen fehlenden Überblick mit rund 200.000 jährlichen Vorfällen in Verbindung, bei denen Versorgungsleitungen getroffen werden. Diese Vorfälle können zu Projektverzögerungen, zusätzlichen Kosten oder Sicherheitsrisiken führen.
CivilGrid führt Daten über Versorgungsanlagen, Grundstückseigentum und Umweltvorschriften zusammen und stellt sie in einer einheitlichen Ebene dar, die das Unternehmen sinngemäß als „Google Maps für das, was sich unter der Erde befindet“ beschreibt. Das Unternehmen verkauft Behörden, Ingenieurunternehmen und Versorgungsunternehmen, darunter PG&E, den Zugang zu diesen Daten. PG&E war der frühere Arbeitgeber des Gründers.
Neue Finanzierung und bestätigte Nutzung bei PG&E
Spark Capital führte die Finanzierungsrunde an. Beteiligt waren Afore, A*, Ford Street Ventures und SNR sowie Energy Impact Partners, ein Fonds, zu dessen Limited Partners mehrere Versorgungsunternehmen gehören. Mackanic sagte, die Beteiligung des Fonds sei ein Indikator für das Interesse der Branche an diesem Problem.
Laut einer von PG&E durchgeführten Fallstudie half die Nutzung von CivilGrid dabei, 60 Millionen Dollar an vermeidbaren Kosten für die erneute Asphaltierung im Rahmen von 1.600 geplanten Projekten für Gasverteilungsnetze zu identifizieren. Christine Cowsert, Senior Vice President für Geschäftsentwicklung und die Modernisierung der Unternehmenstechnologie bei PG&E, sagte außerdem, dass das Tool den Teams helfe, Risiken frühzeitig zu erkennen und Projekte effizienter umzusetzen.
Was will das Unternehmen als Nächstes automatisieren?
Die Plattform wird derzeit eingesetzt, um Ingenieure mit den Daten und Einschränkungen zu versorgen, die für Entscheidungen über Standorte der Infrastruktur erforderlich sind. Mackanic ist der Ansicht, dass die von dem Unternehmen aufgebaute Datenbank künftig vorschlagen könnte, wo eine Leitung sinnvoll platziert werden kann, die erforderlichen Genehmigungen bestimmen und möglicherweise sogar Genehmigungsanträge im Namen der Projektteams einreichen könnte.
Diese künftigen Möglichkeiten sind jedoch weiterhin eine Einschätzung des Unternehmensgründers und keine Funktionen, deren vollständige Verfügbarkeit die Quelle angekündigt hat. Zudem hängt der Wert der Plattform davon ab, genaue Daten von verschiedenen Stellen zusammenzutragen und zu sichern. Mackanic beschreibt dies als ein Problem, für das es bislang noch keine breit anwendbare praktische Lösung gibt.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Veränderung besteht nicht in der Einführung einer neuen Verbraucherkarte, sondern in dem Versuch, verstreute Versorgungsregister in ein Werkzeug für frühe Entscheidungen bei Energie- und Bauprojekten zu verwandeln. Sollte CivilGrid expandieren, könnte ein Teil der Arbeit von manuellen Abfragen nach dem Auftreten eines Problems auf eine Planung auf Grundlage eines einheitlichen Bildes vor den Grabungen verlagert werden. Die veröffentlichten Ergebnisse stehen jedoch weiterhin im Zusammenhang mit einer Fallstudie bei PG&E, und die Quelle liefert keine unabhängigen Daten, die die Leistung der Plattform in allen Märkten oder Projektarten belegen.