Solarmodule müssen nicht allein deshalb gereinigt werden, weil eine Staubschicht auf ihrer Oberfläche zu sehen ist. Die bessere Entscheidung hängt davon ab, wie stark die tatsächliche Leistung gesunken ist, wie lange die Trockenperiode andauert, um welche Art von Verschmutzung es sich handelt und wie viel der Zugang zu den Modulen und ihre Reinigung kosten. Eine unsachgemäße Reinigung kann dagegen das Glas zerkratzen oder die Antireflexbeschichtung beschädigen, sodass die Wartung zu einem teureren Problem wird als der Schmutz selbst.
Die Auswirkungen der Verschmutzung sind keine feste Zahl
Nach Angaben des Photovoltaic Power Systems Programme der Internationalen Energieagentur macht die Verschmutzung weltweit etwa 4 bis 7 % der Verluste bei der photovoltaischen Energieerzeugung aus. Eine Studie des National Renewable Energy Laboratory (NREL) zeigte außerdem, dass Pollen die Leistung an Solarstandorten im US-Bundesstaat North Carolina um bis zu 15 % verringerten. Regen reichte nicht immer aus, um die Auswirkungen zu beseitigen; in einem der genannten Ergebnisse steigerte eine mechanische Nassreinigung die Leistung um 5 bis 11 %.
Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch stark von Standort zu Standort. In einem informellen Test mit drei Modulen mit jeweils 100 Watt lag die Steigerung nach der Reinigung je nach zunehmendem Verschmutzungsgrad zwischen 2,4 %, 10,8 % und 13,4 %. Daher beruhen Versprechen einer automatischen Steigerung um 20 % nicht auf einem für jede Oberfläche oder jedes Klima garantierten Ergebnis.
Berechnen Sie den Ertrag, bevor Sie einen Service beauftragen
Eine Studie von Forschern der University of California, San Diego, zeigte, dass Module, die 145 Tage ohne Regen oder Reinigung blieben, 7,4 % ihrer Effizienz einbüßten. Dennoch hätte die Reinigung einer typischen Hausanlage mit 5 Kilowatt zur Mitte dieses Zeitraums bis zum Ende der Trockenperiode lediglich einen zusätzlichen Stromwert von etwa 20 Dollar erbracht.
Der praktische Maßstab ist der Vergleich des erwarteten Verlusts mit den Reinigungskosten. Wenn die Verschmutzung dazu führt, dass monatlich zusätzlicher Strom im Wert von 20 Dollar gekauft werden muss, und der Service 200 Dollar kostet, beträgt die Amortisationszeit zehn Monate, vorausgesetzt, die Leistung bleibt während dieses gesamten Zeitraums vermindert. Thumbtack zufolge kostet die professionelle Reinigung von Solarmodulen üblicherweise etwa 209 Dollar; die landesweite Preisspanne liegt zwischen 142 und 310 Dollar.
Die risikoärmste Reinigungsmethode
- Beginnen Sie immer mit den Angaben des Herstellers; die zulässigen Materialien unterscheiden sich je nach System.
- Überprüfen Sie das Glas auf Risse oder Schäden und wenden Sie sich an den Installateur, wenn ein Problem auftritt.
- Reinigen Sie zu kühleren Zeiten, etwa früh am Morgen oder am Abend, und spülen Sie mit sauberem, mineralarmem Wasser.
- Verwenden Sie einen weichen Schwamm, ein Tuch oder eine nicht scheuernde Verlängerungsbürste, um hartnäckigen Schmutz zu entfernen.
- Vermeiden Sie Scheuerpads, Metallschaber und Hochdruckreiniger.
Hartes Wasser kann nach dem Trocknen mineralische Ablagerungen hinterlassen, die das Licht abschirmen. Qcells warnt, dass eine ungeeignete Reinigung Schäden am Glas oder an der Antireflexbeschichtung, eine Delamination und Schäden verursachen kann, die möglicherweise nicht von der Garantie abgedeckt sind. Das Unternehmen empfiehlt außerdem keinen einheitlichen Zeitplan für alle Installationen.
Produktionsdaten sind wichtiger als das Erscheinungsbild
Eine Reinigung sollte in Betracht gezogen werden, wenn die Leistung nach einer langen Trockenperiode oder einer pollenreichen Saison sinkt. Wenn die Produktionsdaten hingegen normal bleiben, rechtfertigt das staubige Erscheinungsbild allein möglicherweise weder die Kosten eines Service noch das Risiko, auf das Dach zu steigen. Wer nicht über die erforderliche Ausbildung verfügt, um sicher zu den Modulen zu gelangen, sollte einen Fachmann beauftragen.
Es gibt auch automatische Reinigungssysteme, von zeitgesteuerten Sprühanlagen bis hin zu Robotern, die kein Wasser verwenden. Kleine Systeme werden für Wohnhäuser vermarktet, während autonome Roboter stärker auf großflächige Standorte ausgerichtet sind; dem Artikel zufolge zielt Ecoppia auf Freiflächenanlagen mit einer Leistung von 50 Megawatt Peak oder mehr ab.
Redaktionelle Einordnung: Die eigentliche Veränderung besteht nicht im Auftauchen einer neuen Reinigungslösung, sondern darin, dass die Entscheidung von einer allgemeinen Regel zu einer wirtschaftlichen und technischen Messung übergeht: Überwachen Sie die Leistung, bewerten Sie die Art der Verschmutzung und vergleichen Sie anschließend den Ertrag mit den Servicekosten und dem Risiko von Schäden. Die entscheidenden Fragen hängen weiterhin von jedem Standort ab, insbesondere von der Niederschlagsmenge, dem Neigungswinkel der Module, der Art der Ablagerungen und der Möglichkeit eines sicheren Zugangs.