Das Start-up Richualist will eine lange ignorierte Lücke bei den Pflege-Tools für lockiges oder dicht gelocktes Haar schließen. Dafür entwickelte es das Tool Mint, das Entwirren, Befeuchten, Auftragen von Gel und Stylen in einem einzigen Durchgang erledigt. Das Tool verwendet nachfüllbare Produktbehälter sowie eine Technologie, die das Produkt vor dem Auftragen sanft erwärmt.
Die Gründerin des Unternehmens, Dawn Myers, sagt, ihre Wasch- und Stylingroutine habe etwa eine Stunde und 20 Minuten gedauert, während Mint die Dauer auf sieben bis zehn Minuten verkürze. Das Unternehmen behauptet außerdem, dass eine Verringerung des Zugs am Haar während des Waschens und Stylens Haarausfall und Haarbruch um bis zu 70 % reduzieren könne. Diese Zahl wird in dem Beitrag dem Unternehmen zugeschrieben; der Quelle zufolge legte es keine Einzelheiten zur Messmethode vor.
Ein Tool für konkrete Bedürfnisse
Die Idee für das Produkt entstand vor etwa acht Jahren, nachdem Myers festgestellt hatte, dass sich die meisten verfügbaren Haar-Tools auf das Glätten oder Verändern der natürlichen Struktur lockigen Haars konzentrierten – etwa Haartrockner, Lockenstäbe und thermische Glättungsgeräte –, statt die Pflege von Naturhaar zu erleichtern. Nach einer ersten Skizze fertigte sie mit bei Ace Hardware und CVS gekauften Materialien einen einfachen Prototypen an.
Später arbeitete Richualist mit dem auf Materialwissenschaften spezialisierten Unternehmen Dow zusammen, nachdem ein früher Prototyp während eines Programms zur Beschleunigung von Start-ups dessen Aufmerksamkeit erregt hatte. Dow stellte technische Unterstützung und Fertigungsberatung bereit, während das Unternehmen mit der Entwicklung einer speziell auf die Pflege von lockigem Haar ausgerichteten Einheit begann.
Lange Entwicklung und schwierige Finanzierung
Die Entwicklung des Produkts dauerte etwa fünf Jahre und umfasste eigene Untersuchungen, da grundlegende Daten – etwa dazu, wie viel Produkt Menschen mit lockigem Haar verwenden – laut Myers nicht verfügbar waren. Außerdem hatte das Unternehmen Schwierigkeiten, ein Hardwareprodukt zu finanzieren, das sich an ein in dem Beitrag als spezialisiert beschriebenes Problem richtete.
Myers finanzierte die frühen Phasen durch den Verkauf ihres Hauses und die Auflösung ihres Rentenkontos. Anschließend sammelte das Unternehmen etwa 1,4 Millionen Dollar für die Vermarktung des Produkts und die Überprüfung seiner Markttauglichkeit. Sie sagt, damit sei sie eine der ersten 100 schwarzen Frauen geworden, die mehr als eine Million Dollar an Wagniskapital eingeworben haben.
Was verändert sich praktisch?
Mint bietet nicht lediglich eine weitere kosmetische Funktion, sondern versucht, mehrere Schritte der Pflegeroutine in einem einzigen Tool zu vereinen. Dabei richtet es sich an einen Haartyp, der nach den Erfahrungen der Gründerin bei der Entwicklung herkömmlicher Pflege-Tools nicht im Mittelpunkt stand. Myers zufolge ist das Tool auch in einer Reisegröße erhältlich. Mit Unterstützung der Investorin Emma Grede expandierte das Unternehmen außerdem in den Online-Shop von Ulta.
Richualist erhielt nach Myers’ Auftritt in der Sendung Shark Tank einen Deal mit Mark Cuban und Emma Grede. Sie bewarb sich 2023 für die Sendung, die Folge wurde 2024 ausgestrahlt. Im laufenden Jahr wurde das Unternehmen in die Startup Battlefield 200 von TechCrunch aufgenommen, wodurch es einen Platz auf der Konferenz TechCrunch Disrupt erhielt.
Das Unternehmen sagt, es nähere sich der Ankündigung eines Ausverkaufs und plane, Möglichkeiten für eine Expansion zu prüfen. Die Quelle nennt jedoch weder Verkaufszahlen noch das Produktionsvolumen oder unabhängige Ergebnisse zur Überprüfung der Behauptung einer Verringerung des Haarbruchs um 70 %. Auch der geografische Verfügbarkeitsbereich und der Preis des Tools werden nicht erläutert. Diese Punkte müssten vor einer Bewertung der kommerziellen Verbreitung des Produkts zusätzlich geprüft werden.