Porsche könnte die Produktion seines Elektroautos Taycan bis 2030 schrittweise beenden, wie die deutsche WirtschaftsWoche berichtet. Dies wäre eine Kehrtwende gegenüber einer Äußerung des Vorstandsvorsitzenden Michael Leiters vor gerade einmal einem Monat, in der er sagte, Porsche plane kurzfristig keine Einstellung des Modells. Die Information ist weiterhin unbestätigt, da die Vereinbarung, auf die sich der Bericht stützt, noch nicht schriftlich festgehalten wurde. Zudem lehnte ein Sprecher von Porsche eine Stellungnahme dazu ab.
Der Taycan ist das erste Elektroauto von Porsche und wurde erstmals 2019 als viertürige Sportlimousine vorgestellt. Seit seiner Markteinführung hat das Unternehmen das Angebot durch mehrere Varianten erweitert; außerdem stellte das Modell mehrere Leistungsrekorde auf. Die Verkäufe des Taycan gingen jedoch nach einem als gut bezeichneten Start allmählich zurück.
Nachlassende Nachfrage bei wachsendem Elektroautoangebot
Der Bericht führt diesen Rückgang teilweise auf das Eintreffen neuer Elektromodelle im Porsche-Programm zurück. Als der Taycan das einzige Elektroauto des Unternehmens war, wandten sich Käufer, die sich für Elektrofahrzeuge interessierten, direkt ihm zu. Nach der Einführung des elektrischen Macan, dessen Verkäufe die Quelle als sehr stark bezeichnet, haben Kunden innerhalb derselben Marke nun eine weitere Option.
Die Quelle weist außerdem darauf hin, dass große SUVs zunehmend gefragt sind, insbesondere bei Käufern mit hohem Einkommen. Dadurch befindet sich eine Sportlimousine wie der Taycan in einem weniger nachgefragten Segment als SUVs. Obwohl Porsche neue Varianten eingeführt und das Fahrzeug im Laufe der Modelljahre verbessert hat, blieb das grundlegende Design dem bei der Markteinführung gezeigten Erscheinungsbild nahe.
Grundsätzliche Vereinbarung noch nicht schriftlich besiegelt
Laut WirtschaftsWoche stimmte der Betriebsrat von Porsche grundsätzlich einer Vereinbarung mit der Unternehmensleitung zu, die eine Einstellung der Taycan-Produktion bis 2030 vorsieht. Die Zeitung berichtete, das Unternehmen habe weitere Optionen geprüft, darunter die Verlagerung der Fahrzeugproduktion in ein anderes Werk, bevor es sich letztlich für die Beendigung entschied.
Der Bericht stellt jedoch keine offizielle Ankündigung von Porsche dar. Die Vereinbarung wurde noch nicht in ein schriftliches Dokument überführt, und ein Unternehmenssprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Die Quelle weist außerdem darauf hin, dass Porsche seine Position in der Vergangenheit geändert hat. Daher sind die derzeitigen Details weiterhin ein vorläufiger Bericht und keine offiziell bekannt gegebene endgültige Entscheidung.
Widerspruch zu früheren Plänen für die Elektrofahrzeugfamilie
Der Widerspruch wird noch deutlicher, weil Leiters im vergangenen Monat sagte, Porsche habe viel in den Taycan investiert und wolle die Entwicklung der Nachfrage nach ihm beobachten. Er fügte hinzu, dass das Unternehmen nicht plane, ihn kurzfristig einzustellen. Im selben Interview sagte er, dass der elektrische Porsche 718 wieder in die Planung aufgenommen worden sei, nachdem zuvor Gerüchte über seine Streichung kursiert hatten.
Porsche teilt sich technische Plattformen mit Audi; beide Unternehmen gehören zum Volkswagen-Konzern. Der Taycan nutzt eine gemeinsame Plattform mit dem Audi e-tron GT, während der elektrische 718 auf einer gemeinsamen Plattform mit dem erwarteten Audi TT basieren soll. Es wurde erwartet, dass Audi das TT-Projekt auch während der Zeit fortführen würde, in der Gerüchte über die Einstellung des 718 kursierten. Dies könnte ein Faktor für die Wiederaufnahme des Projekts in die Porsche-Planung sein.
Für die Modelljahre 2027 soll der Taycan umfassende Änderungen erhalten, darunter das E-shift-System, das Fahrerlebnis und Klang näher an Fahrzeuge mit Schaltgetriebe und Verbrennungsmotoren heranführen soll. Sollte die Einstellung der Taycan-Produktion bestätigt werden, bleibt das Schicksal des Audi e-tron GT angesichts seiner Verbindung zu derselben Plattform eine der Fragen, die geklärt werden müssen.