Tesla hat Gerüchte zurückgewiesen, wonach das Unternehmen seine Bemühungen um die Einführung des Systems Full Self-Driving (Supervised) in China aufgegeben habe, und bestätigt, dass sein Rechenzentrum in Shanghai „normal arbeitet“. Das Unternehmen erklärte laut Berichten von Tencent Tech und National Business Daily, dass die Einstellung von Mitarbeitern für Positionen im Bereich Fahrerassistenz beschleunigt werde und die Arbeit an dem Projekt stetig voranschreite. Tesla teilte außerdem mit, die Polizei über diese Behauptungen informiert zu haben.
Die Aussagen erfolgten, nachdem am Dienstag Beiträge in chinesischen sozialen Medien verbreitet worden waren, in denen behauptet wurde, das von Tesla in Shanghai eingerichtete Rechenzentrum sei geräumt worden, die Kommunikationsteams seien abgezogen und mit dem Projekt verbundene Stellen gestrichen worden. Das Zentrum war eingerichtet worden, um die für die Einführung von FSD auf dem chinesischen Markt erforderliche Infrastruktur vorzubereiten. Daher wurden die Meldungen als mögliches Anzeichen dafür interpretiert, dass sich das Unternehmen von seinem verspäteten Projekt zurückziehen könnte.
Was bestätigt das Unternehmen – und was bleibt unklar?
Tesla bestreitet, das Zentrum in Shanghai geschlossen oder die Arbeit eingestellt zu haben, doch der Status des Produkts selbst ist weiterhin ungeklärt. China erscheint nicht auf der aktualisierten Liste der zwölf Märkte, in denen Tesla ein Abonnement für FSD (Supervised) anbietet. Zu dieser Liste gehören die Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Südkorea und mehrere europäische Länder. Gleichzeitig führt die US-Website des Unternehmens China weiterhin als Markt auf, in dem das System genutzt werden kann.
Dieser Widerspruch sorgt für eine weitere Ebene der Unklarheit im Zusammenhang mit FSD in China. Tesla hatte im Mai 2026 die Verfügbarkeit des Systems im Land angekündigt und auf seiner chinesischen Website anschließend die Bezeichnung „Tesla Assisted Driving“ verwendet. Dennoch hat das Unternehmen bislang weder Abonnementpreise noch einen Zeitplan für die umfassende Einführung bei chinesischen Kunden veröffentlicht.
Lokale Datenverarbeitung bedeutet keine Genehmigung für die Einführung
Tesla hatte laut dem Bericht zuvor die Möglichkeit erhalten, Modelle der künstlichen Intelligenz innerhalb Chinas zu trainieren – ein Schritt, der mit Pekings Vorschriften zur lokalen Speicherung von Daten verbunden ist. Dieser Schritt allein scheint jedoch nicht für eine umfassende Einführung des Produkts auszureichen. Chinesische Aufsichtsbehörden hatten zuvor eine Aussage von Elon Musk gestoppt, wonach die Genehmigung für FSD „im nächsten Monat“ erteilt werde.
Praktisch deuten die verfügbaren Informationen auf zwei getrennte Prozesse hin: einerseits die Fähigkeit des Unternehmens, die technische Arbeit innerhalb Chinas fortzusetzen, und andererseits den Erhalt der erforderlichen Genehmigungen, um Fahrerassistenzfunktionen auf Stadtstraßen anzubieten. Die Zurückweisung des Rückzugsgerüchts klärt die Angelegenheit, nennt jedoch keinen Termin für die Verfügbarkeit des Produkts und keine Nutzungsbedingungen.
Warum ist diese Nachricht wichtig?
Die Verzögerung gewinnt an Bedeutung, weil chinesische Unternehmen nicht auf eine Klärung der Situation von Tesla warten. Xiaomi und Huawei haben ihre Fahrerassistenzfunktionen in chinesischen Städten ausgeweitet, während Xpeng die Einführung einer weiterentwickelten Version seines Systems der Stufe zwei vorbereitet. Dem Ausgangsmaterial zufolge konkurrieren diese Systeme inzwischen mit der eingeschränkten FSD-Version, die Tesla in China anbietet.
Daher könnte jeder weitere Monat ohne eine klare Einführung Teslas Fähigkeit schwächen, Software als Differenzierungsmerkmal in einem Markt einzusetzen, in dem das Unternehmen mit günstigeren, funktionsreichen Elektrofahrzeugen lokaler Hersteller konkurriert. Die offene Frage betrifft den verfügbaren Fakten zufolge also nicht nur den Fortbestand des Zentrums in Shanghai, sondern auch den Zeitpunkt, zu dem Tesla-Fahrzeugbesitzer in China ein vollständiges FSD-Produkt erhalten, sowie die Frage, ob die behördlichen Genehmigungen eine umfassende Einführung im Stadtverkehr ermöglichen werden.