Start-ups

Furientis sammelt 25 Millionen Dollar für die groß angelegte Produktion kostengünstiger Abfangraketen ein

Der Fonds Benchmark führte eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 25 Millionen Dollar für Furientis an. Das Unternehmen entwickelt schnell und kostengünstig produzierbare Mittelstrecken-Abfangraketen, nachdem es einen vom Pentagon finanzierten Auftrag erhalten hatte. Die Investition spiegelt den beschleunigten Wandel hin zu Verteidigungstechnologien wider, die in großen Mengen hergestellt werden können, um die schwindenden US-Bestände auszugleichen.

2026-10-06
3 Min. Lesezeit
0 Aufrufe
certi.news Editorial Team
Furientis sammelt 25 Millionen Dollar für die groß angelegte Produktion kostengünstiger Abfangraketen ein

Der Risikokapitalfonds Benchmark tätigte seine erste reine Verteidigungsinvestition und führte eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 25 Millionen Dollar für das Start-up Furientis an. Das Unternehmen arbeitet daran, Mittelstrecken-Abfangraketen in großen Mengen und zu geringeren Kosten als herkömmliche Systeme zu produzieren. Die Finanzierung erfolgte nach einer im Mai angekündigten Pre-Seed-Runde in Höhe von 5 Millionen Dollar. Der Unternehmenswert wurde laut einer mit den Geschäften des Unternehmens vertrauten Person auf etwa 125 Millionen Dollar geschätzt.

Furientis wurde erst vor einem Jahr gegründet, hat aber bereits einen vom Pentagon finanzierten Auftrag zur Entwicklung von Mittelstrecken-Abfangraketen erhalten. Der Benchmark-Generalpartner Chetan Puttagunta sagte, das Unternehmen habe Prototypen gebaut und allein mit der Pre-Seed-Finanzierung etwa 12 Starts durchgeführt.

Eine Wette auf Kosten und Produktionsgeschwindigkeit

Furientis versucht nicht, bei jedem Kriterium mit den leistungsfähigsten Abfangraketen zu konkurrieren. Stattdessen entwickelt das Unternehmen seine Systeme so, dass sie mithilfe leicht verfügbarer Komponenten schnell montiert werden können. Dieser Ansatz soll die Stückkosten auf einen Bruchteil der Kosten herkömmlicher Abfangraketen senken, die bis zu etwa 3 Millionen Dollar pro Rakete betragen können.

Das Unternehmen ist der Ansicht, dass diese Gleichung dem US-Verteidigungsministerium helfen könnte, seine Bestände innerhalb der Budgetbeschränkungen aufzustocken, insbesondere angesichts des Rückgangs der US-Raketenbestände nach den Konflikten in der Ukraine und im Iran. Furientis testet seine Raketen außerdem etwa alle zwei Wochen im Feld, verglichen mit den längeren Entwicklungszyklen traditioneller Rüstungsunternehmen.

Eine Produktionslücke als Grund für die Unternehmensgründung

Der Mitgründer Brody Franzen sagte, die US-Marine erhalte jährlich zwischen 300 und 500 Abfangraketen, während China eigenen Angaben zufolge monatlich 3.000 Schiffsabwehr-Marschflugkörper produziere. Seiner Einschätzung zufolge übersteige die Produktionslücke das Hundertfache. Dieses Problem habe die Gründer dazu veranlasst, das Unternehmen zu starten.

Franzen verfügt über technische Erfahrung in der Luft- und Raumfahrt- sowie der Verteidigungsbranche. Zuvor war er stellvertretender leitender Ingenieur bei Virgin Galactic und arbeitete anschließend bei Castelion. Der Mitgründer Aris Simsarian leitete hingegen Triebwerkstests für Raketenmotoren bei Virgin Orbit.

Was ändert sich praktisch?

Die Bedeutung des Geschäfts liegt darin, dass es eine frühe Finanzierung mit einem Verteidigungsunternehmen verbindet, das bereits einen staatlich finanzierten Auftrag erhalten hat, statt sich auf einen Prototyp oder ein kommerzielles Versprechen zu beschränken. Zugleich deutet es darauf hin, dass die Fähigkeit zur schnellen Herstellung neben der maximalen technischen Leistung zu einem wichtigen Kriterium im Verteidigungsmarkt geworden ist.

Furientis strebt an, künftig in jeder Fabrik jährlich 1.000 Systeme zu produzieren. Derzeit arbeitet das Unternehmen jedoch von einer Anlage in Los Angeles aus und transportiert seine Prototypen nach White Sands in New Mexico, um dort Teststarts durchzuführen. Das Unternehmen befindet sich noch in einer frühen Phase. Außerdem erläutert die Quelle weder die Einzelheiten des Auftrags noch den Bereitschaftsgrad des Systems für den operativen Einsatz oder die endgültigen Kosten pro Einheit.

Furientis ist in diesem Bereich nicht allein. Unternehmen wie Anduril, Castelion und Shield AI wetteifern neben traditionellen Rüstungsunternehmen darum, in großen Mengen produzierbare Abfangraketen zu entwickeln und Fertigungsmethoden zu modernisieren. Der Erfolg des Unternehmens wird daher davon abhängen, ob es die Tests der Prototypen in eine zuverlässige Produktion überführen und die staatlichen Anforderungen an Zulassung und Beschaffung erfüllen kann.

Nachrichtenquelle
TechCrunch Hardware
Originalquelle öffnen ↗
c
Autor

certi.news Editorial Team

Aus derselben Kategorie

Das könnte Sie interessieren

Alle Nachrichten anzeigen