In China ist ein getarnter Prototyp einer neuen elektrischen Oberklasselimousine aufgetaucht, die Yangwang entwickelt, die luxuriöseste Marke innerhalb der BYD-Gruppe. Die offizielle Vorstellung wird voraussichtlich im Oktober 2026 erfolgen. Das beobachtete Design deutet auf ein Fahrzeug für das Ultra-Luxussegment hin, mit langem Radstand und Fondtüren, die sich entgegen der Fahrtrichtung öffnen. Damit sind diese Türen erstmals an einem BYD-Fahrzeug zu sehen.
Das Fahrzeug ist etwa 5,5 Meter lang und liegt damit in der Größenordnung der Mercedes-Benz Maybach S-Klasse und des Rolls-Royce Phantom. Den veröffentlichten Aufnahmen zufolge befand sich das Fahrzeug an einer Flash-Charging-Station von BYD. Dies deutet darauf hin, dass es Hochleistungsladen mit einer Leistung im Megawattbereich unterstützen wird, obwohl das Unternehmen die endgültigen technischen Daten noch nicht bekannt gegeben hat.
Leistungsplattform und erwartete Technologien
Lokalen Berichten zufolge dürfte die Limousine auf der viertmotorigen e4-Plattform basieren, einer Architektur, die eine Leistung von mehr als 1.000 PS ermöglichen könnte. Yangwang nutzt die Marke zur Präsentation neuer BYD-Technologien. Zuvor wurden dort bereits die e4-Plattform, die zweite Generation der Blade-Batterien und das Flash-Charging-System vorgestellt, das eine Aufladung innerhalb von fünf Minuten ermöglicht.
Hu Xiaoqing, General Manager von Yangwang, sagte, das Fahrzeug sei das Ergebnis von drei Jahren Entwicklung. Zheng Yu, General Manager der Marke, bezeichnete die darin eingesetzte Technologie als „beispiellos und disruptiv“, ohne Einzelheiten zu nennen. Daher können die endgültige Leistung und die technischen Daten des Antriebsstrangs derzeit nicht als bestätigt gelten.
Werden Festkörperbatterien Teil des Fahrzeugs sein?
Lokale Berichte deuten darauf hin, dass die Limousine das erste BYD-Fahrzeug mit Festkörperbatterien sein könnte. Offiziell bestätigt ist dies jedoch nicht. Stella Li, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von BYD, sagte in einem Interview mit Carwow.es im September 2026, dass das erste Fahrzeug des Unternehmens mit diesen Batterien 2027 erscheinen werde.
Das zu BYD gehörende Unternehmen FinDreams will 2027 mit der Produktion sulfidbasierter Festkörperbatterien in kleinen Mengen beginnen, bevor die Fertigung etwa 2030 auf die Großserienproduktion ausgeweitet wird. Sollte die Technologie in einem Yangwang-Fahrzeug zum Einsatz kommen, dürfte sie laut dem Bericht wahrscheinlich auf die höherpreisigen Varianten beschränkt bleiben, während die Standardversionen auf Blade-Batterien mit LFP-Technologie setzen könnten. Dieses Szenario bleibt unbestätigt, bis BYD Einzelheiten bekannt gibt.
Warum ist diese Sichtung von Bedeutung?
Das Fahrzeug zeigt, dass BYD bei der Konkurrenz im Segment der luxuriösen Oberklasselimousinen nicht nur auf Preis und Design setzt, sondern auch auf die Kombination aus leistungsstarkem Elektroantrieb, Hochleistungsladen und möglicherweise Festkörperbatterien. Die Bedeutung dieser Entwicklung wird sich jedoch erst zeigen, wenn bekannt ist, in welchem Umfang diese Technologien tatsächlich verfügbar sein werden, wie viel das Fahrzeug kostet und ob es ausschließlich in begrenzten Varianten angeboten wird.
Der Preis dürfte zwei Millionen Yuan übersteigen, also etwa 300.000 US-Dollar. Zum Vergleich: Die aktuelle Yangwang-Limousine U7 startet bei 658.000 Yuan. Zum Angebot der Marke gehören außerdem die Plug-in-Hybridmodelle U8 und U8L sowie der vollelektrische Hochleistungssportwagen U9.