Das im US-Bundesstaat Ohio ansässige Unternehmen Sonic Fire Tech gab bekannt, in einer von O.H.I.O. Fund angeführten Finanzierungsrunde 15 Millionen US-Dollar eingesammelt zu haben. Khosla Ventures beteiligte sich ebenfalls. Ziel ist die Entwicklung eines Brandschutzsystems, das mit Schallwellen arbeitet. Im vergangenen Oktober hatte das Unternehmen bereits eine Startfinanzierung in Höhe von 3,5 Millionen US-Dollar erhalten.
Das Unternehmen setzt darauf, Brände innerhalb von Sekunden zu löschen und dabei die Folgeschäden zu verringern, die durch Sprinkleranlagen mit Wasser oder chemischen Löschmitteln entstehen. Nach eigenen Angaben könnte dieser Ansatz für Großküchen, Wohngebäude und Häuser geeignet sein – sowohl in Neubauten als auch zur Installation in bestehenden Gebäuden.
Wie funktioniert das System?
Das System basiert auf einem Schallgenerator, der nicht hörbare Wellen durch an der Decke befestigte Rohre aus PVC leitet. Wenn die Sensoren einen Brand im Raum erkennen, beginnt der Generator, Infraschallwellen mit einer Frequenz von etwa 20 Hertz in Richtung der Flammen auszusenden.
Nach Angaben des Unternehmens hinterlässt diese Methode nach dem Löschvorgang keine Rückstände, die gereinigt werden müssten, und kann innerhalb von Sekunden eingesetzt werden. Verantwortliche von Sonic Fire Tech sind der Ansicht, dass der Verzicht auf Reinigungsarbeiten bei Labortests von Vorteil sein könnte, da die Vorbereitung herkömmlicher Tests Stunden dauert und nach jedem Versuch die Rückstände von Wasser oder Chemikalien entfernt werden müssen.
Finanzierung ebnet den Weg für Tests und Zulassung
Das Unternehmen will die neue Investition für die Einstellung weiterer Mitarbeiter und die Durchführung einer Reihe von Tests verwenden, die für die Zulassung durch die National Fire Protection Association erforderlich sind. Diese Organisation entwickelt Musterbauordnungen, an denen sich Feuerwehren in den gesamten Vereinigten Staaten orientieren. Die Zulassung dauert üblicherweise etwa drei Jahre, doch der Mitgründer und CEO Geoff Bruder glaubt, dass die Verfahren für das System seines Unternehmens deutlich kürzer ausfallen könnten.
Das bedeutet nicht, dass das System bereits zugelassen oder allgemein verfügbar ist; das Unternehmen befindet sich weiterhin in der Test- und Entwicklungsphase. Die Verringerung der Folgeschäden könnte die Bewertung unterstützen, macht es jedoch nicht überflüssig, die Wirksamkeit und Sicherheit des Systems unter verschiedenen Bedingungen nachzuweisen.
Was ändert sich praktisch für die Nutzer?
Sonic Fire Tech zielt auf ein Problem ab, das über das bloße Löschen der Flammen hinausgeht. Großküchen benötigen nach einem Brand möglicherweise Monate für die Reinigung und Wiederinstandsetzung, und nach Angaben des Unternehmens öffnen etwa 75 % von ihnen ihre Türen nicht wieder. Ein System, das Schäden durch Wasser und Chemikalien verringert, könnte daher die Kosten für die Wiederherstellung der Räumlichkeiten und die Dauer des Betriebsstillstands reduzieren, sofern es seine Wirksamkeit nachweist.
Das Unternehmen führt außerdem Gespräche mit Versicherungsunternehmen, um zu prüfen, ob das System Nutzer für Rabatte auf ihre Prämien qualifizieren könnte. Eine Akzeptanz durch die Versicherungsbranche könnte die Einführung der Technologie beschleunigen, doch konkrete Rabatte oder damit verbundene Bedingungen stehen noch nicht fest.
Derzeitige Nutzungsgrenzen
Begrenzte Tests des Systems zeigten einen vielversprechenden Umgang mit Bränden von Lithium-Ionen-Batterien, doch bislang gelang es nicht, den Brand vollständig zu löschen. Laut Bruder konnte das System den Brand eindämmen, was dazu beitragen könnte, eine Entzündung der Außenhülle zu verhindern und die Ausbreitung der Flammen zwischen den Zellen zu verringern.
Das Unternehmen arbeitet außerdem an Systemen zum Schutz von Innenräumen in Gebäuden, Küchen und Häusern sowie an einem System zum Schutz von Hausfassaden in Gebieten, die Waldbränden ausgesetzt sind. Die Entwicklung der Außenlösung schreitet jedoch langsamer voran, da das Unternehmen auf einen Termin in einem geeigneten Testlabor wartet. Sonic Fire Tech zufolge beginnen etwa 50 % der Hausbrände in der Küche, während fast 500 lokale Behörden Innenbrandschutzsysteme vorschreiben. Das eröffnet dem Unternehmen potenzielle Märkte, sofern es die Test- und Zulassungsphasen erfolgreich durchläuft.